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Haemophilus-influenzae-Antikörper

Die Bestimmung von Haemophilus-influenzae-B-Antikörpern (Typ IgG) im Blut ist ein Laborverfahren zur diagnostischen Abklärung dieser bakteriellen Infektionskrankheit. Bei Haemophilus influenzae handelt es sich um eine Bakterienart, die bei Kleinkindern und Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege Infektionen (v.a. Entzündungen des Nasen-Rachen-Raumes sowie Pneumonien) hervorrufen kann.

Warum werden Haemophilus-influenzae-B-Antikörper (Typ IgG) im Blut bestimmt?

Die Bestimmung von Haemophilus-influenzae-B-Antikörpern (Typ IgG) im Blut ist ein Laborverfahren zur diagnostischen Abklärung dieser bakteriellen Infektionskrankheit.

Bei Haemophilus influenzae handelt es sich um eine Bakterienart, die bei Kleinkindern und Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege Infektionen (v.a. Entzündungen des Nasen-Rachen-Raumes sowie Pneumonien) hervorrufen kann.

Zur Diagnose einer Infektion mit Haemophilus influenzae gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Bestimmung von Haemophilus-influenzae-B-Antikörpern (Typ IgG) im Blut,
  • Haemophilus-influenzae-Bakterienkultur aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien sowie
  • Nachweis von Haemophilus-influenzae-Erbgut (DNA) mittels des Laborverfahrens der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien.

Beim Nachweis von Antikörpern gegen Haemophilus influenzae im Blut handelt es sich um ein indirektes mikrobiologisches Nachweisverfahren, da nicht der Erkrankungserreger selbst, sondern vielmehr die immunologische Reaktion des Körpers auf den Krankheitserreger (sprich: Haemophilus influenzae) nachgewiesen wird.

Demzufolge werden im medizinischen Labor Haemophilus-influenzae-Antikörper im Blut (sogenannte Serologie bzw. serologische Diagnostik) sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten gemessen. Generell handelt es sich bei Antikörpern um spezielle, vom Körper gebildete Eiweißstoffe. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist.

Zur Bestimmung der Antikörper im Blut existieren unterschiedliche Laborverfahren. Die am häufigsten eingesetzte Methode zur Detektion von Haemophilus-influenzae-B-Antikörpern ist das ELISA-Verfahren (Enzyme-linked Immunosorbent Assay).

Im Hinblick auf die Ergebnisse der Haemophilus-influenzae-B-Antikörper-Bestimmung gibt es im medizinischen Labor qualitative, semiquantitative sowie quantitative Möglichkeiten:

  • Qualitative Ergebnisse werden als positive bzw. negative Laborbefunde ausgegeben.
  • Semiquantitative Ergebnisse werden in Form von sogenannten Titerstufen angegeben.
    • Unter Titerstufen versteht man eine Verdünnungsreihe des Blutes. Dazu wird die Blutflüssigkeit (Serum) nach einem fixen Schema verdünnt (1:80, 1:160, 1:320, 1:640 etc.) und anschließend erfolgt die Messung der Antikörper gegen die Haemophilus influenzae. Jene letzte Verdünnungsstufe, bei der ein positiver Nachweis noch möglich ist, entspricht dann der Konzentration der Antikörper gegen die Haemophilus influenzae im Blut.
  • ELISA-Ergebnisse werden oft einer quantitativen Laboreinheit (z.B. Mikrogramm pro Milliliter, µg/ml) auf dem Laborbefund ausgewiesen, wobei der Referenzwert von der eingesetzten Labormethode abhängig ist.

Was bedeutet ein positiver Haemophilus-influenzae-B-Antikörper-Nachweis im Blut?

Für die Interpretation der Ergebnisse der Haemophilus-influenzae-Serologie müssen Höhe sowie Verlauf der Antikörperwerte im Blut beurteilt werden.

Für eine akute Haemophilus-influenzae-Infektion sprechen

  • hohe Ausgangswerte der Haemophilus-influenzae-Antikörper im Blut bzw.
  • ein Anstieg der Antikörperwerte um zumindest das Zweifache des Ausgangswertes innerhalb von zwei Wochen.

Generell schließt ein negatives Ergebnis der Haemophilus-influenzae-Serologie eine entsprechende Infektion aber nicht mit Sicherheit aus. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden, grundsätzlichen Untersuchungen bei der Abklärung suspekter Beschwerden berücksichtigt werden:

  • Anamnese (exakte Erhebung der Krankengeschichte),
  • erkrankungstypische Symptome sowie
  • Expositionsstatus.

Haemophilus-influenzae-Infektion

Haemophilus-Bakterien sind eine weit verbreitete Bakterienart, wobei die meisten Haemophilus-Bakterien für den Menschen ungefährlich sind und zur normalen Flora des Atmungstraktes gehören (z.B. Haemophilus parainfluenzae, haemolyticus, parahaemolyticus, segni, aphrophilus).

Für den Menschen relevante Infektionen können die folgenden Haemophilus-Bakterien verursachen:

  • Haemophilus influenzae (v.a. Atemwegsinfekte),
  • Haemophilus ducreyi (Erreger des sogenannten Ulcus molle – eine tropische Geschlechtskrankheit) sowie
  • Haemophilus aegypticus (Bindehautentzündungen).

Bei Haemophilus influenzae handelt es sich um ein in der Gramfärbung negatives Stäbchenbakterium. Von den insgesamt sechs bekannten Serotypen dieser Bakterienart führen v.a. Infektionen mit dem Typ „B“ zu für den Menschen relevanten Erkrankungen.

Die Übertragung von Haemophilus influenzae erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion. Die Infektionen betreffen zumeist Kleinkinder bzw. Erwachsene mit chronischen Lungenerkrankungen, wobei es nach einer Inkubationszeit von bis zu fünf Tagen zu den folgenden Beschwerden kommen kann:

  • Entzündungen von Nasen- und Rachenraum (sogenannte Nasopharyngitis),
  • Entzündungen der Epiglottis (Epiglottitis) sowie
  • bei schweren Verlaufsformen Lungen- (Pneumonie) und Gehirnhautentzündungen (Meningitis).

Für die Diagnostik einer Haemophilus-influenzae-Infektion können die folgenden Laboruntersuchungen durchgeführt werden:

  • Bestimmung von Haemophilus-influenzae-B-Antikörpern (Typ IgG) im Blut,
  • Haemophilus-influenzae-Bakterienkultur aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien sowie
  • Nachweis von Haemophilus-influenzae-Erbgut (DNA) mittels des Laborverfahrens der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien.

Die Therapie einer Haemophilus-influenzae-Infektion erfolgt durch Gabe bestimmter Antibiotika über zumindest zwei Wochen:

  • Cefotaxim bei Kleinkindern bzw.
  • Chinolone bei Erwachsenen.

Für die Prophylaxe einer Haemophilus-influenzae-Infektion steht die Möglichkeit der aktiven Immunisierung mit einem Haemophilus-influenzae-Typ-B-Impfstoff ab dem dritten Lebensmonat zur Verfügung.

Synonyme: Haemophilus-influenzae-B-Antikörper IgG (HEIBG)
LOINC: 11257-3/Haem influ B IgG Ser EIA-mCnc

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
Mikrogramm pro Milliliter (µg/mL)<1 µg/mL<1 µg/mL<1 µg/mL<1 µg/mL


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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