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Granulozyten-Elastase

Im Rahmen von Entzündungsprozessen kann aus weißen Blutkörperchen das Enzym Granulozyten-Elastase ins Blut freigesetzt werden. Durch die Messung der Elastase im Blut können Rückschlüsse auf die Schwere von Infektionen gezogen werden.

Warum wird Elastase im Blut bestimmt?

Bei Entzündungsprozessen im Körper kann es am Ort des Entzündungsgeschehens zu einer starken Ansammlung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) kommen. Die Aufgabe der Leukozyten ist dabei die Beseitigung der Entzündungsursache – z.B. die Bekämpfung von Bakterien, Viren, Pilzen, Parasiten etc. Bei diesem Abwehrkampf werden von den Leukozyten bestimmte Stoffe ins Gewebe sowie auch ins Blut freigesetzt.

Einer dieser freigesetzten Stoffe ist

  • die Granulozyten-Elastase.

Dabei handelt es sich um ein Enzym, das dem Körper dabei hilft, abgestorbenes Gewebe abzubauen. Auf diese Weise kann es in weiterer Folge leichter von Fresszellen (sogenannten „Phagozyten“) aufgenommen und abtransportiert werden.

Darüber hinaus existieren auch Stoffe, welche die Elastase daran hindern, körpereigenes, gesundes Gewebe zu schädigen. Zu diesen Hemmstoffen gehören etwa Alpha-1-Antitrypsin und Alpha-2-Makroglobulin (sogenannte „Proteinaseinhibitoren“).

Bei schweren Entzündungsprozessen im Körper kann die Elastase aus den Leukozyten im Komplex mit ihren Hemmstoffen (Elastase/Proteinaseinhibitor-Komplex) im Blut gemessen werden.

Der Vorteil der Elastase-Bestimmung im Blut ist, dass dieses Enzym eine kurze Halbwertszeit besitzt. Das bedeutet, dass sich die Blutwerte der Elastase nach dem Abklingen der Entzündung rasch wieder normalisieren. Auf diese Weise kann die Aktivität eines schweren entzündlichen Prozesses im Körper von der Ärztin/vom Arzt genauer überwacht werden.

Was bedeuten erhöhte Elastasewerte im Blut?

Erhöhte Elastasewerte im Blut finden sich vor allem bei schweren Entzündungen des Körpers, wie beispielsweise

  • Infektionen nach Operationen (Komplikationen),
  • Blutvergiftung (Sepsis),
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis),
  • Gelenksentzündungen (z.B. rheumatoide Arthritis),
  • Verletzungen,
  • entzündliche Darmerkrankungen oder
  • Gehirnhautentzündung (Meninigits) u.v.m.

Sepsis („Blutvergiftung“)

Bei einer Sepsis handelt es sich um eine lebensbedrohliche, systemische (d.h. den gesamten Körper betreffende) Entzündungsreaktion.

Die häufigste Ursache einer Sepsis ist eine Infektion, hervorgerufen durch z.B.

  • Bakterien im Blut („Bakteriämie“),
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis),
  • ausgedehnte Verbrennungen der Haut oder
  • schwere Verletzungen.

Eine Sepsis kann mit den folgenden Symptomen (Beschwerden) einhergehen:

  • hohes Fieber, Schüttelfrost,
  • rascher Herzschlag („Tachykardie“),
  • hohe Atemfrequenz („Tachypnoe“),
  • hohe Leukozytenzahlen im Blut etc.

Zudem können eine Reihe von Entzündungsstoffen im Blut nachgewiesen werden:

  • hohe Leukozytenzahlen („Leukozytose“),
  • CRP (C-reaktives Protein),
  • Granulozyten-Elastase,
  • Procalcitonin,
  • Interleukin-6,
  • Nachweis von Bakterien im Blut (sogenannte positive Blutkultur).

Weiters kann mithilfe des mikrobiologischen Untersuchungsverfahrens der „Blutkultur“ der Versuch unternommen werden, krankheitserregende Mikroorganismen (v.a. Bakterien und Pilze) im Blut nachzuweisen.

Eine Sepsis kann zu einer Schädigung der Organe (Herz, Nieren, Lunge, Leber, Gehirn etc.), einem Multiorganversagen und schließlich zum Tod führen. Die Behandlung einer Sepsis ist eine schwierige medizinische Herausforderung und bedarf in der Regel einer intensivmedizinischen Betreuung (Intensivstation).

Weitere Informationen zu Sepsis.

Synonyme: Elastase (ELAS), PMN-Elastase
LOINC: 33864-0

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
µg/l (Mikrogramm pro Liter) 12–42* µg/l 12–42* µg/l 12–42* µg/l 12–42* µg/l
*Für Neugeborene und Säuglinge gelten andere Normalwerte        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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