Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

HIV 1+2 Immunoblot (HIVIB)

Der HIV-Immunoblot dient zur Bestätigung einer HIV-Infektion nach einem positiven HIV-Antikörpernachweis im Blut.

Warum wird ein HIV-Immunoblot durchgeführt?

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) erfolgt die Abklärung in mehreren Stufen:

  • Screening nach Antikörpern gegen HIV (hochsensitive ELISA-Tests)
  • Bestätigungstest (hochspezifischer Immunoblot)
  • Nachweis der Virusmenge im Blut (Viruslastbestimmung beziehungsweise quantitative PCR)

Der HIV-Immunoblot dient zur Bestätigung einer HIV-Infektion nach einem positiven HIV-Antikörpernachweis im Blut. Für den HIV-Immunoblot kommt das sogenannte Westernblot-Verfahren zum Einsatz. Daher spricht man auch vom sogenannten HIV-Westernblot.

Wie wird der HIV-Immunoblot interpretiert?

Das Ergebnis des HIV-Immunoblots dient zur Bestätigung beziehungsweise zum Ausschluss einer HIV-Infektion.
Bei einem positiven Nachweis von HIV-Antikörpern (Serologie) im Blut bedeutet ein negativer HIV-Immunoblot, dass es sich bei der Serologie höchstwahrscheinlich um ein „falsch positives“ Ergebnis gehandelt hat. Ein solches Ergebnis kann zum Beispiel bei anderen Infektionskrankheiten (Lungenentzündung) auftreten.

Bei einem positiven Ergebnis von sowohl Antikörpern gegen HIV als auch HIV-Immunoblot ist die HIV-Infektion gesichert.

HIV-Infektion/AIDS

Eine Infektion mit dem „Human Immunodeficiency Virus“ (HIV) ist die Ursache für die Entstehung des sogenannten „Acquired Immune Deficiency Syndrom“ (AIDS). Schätzungen zufolge sind derzeit weltweit mehr als 30 Millionen Menschen mit HIV infiziert. AIDS zählt zu den fünf häufigsten infektionsbedingten Todesursachen (neben infektiösen Durchfallerkrankungen, Lungenentzündungen, Tuberkulose und Malaria). Es gibt zwei Typen von HIV, wobei HIV-1 weltweit am häufigsten verbreitet ist. HIV-2 findet sich überwiegend in Westafrika.

HIV kann auf folgenden Wegen übertragen werden:

  • ungeschützte Sexualkontakte,
  • intravenöser Drogenmissbrauch (z.B. Heroin),
  • Übertragung von einer HIV-infizierten Mutter auf das Kind.

Blut kann ebenfalls infektiös sein. Einem erhöhten Risiko einer HIV-Infektion sind Personen ausgesetzt, die in der Zeit von 1978 bis 1985 eine Bluttransfusion oder ein Präparat mit einem Blutgerinnungsfaktor erhalten haben.

Das HI-Virus schädigt das Immunsystem der betroffenen Person, indem die sogenannten T-Helferlymphozyten (CD4-Lymphozyten) zerstört werden. In Abhängigkeit von der Dauer der HIV-Infektion und der Menge von HI-Viren im Blut (sogenannte Viruslast) kann es mit der Zeit zur Entwicklung der AIDS-Erkrankung kommen.

Für die Diagnose, Verlaufs- sowie Prognosebeurteilung der HIV-Erkrankung werden folgende Laboruntersuchungen eingesetzt:

  • HIV-Screening (Antikörpernachweis)/Immunoblot (Bestätigungstest),
  • HIV-PCR (Polymerase-Kettenreaktion) zum Nachweis der Virusmenge („Viruslast“) im Blut (d.h. wie viele Viren im Blut vorhanden sind; je mehr desto schlechter),
  • Bestimmung der CD4-Lymphozyten sowie anderer Lymphozytensubtypen im Blut,
  • HIV-Resistenzbestimmung zur Beurteilung der geeigneten Therapie.

Die Therapie der HIV-Infektion erfolgt in Abhängigkeit vom klinischen Stadium (Kategorie):

  • Kategorie A: symptomlose oder akute HIV-Infektion;
  • Kategorie B: symptomatische HIV-Infektion (aber nicht Kategorie A oder C);
  • Kategorie C: AIDS-definierende Erkrankung (z.B. HIV-assoziierte Enzephalopathie, opportunistische Infektionen, bestimmte bösartige Tumore [z.B. Kaposi-Sarkom]).

Die klinischen Kategorien werden in Abhängigkeit von der Menge an CD4-Lymphozyten im Blut noch weiter unterteilt:

  • >500 CD4-Zellen pro Mikroliter: Kategorie A1, B1, C1;
  • 200–499 CD4-Zellen pro Mikroliter: Kategorie A2, B2, C2;
  • <200 CD4-Zellen pro Mikroliter: Kategorie A3, B3, C3.

Zu den Behandlungsoptionen der HIV-Infektion zählen:

  • gesunde Lebensführung (Vermeidung von resistenzmindernden Faktoren),
  • hochaktive antiretrovirale Therapie („HAART“),
  • Prophylaxe und Therapie opportunistischer Infektionen sowie
  • psychosoziale Hilfe.

Weitere Informationen finden Sie unter HIV & AIDS.

Synonyme: HIV-Western Blot
LOINC: 44873-8

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse