Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Vorsorgetermin im Kalender vermerkt © Sven Weber

Brustkrebs: Früherkennung

In der Früherkennung von Brustkrebs spielt die Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust) eine maßgebliche Rolle. Besonders wenn Brustkrebs in einem Frühstadium erkannt wird, sind die Heilungschancen dank moderner medizinischer Behandlungen meist gut.
Eine wichtige Rolle in der Früherkennung spielt das Brustkrebsrisiko. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann anhand verschiedener Faktoren – wie der familiären Vorbelastung, des Alters, der Brustdichte oder der Lebensgewohnheiten – feststellen, ob ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht, und eventuell weitere Untersuchungen verordnen.

Untersuchungen zur Früherkennung können allerdings die Entstehung von Krebs nicht verhindern. Hier setzt gezielte Gesundheitsvorsorge an. Sie kann helfen, das Brustkrebsrisiko zu senken. Als wissenschaftlich gesichert gilt, dass regelmäßige Bewegung das Brustkrebsrisiko senkt, Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum hingegen das Risiko erhöhen. Spezielle Angebote der Gesundheitsvorsorge, die von der Sozialversicherung und den Gesundheitseinrichtungen der Länder organisiert werden, zielen daher auf Veränderungen von ungesunden Lebensgewohnheiten ab.

Mammografie

Die Mammografie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust. Mithilfe des Bruströntgens können auch kleine, nicht tastbare Frühstadien von Karzinomen (bösartige Tumore) entdeckt werden. Üblicherweise werden zwei bis drei Röntgenaufnahmen von jeder Brust durchgeführt. Ein negativer Befund bedeutet, dass keine Veränderungen festgestellt werden konnten. Bei einem positiven Befund wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weitere Untersuchungen für eine genaue Diagnose durchführen lassen. Nähere Informationen zum Ablauf der Untersuchung finden Sie unter Mammografie

Die Strahlenbelastung kann durch den Einsatz neuer digitaler Geräte und durch gute technische Qualitätssicherung minimiert werden. Die mittlere Strahlendosis einer modernen Mammografie liegt im Bereich einer Niedrigdosis und beträgt etwa 0,2 bis 0,3 mSv (Millisievert). Diese Mammografiegeräte halten die Strahlenbelastung so gering, dass sie in etwa mit einem einwöchigen Aufenthalt im Gebirge vergleichbar ist. Allerdings gilt: Die Empfindlichkeit des Brustgewebes auf die Strahlung ist bei Frauen unter 30 Jahren am größten.

Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

Um den Nutzen zu sichern und die Risiken zu minimieren, wurden Mammografie-Screening-Programme (Reihenuntersuchungen) mit hohen Qualitätsstandards (z.B. nach EU-Leitlinien) entwickelt. Darin sind Qualitätskriterien wie die doppelte Befundung der Mammografien durch unterschiedliche Ärztinnen/Ärzte, eine Mindestfallzahl von Mammografiebefunden der behandelnden Ärztinnen/Ärzte, die technische Prüfung der eingesetzten Geräte, spezielle Schulungen des medizinischen Personals und die transparente Dokumentation zur begleitenden Qualitätsprüfung verankert. In qualitätsgesicherten Mammografie-Screening-Programmen werden gezielt Frauen aus bestimmten Altersgruppen zu einer Untersuchung eingeladen.

Gemäß den Empfehlungen der EU-Gesundheitsminister wurde auch in Österreich ein flächendeckendes, bevölkerungsweites Früherkennungsprogramm für Brustkrebs umgesetzt. Seit 2014 werden im zweijährigen Abstand Frauen zwischen 45 und 69 Jahren direkt angeschrieben. Auf ihren eigenen Wunsch hin können sich Frauen aber auch ab dem 40. Lebensjahr bzw. nach dem 69. Lebensjahr regelmäßig einladen lassen.

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm basiert auf angemessenen Qualitätssicherungskriterien, die unter Beteiligung aller Akteure – vom Bund über die Länder bis hin zu Sozialversicherung und Ärzteschaft – und unter Berücksichtigung der Europäischen Leitlinien zur Brustkrebs-Früherkennung erstellt wurden. Das neue Programm bringt mehr Qualität bei den Mammografieuntersuchungen und ein bundesweites Einladungssystem. Es ersetzt alle bisherigen Angebote zur Früherkennungs-Mammografie. Nähere Informationen finden Sie unter Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.

