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HIV-Resistenzbestimmung

Eine HIV-Resistenzbestimmung kann zur Beurteilung der Wirksamkeit einer Therapie gegen das „Human Immunodeficiency Virus“ (HIV) durchgeführt werden.

Warum wird eine HIV-Resistenzbestimmung durchgeführt?

Eine Infektion mit dem Human Immunodeficiency Virus (HIV) ist die Ursache für die Entstehung des sogenannten Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS). Es gibt zwei Typen von HIV, wobei HIV-1 die weltweit häufigste Verbreitung besitzt. HIV-2 findet sich überwiegend in Westafrika.

Das HI-Virus schädigt das Immunsystem der betroffenen Person, indem die sogenannten T-Helfer-Lymphozyten (CD4-Lymphozyten) zerstört werden. In Abhängigkeit von der Dauer der HIV-Infektion und der Menge von HIV im Blut (sogenannte Viruslast) kann es mit der Zeit zur Entwicklung der AIDS-Erkrankung kommen.

Die Behandlung einer HIV-Infektion erfolgt durch eine antiretrovirale Therapie („ART“).

Bei dieser Behandlungsform wird versucht, die Vermehrung der HI-Viren im Körper mithilfe bestimmter Medikamente zu unterdrücken. Zum Einsatz kommen dabei vor allem Substanzen aus den folgenden Medikamentengruppen:

  • nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI),
  • nicht nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) sowie
  • Protease-Inhibitoren (PI).

Ihre Wirksamkeit entfalten diese Medikamente, indem sie bestimmte Enzyme des HI-Virus (reverse Transkriptase bzw. HIV-Protease) hemmen. Auf diese Weise kann zwar die Virusvermehrung vermindert werden. Es ist jedoch nicht möglich, die HI-Viren dauerhaft aus dem Körper zu eliminieren.

Dementsprechend erlaubt die antiretrovirale Therapie zwar eine Kontrolle der HIV-Infektion. Eine Heilung ist aber auf diesem Weg nicht möglich.

Im Rahmen der antiretroviralen Therapie sollten verschiedene Medikamente miteinander kombiniert werden. Für die betroffenen Patientinnen und Patienten ist es dabei wichtig, dass sie die Dosierung der Medikamente streng einhalten. Denn eine

  • Überdosierung kann zu schweren Nebenwirkungen (in Abhängigkeit vom jeweiligen Medikament) führen, während eine
  • Unterdosierung die Gefahr einer Resistenzentwicklung birgt.

Zur Kontrolle der Wirksamkeit der antiretroviralen Therapie sollten die folgenden Laboruntersuchungen regelmäßig (zumindest halbjährlich) durchgeführt werden:

  • quantitative HIV-PCR (Polymerase-Kettenreaktion) zum Nachweis der Virusmenge (Viruslast) im Blut (d.h. wie viele Viren im Blut vorhanden sind; je mehr, desto schlechter),
  • Bestimmung der CD4-Lymphozyten sowie anderer Lymphozytensubtypen im Blut.

Sofern die eingesetzte antiretrovirale Therapie wirksam ist, kommt es stets zu einem Absinken der HI-Viruslast. Steigt die Viruslast im Verlauf der antiretroviralen Therapie trotz Einhaltung der Medikationsverschreibung wieder an, kann dies einen Hinweis auf eine Mutation des HI-Virus im Körper sein.

In diesem Fall macht die

  • HIV-Resistenzbestimmung

Sinn.

Dabei handelt es sich um genetische Untersuchungen des HIV-Erbgutes (der sogenannten HIV-RNA):

  • Untersuchung des HIV-1-Reverse-Transkriptase-Gens,
  • Untersuchung des HIV-1-Protease-Transkriptase-Gens,
  • Spezialanalysen (Integrase-Gen, HIV-1-Tropismus gegenüber CCR5-Rezeptor und CXCR4-Rezeptoren).
Finden sich bei diesen Untersuchungen Resistenzen des HI-Virus gegenüber bestimmten medikamentösen Strategien, so muss eine Umstellung der antiretroviralen Therapie (Alternativbehandlung) erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie unter HIV & AIDS.

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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