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Mann mit Flasche ©Voyagerix

Abhängigkeiten und ihre Folgen

Jeder missbräuchliche Konsum bestimmter Substanzen kann abhängig machen, v.a. solcher, die das Erleben und Verhalten von gesunden Menschen stark beeinflussen. Eine Abhängigkeit kann schwerwiegende Folge haben. Neben den stoffgebundenen Abhängigkeiten (z.B. Alkohol, Medikamente etc.) gibt es auch solche, die nicht an Stoffe gebunden sind. Diese werden als nichtstoffgebundene Abhängigkeiten oder auch „Süchte“ bezeichnet. Die Entwicklung zur Sucht dauert unterschiedlich lange. In der Pubertät kommt es oftmals zum „Probieren“. Ob sich daraus eine Abhängigkeit entwickelt, hängt allerdings von vielen verschiedenen Faktoren ab . . .

Körperliche, psychische & soziale Abhängigkeit

Das Spektrum an Substanzen, die zu einer Abhängigkeit führen können, reicht von legalen Substanzen (wie Alkohol, Nikotin etc.) bis zu illegalen (wie Kokain, Ecstasy etc.). Eine Abhängigkeit äußert sich durch verschiedene Anzeichen.

  • Psychisch & sozial: Psychisch zeigt sich die Abhängigkeit etwa durch ein starkes Verlangen nach der Substanz. Ein starker Wunsch bzw. ständiges Verlangen nach der „Droge“ oder dem Bedürfnis eine spezielle Handlung auszuführen, prägt den Alltag. Das Leben wird danach ausgerichtet und andere Bedürfnisse werden hintangestellt. Außerdem kann eine „soziale Abhängigkeit“ entstehen, die ihren Ausdruck z.B. durch Dabeisein, Ausgrenzung, etwa durch Trinkrituale oder Status in der „Szene“ bei illegalen Drogen, findet.
  • Körperlich: Bei manchen psychoaktiven Substanzen können Entzugserscheinungen auftreten, wenn diese nicht mehr oder in geringerem Ausmaß konsumiert werden. Dies äußert sich beispielsweise durch Symptome wie Schwitzen, Unruhe, Übelkeit, Zittern etc. Zudem spielen die Toleranz, die Gewöhnung an die Substanz und eine dadurch verringerte Empfindlichkeit und Reaktion auf ebendiese eine Rolle – d.h. immer höhere Mengen sind nötig, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Hinweis Auch wenn keine Abhängigkeit vorliegt, kann der Konsum eines Suchtmittels Körper und/oder Psyche schädigen, z.B. durch Organschädigungen, auch des Gehirns, oder Verletzungen durch Unfälle etc.

Was ist ein Abhängigkeitssyndrom?

Bezeichnend für eine Entwicklung zur „Sucht“ ist der unbemerkte Übergang vom kontrollierten zum unkontrollierten Konsum. Ein Abhängigkeitssyndrom von einer Substanz liegt vor, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien innerhalb des letzten Jahres aufgetreten sind:

  • Starker Wunsch oder Zwang, die psychoaktive Substanz zu konsumieren (Craving),
  • Kontrollverlust (verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf Beginn, Beendigung oder Ausmaß des Konsums),
  • Körperliche und/oder psychische Entzugserscheinungen, wenn die Substanz nicht mehr oder weniger konsumiert wird (nicht bei allen Substanzen),
  • Toleranzsteigerung (Gewöhnung an die Substanz und Steigerung der Toleranz),
  • Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Substanzkonsums,
  • Anhaltender Konsum trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher körperlicher, psychischer oder sozialer Folgen.

Die Diagnose der Abhängigkeit stellt eine Ärztin/ein Arzt. In den allermeisten Fällen wird diese Entwicklung zur Abhängigkeit von den Betroffenen nicht entsprechend wahrgenommen bzw. steht der Wunsch nach Verdrängung des Problems im Vordergrund. Auch Angehörige und Freunde bemerken oftmals die Entwicklung – zumindest vorerst – nicht.

Suchtgifte, Drogen & Verhaltenssüchte

Neben den stoffgebundenen Abhängigkeiten (z.B. Alkohol, Medikamente, Nikotin, Kokain, Opiate etc.) gibt es auch solche, die nicht an Stoffe gebunden sind. Diese werden als nichtstoffgebundene Abhängigkeiten oder auch „Süchte“ bezeichnet. Zu ihnen zählen etwa Verhaltenssüchte wie Spielsucht oder Medienabhängigkeit (Medien- bzw. Internetsucht).

Weitere Informationen finden Sie unter 

Folgen der Abhängigkeitserkrankungen

Die Folgen von Abhängigkeitserkrankungen sind unterschiedlich. Unter anderem je nach Suchterkrankung betreffen sie Körper, Psyche und soziales Leben in unterschiedlichem Ausmaß. Meist wirkt sich die Abhängigkeit auf alle Lebensbereiche der Betroffenen aus – und betrifft auch das Umfeld (z.B. die Familie). Weitere Informationen dazu finden Sie unter der jeweiligen Suchterkrankung.

Weitere Informationen zum Thema Sucht finden Sie zudem auf der Website des Gesundheitsministeriums sowie unter Services.

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