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Streptococcus pneumoniae Antigen/Urin (STPNU)

Der Pneumokokken-Schnelltest aus dem Harn kann einen Hinweis auf eine Pneumokokkeninfektion (z.B. Lungenentzündung, Gehirnhautentzündung) liefern.

Warum wird ein Pneumokokken-Schnelltest aus dem Harn durchgeführt?

Pneumokokken sind eine Bakterienart aus der Gruppe der Streptokokken (Streptococcus pneumoniae). Pneumokokken sind die typischen Krankheitserreger der

  • Lobärpneumonie (eine schwere Form der Lungenentzündung).

Wenn eine Pneumokokkeninfektion nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kann es zur Ausschwemmung der Bakterien ins Blut kommen (Bakteriämie). In weiterer Folge besteht dann die Gefahr, dass die Bakterien in den Bereich des Gehirns eindringen und dort zu einer

  • Pneumokokkenmeningitis (Gehirnhautentzündung) führen.

Die Pneumokokkenmeningitis ist eine lebensgefährliche Komplikation einer Pneumokokkenpneumonie und in den meisten Fällen eine Folge davon.

Eine weitere Infektion, die oft von Pneumokokken verursacht wird, ist die

  • Mittelohrentzündung (Otitis media).

Zur Behandlung einer Pneumokokkeninfektion werden Antibiotika eingesetzt. Das wichtigste gegen Pneumokokken wirksame Antibiotikum ist

  • Penicillin.

Weil Pneumokokkeninfektionen einen nicht selten lebensbedrohlichen Verlauf nehmen können, kommt der Diagnostik dieser Erkrankungen ein hoher Stellenwert zu. Insbesondere ist es für die Ärztin/den Arzt wichtig, so schnell wie möglich eine entsprechende Diagnose stellen zu können.

Aus diesem Grund wurden Schnelltests zum Nachweis von Pneumokokken im Harn entwickelt. Hintergrund dieser Testsysteme ist die Tatsache, dass es bei einer Pneumokokkenpneumonie meistens zu einer Ausschwemmung dieser Bakterien ins Blut kommt (Bakteriämie). Über das Blut und die Nieren gelangen die Pneumokokken auch in den Harn, werden dort angereichert und können schließlich mit einem entsprechenden Labortest nachgewiesen werden.

Der Vorteil dieser Schnelltests ist, dass das Untersuchungsergebnis innerhalb von ein bis zwei Stunden vorliegt. Auf diese Weise kann unmittelbar eine geeignete und zielgerichtete Behandlung eingeleitet werden.

Neben Harn als Untersuchungsmaterial kann bei manchen Pneumokokken-Schnelltest-Systemen auch sogenannter Liquor (das ist die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) eingesetzt werden. Auf diese Weise kann der Schelltest auch Informationen über eine eventuell vorliegende Gehirnhautentzündung liefern. Allerdings ist die Entnahme von Liquor ein weitaus aufwendigerer Prozess als die Harngewinnung und sollte daher nur in einem Krankenhaus durchgeführt werden.

Was bedeutet ein positiver Pneumokokken-Schnelltest im Harn?

Ein positiver Pneumokokken-Schnelltest im Harn bedeutet einen Hinweis auf eine Pneumokokkeninfektion (z.B. Pneumokokkenpneumonie).

Die meisten kommerziellen Testsysteme haben eine halbwegs gute Sensitivität sowie eine ausreichende Spezifität für den Nachweis dieser bestimmten Bakterienart im Harn, wobei

  • Sensitivität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig positives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich eine entsprechende Infektion vorliegt, und
  • Spezifität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig negatives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich auch keine entsprechende Infektion vorliegt.

Der Schnelltest kann allerdings bloß einen Hinweis auf eine Pneumokokkeninfektion liefern. Für einen Beweis einer solchen Infektion muss eine sogenannte

  • Bakterienkultur durchgeführt werden: Dazu werden die Bakterien unter speziellen Kulturbedingungen vermehrt (d.h. angezüchtet) und können auf diese Weise exakt identifiziert werden.

Zum Nachweis einer Pneumokokkenbakteriämie ist die Methode der Wahl die Durchführung einer

  • Blutkultur.

Was bedeutet ein negativer Pneumokokken-Schnelltest im Harn?

Ein negativer Pneumokokken-Schnelltest im Harn legt die Vermutung nahe, dass bei der Patientin/beim Patienten keine aktuelle Pneumokokkeninfektion vorliegt. Eine solche Infektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil die Konzentration der Bakterien im Harn auch unterhalb der Nachweisgrenze des Testsystems liegen könnte.

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher von der Ärztin/vom Arzt unter Berücksichtigung der Beschwerden sowie in Zusammenschau sämtlicher erhobenen Befunde erfolgen.

Pneumokokkeninfektion („Lobärpneumonie“)

Eine typische Erkrankung, die durch Pneumokokken hervorgerufen wird, ist die

  • Lobärpneumonie (eine bestimmte Form der Lungenentzündung).

Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch einen plötzlichen Beginn mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl. Oft leiden die Betroffenen an Atemnot und Schmerzen im Bereich des Brustkorbes.

Wenn Diagnose und Behandlung nicht so schnell wie möglich erfolgen, kann die Lobärpneumonie einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Dabei kann es zu Komplikationen kommen wie z.B.

  • Sepsis (Blutvergiftung),
  • Gehirnhautentzündung (Pneumokokkenmeningitis),
  • Herzversagen.

Aus diesem Grund kommt der Diagnostik ein hoher Stellenwert zu:

  • Pneumokokken-Schnelltest im Harn,
  • Laborwerte im Blut (v.a. Entzündungsmarker wie Blutsenkung, CRP, Blutbild etc.),
  • Herz-Lungen-Röntgen,
  • Blutkultur.

Das Mittel der Wahl zur Behandlung einer Pneumokokkenpneumonie ist

  • Penicillin.

Als Alternative kommen das Antibiotikum Erythromycin sowie Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine (3. Generation) infrage.

Zur Vorbeugung einer Pneumokokkeninfektion besteht die Möglichkeit einer Impfung, die für Säuglinge, Kleinkinder, ältere Personen (über 60 Jahre) sowie chronisch Kranke empfohlen wird.

Synonyme: Pneumokokken-Schnelltest
LOINC: 24027-5

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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