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Interleukin-6 (IL6)

Interleukin-6 ist ein Entzündungsmarker, der von weißen Blutkörperchen direkt am Ort des entzündlichen Geschehens freigesetzt wird. Interleukin-6 kann im Blut gemessen werden und wird vor allem in der Neugeborenendiagnostik zur frühzeitigen Erfassung von Infektionen verwendet.

Warum wird Interleukin-6 im Blut bestimmt?

Interleukin-6 (IL6) ist ein Stoff aus der Gruppe der sogenannten „Zytokine“. Zytokine sind vielfältige chemische Substanzen, die von unterschiedlichen Typen weißer Blutkörperchen (Leukozyten) produziert werden und als Signalstoffe dienen. Auf der einen Seite können durch Zytokine bestimmte Abwehrzellen aktiviert, zum Wachstum angeregt bzw. angelockt werden. Auf der anderen Seite haben Zytokine vielfältige Effekte auf

  • Entzündungsprozesse,
  • die Vermehrung von Bakterien und Viren,
  • die Entstehung und das Wachstum bösartiger Tumore.

Im Rahmen von Entzündungsprozessen werden am Ort der Entzündung stets eine Menge Zytokine gebildet, die über das Blut zur Leber transportiert werden. Die Leber wiederum wird durch diese Zytokine zur Produktion sogenannter „Akute-Phase-Proteine“ (allen voran C-reaktives Protein – CRP) angeregt, die auch einen wichtigen Einfluss auf den Entzündungsverlauf haben.

Im Blut können einerseits die Akute-Phase-Proteine zum Nachweis eines Entzündungsgeschehens im Körper gemessen werden. Da diese Stoffe von der Leber gebildet werden, gelten sie als indirekte Entzündungsmarker.

Neben diesen Stoffen können aber auch bestimmte Zytokine im Blut gemessen werden. Da Zytokine direkt von den Entzündungszellen produziert werden, gelten sie daher als direkte Entzündungsmarker.

Eines der wichtigsten Zytokine, das im Blut als direkter Entzündungsmarker gemessen werden kann, ist IL6. Die Messung von IL6 wird insbesondere in der Neugeborenendiagnostik zur frühzeitigen Feststellung von Infektionen verwendet, da indirekte Entzündungsmarker für diese Fragestellungen weniger zuverlässig sind.

Was bedeuten erhöhte Interleukin-6-Werte im Blut?

Erhöhte Interleukin-6-Werte im Blut deuten auf das Vorliegen einer schweren, den gesamten Organismus betreffenden Entzündungsreaktion (z.B. Sepsis) hin. Die Höhe der Messwerte im Blut korreliert dabei mit der Schwere der Entzündung.

Sepsis („Blutvergiftung“)

Bei einer Sepsis handelt es sich um eine lebensbedrohliche, systemische (d.h. den gesamten Körper betreffende) Entzündungsreaktion.

Die häufigste Ursache einer Sepsis ist eine Infektion, hervorgerufen durch z.B.

  • Bakterien im Blut (Bakteriämie),
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis),
  • ausgedehnte Verbrennungen der Haut oder
  • schwere Verletzungen.

Eine Sepsis kann mit den folgenden Symptomen (Beschwerden) einhergehen:

  • hohes Fieber, Schüttelfrost,
  • rascher Herzschlag (Tachykardie),
  • hohe Atemfrequenz (Tachypnoe),
  • hohe Leukozytenzahlen im Blut etc.

Zudem können eine Reihe von Entzündungsstoffen im Blut nachgewiesen werden:

  • hohe Leukozytenzahlen (Leukozytose),
  • CRP (C-reaktives Protein),
  • Granulozyten-Elastase,
  • Procalcitonin,
  • Interleukin-6,
  • Nachweis von Bakterien im Blut (sogenannte positive Blutkultur).

Weiters kann mithilfe des mikrobiologischen Untersuchungsverfahrens der „Blutkultur“ der Versuch unternommen werden, krankheitserregende Mikroorganismen (v.a. Bakterien und Pilze) im Blut nachzuweisen.

Eine Sepsis kann zu einer Schädigung der Organe (Herz, Nieren, Lunge, Leber, Gehirn etc.), einem Multiorganversagen und schließlich zum Tod führen.

Die Behandlung einer Sepsis ist eine schwierige medizinische Herausforderung und bedarf in der Regel einer intensivmedizinischen Betreuung (Intensivstation).

Weitere Infos zu Sepsis.

LOINC: 26881-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
ng/l (Nanogramm pro Liter) <15 ng/l <15 ng/l <15 ng/l <15 ng/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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