Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Symbolfoto K.O.-Tropfen © Gerhard Seybert

Liquid Ecstasy: Akutfall & Abhängigkeit

GHB/GBL wird nicht immer bewusst eingenommen. Die Substanzen können schnell betäubend wirken. Sie werden unter anderem in Form von sogenannten K.o.-Tropfen benutzt, teils unbemerkt in Getränke oder Essen gemischt, um Menschen bewusstlos bzw. „willenlos“ zu machen. Die Betroffenen können sich an die letzten Stunden nach dem Konsum nicht erinnern. Sowohl bei bewusster als auch bei unbewusster Einnahme kann es zu einer Überdosierung kommen, die zu einem lebensbedrohlichen Zustand führt . . . 

Akute Vergiftung

Sicherheitshalber sollten in Lokalen keine (offenen) Getränke von Unbekannten angenommen, Drinks nicht unbeaufsichtigt stehen gelassen werden. Bei Verdacht auf einen Substanzkonsum sollte rasch reagiert werden. Auch im Zweifelsfall lieber Hilfe holen, z.B. Freunde ansprechen und gemeinsam das Lokal verlassen. Den Notruf wählen (144) bzw. die Polizei (133) verständigen.

Bei Trinken/Verschlucken kann es u.a. zu Atemnot, Bewusstlosigkeit und Koma kommen. Besonders in Kombination mit anderen Substanzen wie Alkohol, Heroin etc. ist mit einem erhöhten Nebenwirkungsrisiko (starker Vergiftungswirkung) zu rechnen. Jedenfalls: Sofort den Notruf 144 wählen und den Anweisungen der Leitstelle bis zum Eintreffen des Rettungsteams Folge leisten!

Weitere Informationen zur Notfallsituation finden Sie unter Vergiftungen: Drogen & Alkohol.

Weitere Informationen zu K.o.-Tropfen finden Sie unter

Abhängigkeit

Bei chronischer Verwendung kann es zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit kommen, die sich beispielsweise durch Entzugssymptome (z.B. Unruhe, Schlafstörungen, Zittern etc.) äußert. Entzugserscheinungen setzen relativ rasch ein und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Auch eine intensivmedizinische Behandlung (bzw. ein Entzug unter intensivmedizinischen Bedingungen) kann notwendig werden. Die üblichen medikamentösen Behandlungen wirken u.U. bei GHB/GBL-Konsumentinnen/-konsumenten nicht ausreichend. Die Entwöhnung von GHB/GBL findet meist stationär (in spezialisierten Kliniken) statt, die Nachbetreuung kann ambulant erfolgen. Eine Psychotherapie oder psychiatrische Behandlung (z.B. bei Begleiterkrankungen) ist oftmals erforderlich – beispielsweise um Hilfestellung beim Überdenken von Verhaltensweisen zu geben. Eine spezifische auf GHB/GBL ausgerichtete Therapie gibt es nicht.

Wohin kann ich mich wenden?

Erster Ansprechpartner ist oftmals eine ambulante Suchtberatungsstelle oder eine entsprechende Ambulanz (Krankenhaus) sowie im Notfall die Notärztin/der Notarzt. Außerdem kann die Hausärztin/der Hausarzt gegebenenfalls Überweisungen in die Wege leiten.

Eine Therapie kann in einer spezialisierten ambulanten Stelle oder stationären Einrichtung stattfinden. In den Diagnose- und Therapieprozess involviert sind oft Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen sowie Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten. Bei schweren Verläufen kann eine intensivmedizinische Behandlung unumgänglich werden.

Suchtberatungsstellen sowie diverse ambulante und stationäre Einrichtungen finden Sie unter Beratung, Downloads & Tools.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die ärztliche Untersuchung zur Abklärung des Substanzkonsums bzw. einer Abhängigkeit werden im Normalfall von den Sozialversicherungsträgern übernommen.
Ansprechpartner sind oft ambulante Einrichtungen, die Verträge mit den Krankenversicherungsträgern abgeschlossen haben, sowie in medizinischen Notfällen die Notaufnahme eines Krankenhauses. Für diese Konsultationen, werden im Regelfall die Kosten zur Gänze übernommen.

Die interdisziplinäre Behandlung der Folgen des Substanzkonsums bzw. der Abhängigkeit (inklusive Psychotherapie) findet auch in spezialisierten ambulanten und stationären Einrichtungen statt, die Verträge mit den Krankenversicherungsträgern abgeschlossen haben. Für diese Behandlungsfälle werden im Regelfall die Kosten zur Gänze übernommen. Bei bestimmten Leistungen (z.B. Psychotherapie bei niedergelassenen Psychotherapeutinnen/ Psychotherapeuten) kann u.a. ein Antrag auf Kostenzuschuss durch die Krankenversicherung gestellt werden. Weitere Informationen dazu sowie zur Kostenübernahme finden Sie unter Leistungen & Kosten.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte zudem bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse