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T-NK-Zellen

T-NK-Zellen sind eine kleine Untergruppe der Lymphozyten und können im Rahmen der Leukozytentypisierung (Immunstatus) quantitativ im Blut gemessen werden.

Warum werden T-NK-Zellen im Blut bestimmt?

Large Granular Lymphozyt (LGL) © Dr. Gerhard Weigl

T-NK-Zellen sind eine spezielle Untergruppe der T-Lymphozyten, wobei diese wiederum eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) bilden. Im Rahmen der Leukozytentypisierung (Immunstatus) können die T-NK-Zellen quantitativ im Blut gemessen werden.

Die T-NK-Zellen umfassen normalerweise bloß 0,2 Prozent der T-Lymphozyten im Blut. Die Besonderheit dieser Zellen ist, dass sie die Antigene (das sind besondere Eiweißstrukturen) CD3, CD16 und CD56 auf ihrer Zelloberfläche tragen.

Ihre Funktion erfüllen die T-NK-Zellen im Rahmen des Immunsystems, indem sie bei entzündlichen Prozessen eine Reihe von hormonähnlichen Stoffen bilden:

  • Zytokine – das sind vielfältige chemische Substanzen, die als Signalstoffe dienen (z.B. Interleukine, Interferone),
  • Chemokine – das sind Stoffe, die andere weiße Blutkörperchen zum Ort des entzündlichen Geschehens locken.

Daher spielen die T-NK-Zellen bei folgenden krankhaften Prozessen eine wichtige Rolle:

  • Abwehr von Infektionen mit Viren, Pilzen und bestimmten Bakterien (z.B. Tuberkulosebakterien),
  • Abwehr von Tumorzellen etc.

Zur Erfassung der T-NK-Zellen, anderer Lymphozytensubgruppen (T-Zellen, B-Zellen etc.) sowie einer Reihe weiterer Immunzellen dient das Laborverfahren der Durchflusszytometrie (FACS – Fluorescence Activated Cell Sorting). Mit dieser Methode können all diese Zellen des Immunsystems im Blut gemessen und quantifiziert werden.

Was bedeuten erhöhte bzw. erniedrigte T-NK-Zellwerte im Blut?

Eine Erhöhung der T-NK-Zellen im Blut kann bei folgenden Erkrankungen vorkommen:

  • LGL-Neoplasien (NK-Zell-Leukämie, T-LGL-Leukämie),
  • bestimmten Viruserkrankungen (v.a. HIV-Infektion und AIDS),
  • einer Vielzahl von reaktiven Veränderungen.

Erniedrigte T-NK-Zell-Werte haben keine Bedeutung, da es sich bei diesen Zellen im Normalfall ohnehin bloß um eine sehr kleine Untergruppe der T-Lymphozyten (<0,2%) handelt.

T-Zell-Lymphome/LGL-Neoplasien

Ein Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Irgendwo im Körper (z.B. im Bereich der Lymphknoten) kommt es dabei zu einer ungehemmten Vermehrung von ein und demselben Typ einer Lymphozyten-Gruppe. Im medizinischen Fachjargon spricht man von einem klonalen Wachstum (d.h., ein bestimmter Zellklon vermehrt sich).

Die Erkrankung kann dabei auf das lymphatische Gewebe beschränkt bleiben (aleukämischer Verlauf). Es kann aber auch dazu kommen, dass die sich vermehrenden Lymphozyten ins Blut übertreten – in diesem Fall spricht man von einer lymphatischen Leukämie (leukämischer Verlauf).

Lymphome können in zwei Gruppen eingeteilt werden:

  • Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin) und
  • Non-Hodgkin-Lymphom (NHL).

Bei Non-Hodgkin-Lymphomen gibt es wiederum zwei große Gruppen:

  • B-Zell-NHL (bösartiges Wachstum eines B-Zell-Klons) und
  • T-Zell-NHL (bösartiges Wachstum eines T-Zell-Klons).

Generell sind T-Zell-Lymphome viel seltener als B-Zell-Lymphome, wobei sie sich oft im Bereich der Haut manifestieren.

LGL-Neoplasien

Eine besondere Lymphom- bzw. Leukämieform sind die sogenannten LGL-Neoplasien. Im Blut können sich hier bösartige LGL-Zellen finden – das sind große Lymphozyten, bei denen sich Granula im Zytoplasma finden (engl.Large Granular Lymphocytes“ – LGL).

Bei diesen Zellen kann es sich auf der einen Seite um entartete NK-Zellen handeln. In diesem Fall finden sich u.a. die Antigene CD16 und CD56 auf der Zelloberfläche, nicht aber das T-Zell-Antigen CD3. Auf der anderen Seite kann es sich bei diesen malignen Zellen aber auch um bösartige „NK-like“ (d.h. NK-artige) T-Zellen handeln, wobei sich in diesem Fall auch das CD3-Antigen auf der Zelloberfläche findet.

Entsprechend der Zusammensetzung der Antigene auf der Zelloberfläche dieser Lymphomzellen spricht man von einer

  • NK-Zell-Leukämie (CD3 negativ) bzw.
  • T-LGL-Leukämie (CD3 positiv).

Für die Diagnose dieser Erkrankungen spielt die Leukozytentypisierung aus Blut sowie anderen Körperflüssigkeiten bzw. Punktaten eine große Rolle. Mit diesem Laborverfahren kann die Klonalität der bösartigen LGL-Zellen nachgewiesen werden. Auf der anderen Seite sind aber oft auch Gewebeuntersuchungen (sogenannte histologische Untersuchungen) sowie genetische Untersuchungen für die exakte Diagnosestellung erforderlich.

Die Behandlung hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Sie umfasst bei Lymphomen generell:

  • symptomatische Maßnahmen (d.h. die Behandlung der Beschwerden),
  • Strahlentherapie u.a.
Synonyme: NK-like T-Zellen (CD56.16+CD3+) [Lymphozyten] relativ/absolut (NKLRY/NKLAB), T-NK-Lymphozyten
LOINC: 42189-1Y, 42188-3

Referenzwert

Für die T-NK-Zellen werden üblicherweise keine Referenzwerte angegeben, weil es sich bei diesen Zellen im Normalfall nur um eine kleine Untergruppe der T-Lymphozyten (<0,2%) handelt. Bei reaktiven Veränderungen (z.B. Virusinfekten) können diese Zellen aber vermehrt im Blut vorkommen.
Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre

Prozent (%) der Lymphozyten

Zellen/µl (Zellen pro Mikroliter)

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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