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Allergenspezifische IgG-Antikörper (IGGQ)

Allergenspezifische Antikörper vom Typ Immunglobulin-G (IgG) sind für die Vermittlung allergischer Reaktionen vom zytotoxischen sowie Immunkomplextyp verantwortlich und spielen deshalb in der erweiterten Allergiediagnostik eine wichtige Rolle.

Warum werden allergenspezifische IgG-Antikörper im Blut bestimmt?

Allergenspezifische Antikörper vom Typ Immunglobulin-G (IgG) sind für die Vermittlung allergischer Reaktionen vom zytotoxischen sowie Immunkomplextyp verantwortlich und spielen deshalb in der erweiterten Allergiediagnostik eine wichtige Rolle.

Generell handelt es sich bei Antikörpern um spezielle Eiweißstoffe, die im Blut sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten zu finden sind. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist – sprich, was nicht direkt zum Körper dazugehört wie

  • Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Parasiten etc.),
  • Viren,
  • Tumorzellen und Fremdgewebe,
  • Blütenpollen, Tiergifte sowie
  • viele andere natürliche und künstliche Stoffe und Substanzen.

Gebildet werden Antikörper von ganz bestimmten weißen Blutkörperchen – einer Untergruppe der Lymphozyten (B-Lymphozyten), die

  • Plasmazellen genannt werden.

Gemeinsam mit einer Reihe spezieller Abwehrzellen (Fress-, Killerzellen etc.) sowie anderer komplexer Abwehrsysteme (z.B. dem Komplementsystem) bilden die Antikörper das

  • Immunsystem des Körpers.

Die Bildung allergenspezifischer Antikörper vom Typ IgG ist für das Auftreten bestimmter Erkrankungen verantwortlich. Eine typische Erkrankung dieses Formenkreises ist die

  • exogen-allergische Alveolitis – eine schwere Lungenerkrankung.

Dabei handelt es sich um Erkrankungen, die aufgrund einer langfristigen Exposition gegenüber bestimmten Antigenen auftreten. Häufig sind das Berufserkrankungen wie:

  • die „Farmerlunge“ – entsteht durch schimmliges Heu,
  • die „Vogelhalterlunge“ – entsteht durch Vogelexkremente und Federnstaub,
  • die „Obstbauernlunge“ – entsteht durch Obststaub u.v.m.

Durch die Bildung allergenspezifischer IgG-Antikörper kann es zu einer allergischen Reaktion vom Typ 3 (Immunkomplextyp) in den Lungenbläschen (Alveolen) kommen. Es entsteht zunächst eine akute Entzündung, die mit der Zeit chronisch werden und schließlich in einer Lungenfibrose enden kann.

Im medizinischen Labor erfolgte die Bestimmung allergenspezifischer IgG-Antikörper früher mit dem sogenannten Ouchterlony-Test (radialer Immundiffusionstest). Heute ist dieser Test durch sogenannte Enzymimmunverfahren (Enzym-Allergo-Sorbent-Test – EAST) abgelöst worden.

Wie wird das Ergebnis der Bestimmung allergenspezifischer IgG-Antikörper im Blut interpretiert?

Das Bestimmungsergebnis allergenspezifischer IgG-Antikörper im Blut wird qualitativ interpretiert:

  • negatives/positives Ergebnis

Ein positiver Nachweis allergenspezifischer IgG-Antikörper im Blut ist bei Vorliegen entsprechender Beschwerden (z.B. einer exogen-allergischen Alveolitis) zur Definition der Erkrankungsursache geeignet. Solche Antikörper sind bei bis zu 90 Prozent der Erkrankten im Blut nachweisbar.

Allergie

Unter Allergie versteht man eine Überempfindlichkeit („Hypersensitivität“) des Körpers gegenüber bestimmten Stoffen („Allergene“).

Diese Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers kann durch verschiedene Mechanismen vermittelt werden:

  • durch Antikörper v.a. vom Typ IgE oder IgG;
  • durch Immunzellen – das sind spezielle weiße Blutkörperchen, die als T-Lymphozyten bezeichnet werden.

Einteilung der Allergien

Für die Einteilung allergischer Erkrankungen gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Einteilung nach dem auslösenden Stoff: z.B. Insektengift-, Gräserpollen-, Kuhmilchallergie etc.
  • Einteilung nach dem Reaktionsmuster des Körpers (vier Typen):
    • Typ 1 (Soforttyp): vermittelt durch allergenspezifische IgE-Antikörper
    • Typ 2 (zytotoxischer Typ): vermittelt durch IgG- oder IgM-Antikörper
      • z.B. Hämolyse nach Fehltransfusion einer Blutkonserve
    • Typ 3 (Immunkomplextyp): vermittelt durch allergenspezifische IgG-Antikörper
      • z.B. bestimmte allergische Lungenerkrankungen (z.B. „exogen-allergische Alveolitis“)
    • Typ 4 (verzögerter Typ): vermittelt durch besondere Entzündungszellen (T-Lymphozyten) sowie deren Produkte (Zytokine)
      • z.B. Kontaktekzeme, granulomatöse Erkrankungen (z.B. Tuberkulose)

Bestimmte Allergien können sogar lebensgefährlich sein. Dabei handelt es sich um Reaktionen vom Typ 1 (Soforttyp). So kann z.B. ein Bienenstich bei einer entsprechend allergischen Person zu einem sogenannten

  • anaphylaktischen Schock führen.

Aus diesem Grund ist die genaue Diagnose einer allergischen Erkrankung bzw. Gefährdung enorm wichtig.

Die Ursachen der Allergien sind weitgehend unbekannt. Allerdings existiert eine familiäre Häufung und damit vermutlich eine entsprechend erblich bedingte Anfälligkeit.

Diagnose der Allergien

Zur Abklärung einer Allergie ist ein entsprechendes Prozedere wichtig:

  • Anamnese: Befragung der Patientin/des Patienten nach allergischen Beschwerden und wann diese auftreten.
  • Hauttestungen: dabei wird die Hautreaktion auf bestimmte Allergene untersucht.
  • Labortests:
    • Bestimmung von Gesamt-IgE im Blut,
    • Bestimmung allergenspezifischer IgE-Antikörper im Blut,
    • Bestimmung allergenspezifischer IgG-Antikörper im Blut.

Behandlung von Allergien

Zur Behandlung einer Allergie gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Symptomatische Therapie mit bestimmten Medikamenten:
  • Prävention bzw. kausale Therapie:
    • Vermeidung des Allergens (keine Haustiere, Zimmerpflanzen, Kuhmilch, Meeresfrüchte oder Erdnüsse etc.);
    • Spezifische Immuntherapie: sogenannte „Hyposensibilisierung“.
Weitere Informationen finden Sie unter Allergien
Synonyme: Ouchterlony
LOINC: Für jeden allergenspezifischen IgG-Typ existiert ein gesonderter LOINC-Code (dzt. 34 Allergene).

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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