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Verzweifeltes Mädchen © Petair

Ecstasykonsum: Folgen

Die Folgen eines Ecstasy-Konsums sind nicht immer absehbar. Die illegal vertriebene Ware, ihr Inhalt und die Konzentration sind oft nicht bekannt – mögliche Auswirkungen daher nicht vorhersehbar. Je nach Zusammensetzung, Dosis und Einnahmesituation treten Schäden auf bzw. kann im schlimmsten Fall eine lebensgefährliche Situation eintreten. Neben Euphorie sowie dem Gefühl eines friedlichen Zustandes kann die Stimmungslage negativ beeinflusst werden. Es kommt z.B. zu depressiver Stimmung oder Ängsten . . .

Akute Wirkung & Komplikationen

Körperlich bewirkt Ecstasy akut einen Anstieg von Blutdruck, Beschleunigung des Pulses sowie Erweiterung der Pupillen. Auch unwillkürliches Zähneknirschen, Verspannung der Kiefermuskulatur, Mundtrockenheit, Tremor (Zittern), Schwindel, Schwitzen, Müdigkeit, Durst u.v.m. treten auf. Durch MDMA kann es außerdem zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Zudem sind Nervosität, Angst und Depression akute Zeichen. Klingt die Wirkung von Ecstasy ab, treten mitunter sogenannte „Nacheffekte“ über einige Tage auf („Katersymptome“ wie beispielsweise Erschöpfung, Kopfschmerzen und traurige Verstimmung).

Flashbacks sowie Echophänomene können bei Ecstasy-Konsum vorkommen. Komplikationen ergeben sich nicht nur durch die Verwendung von Ecstasy, sondern auch aufgrund des Konsums anderer Drogen (oft in Kombination mit Ecstasy).

Akute Komplikationen sind relativ selten, können jedoch schwerwiegend sein. Es kann zu einem Anstieg der Körpertemperatur bereits im Ruhezustand kommen. Diese Hyperthermie führt unter Umständen zu einer lebensbedrohlichen Situation, die beispielsweise durch hohes Fieber, Rhabdomyolyse und Störungen der Blutgerinnung gekennzeichnet ist. Aber auch Hirnblutungen, Krampfanfälle, Störungen des Bewusstseins sowie Störungen der Organe wie Nierenversagen etc. kommen vor.

Durch starkes Schwitzen (etwa durch stundenlanges Tanzen), Mineralstoffverlust und mangelnde Flüssigkeitsaufnahme bzw. dem Trinken von mineralstoffarmen Getränken (alkoholische Getränke, Limonaden etc.) kann es zu einer Hyponatriämie kommen – sowie zu gravierenden Folgen (wie Krämpfen, Koma bis hin zu einem tödlichen Ausgang). Dies ist jedoch in Zusammenhang mit Ecstasy selten.

Hinweis Bei Personen mit akuten Komplikationen und lebensbedrohlichen Zuständen wie Bewusstlosigkeit etc. muss umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen – am besten Notruf 144 oder 112 wählen und Erste-Hilfe-Maßnahmen setzen.

Weitere Informationen finden Sie unter Vergiftungen: Drogen & Alkohol.

Langfristige Wirkungen & Beeinträchtigungen

Ein neurotoxisches (nervenschädigendes) Potenzial aufgrund des Ecstasy-Konsums wird angenommen. Inwieweit und in welchem Ausmaß es zu Schädigungen des Nervensystems (sowie psychischer und vegetativer Funktionen wie Schlaf, Schmerzempfinden, Gedächtnis etc.) kommt und ob diese reversibel sind, ist noch nicht vollständig geklärt. MDMA steht im Verdacht, an Schäden verschiedenster Zellen im Gehirn beteiligt zu sein. Bei Personen, die Ecstasy konsumieren, kann es zu Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung bzw. der kognitiven Leistungen kommen. Angenommen wird zudem ein Zusammenhang mit Begleiterkrankungen wie depressiven Störungen und Angststörungen. Da bei Ecstasy neben den Stoffen der Ecstasy-Gruppe auch weitere – nicht bekannte – Stoffe enthalten sein können, sind die Folgen nicht abschätzbar.

Ecstasy & Abhängigkeit

Das Abhängigkeitspotenzial von MDMA ist noch nicht restlos geklärt. Man nimmt an, dass sich eine Abhängigkeit im Vergleich zu Opiaten, Kokain etc. langsamer entwickelt – und ein körperliches Abhängigkeitspotenzial eher gering ausgeprägt ist. Bei längerer Einnahme kann die gewünschte Wirkung ausbleiben. Eine Toleranzentwicklung ist möglich. Auch Symptome wie Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung oder der Wunsch nach der Droge, die auch als psychische Entzugserscheinungen auftreten, können vorkommen. Ob es sich dabei um Entzugserscheinungen handelt, ist allerdings noch Gegenstand der Forschung.

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