Hinweis Mithilfe der ersten und der folgenden Mammografien kann Ihre Ärztin/Ihr Arzt bei späteren Untersuchungen erkennen, wie sich das Brustgewebe im Laufe der Zeit verändert. Heben Sie daher alle Mammografiebilder gut auf, um sie der Ärztin/dem Arzt bei Bedarf zeigen zu können.

Mammografie-Screenings: Nutzen versus Risiko 

Die Mammografie ist die einzige Methode der Brustkrebs-Früherkennung, deren Nutzen in organisierten Programmen (Screenings) wissenschaftlich nachgewiesen ist. Studien zeigen, dass sich vor allem bei der Altersgruppe der 50- bis 69-jährigen Frauen die Sterblichkeit durch Mammografie-Reihenuntersuchungen senken lässt. Wie hoch dieser Effekt ausfällt, gilt jedoch als noch nicht abschließend gesichert. Bei Frauen in der Altersgruppe von 40 bis 49 Jahren ist der nachweisbare Nutzen des Bruströntgens geringer, und bei Frauen unter 40 Jahren konnte bisher kein Nutzen nachgewiesen werden. 

Brustkrebs-Früherkennung birgt, wie jedes Früherkennungsprogramm, neben dem Nutzen auch Risiken für die Gesundheit. Sie ergeben sich daraus, dass Mammografiebefunde nicht zu hundert Prozent verlässlich sind und die Abklärung eines Krebsverdachts eventuell operative Eingriffe erfordert.

Im Februar 2010 haben sich laut Informationen der deutschen Kooperationsgemeinschaft Mammografie Befürworter wie Kritiker des Screening-Programms in Deutschland auf statistische Kennzahlen über die Vor- und Nachteile geeinigt.

Kernaussagen sind:

  • Eine von 200 Frauen, die zwanzig Jahre lang jedes zweite Jahr am Mammografie-Screening teilnehmen, wird vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt.
  • Ebenfalls eine von 200 Frauen wird unnötig zu einer Brustkrebspatientin, weil ihr Krebs ohne Früherkennung nicht auffällig geworden wäre. Allerdings kann zum Zeitpunkt der Diagnose niemand absehen, wie sich der Tumor weiterentwickelt und ob er eine Bedrohung für die Frau darstellt.
  • Bei zehn von 200 Frauen, die zwanzig Jahre lang regelmäßig am Mammografie-Programm teilnehmen, wird eine Gewebeprobe entnommen, die sich dann als unauffällig herausstellt.

Bei zirka acht von zehn durch das Bruströntgen entdeckten Veränderungen stellte sich der positive Befund nach genaueren Untersuchungen als „falscher Alarm“ heraus. Diese Fälle werden als falsch-positive Mammografiebefunde bezeichnet. Es besteht das Risiko, dass nach falsch-positiven Mammografiebefunden unnötige Behandlungen vorgenommen werden. Sehr selten kommt es allerdings auch vor, dass eine Frau trotz unauffälligem Mammografiebefund Brustkrebs hat.

Auf der offiziellen Programmwebsite des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms stehen unterschiedliche Informationsmaterialien für eine informierte Entscheidung zur Verfügung: www.frueh-erkennen.at.

Früherkennung für Brustkrebs-Hochrisikopatientinnen

Eine familiäre Vorbelastung – Brust- oder Eierstockkrebsfälle in der nahen Verwandtschaft – sind ein Risikofaktor für die Entstehung einer dieser Krebsformen. Die Ursache kann in einem genetischen Defekt liegen. Bestimmte Gene, die sogenannten Tumor-Suppressor-Gene BRCA 1 und 2, behindern die Entstehung von Brustkrebs. Jeder Mensch trägt diese Gene in sich. Wenn sich diese Gene jedoch verändern, können sie ihre Aufgabe nicht mehr voll und ganz erfüllen, und das Risiko für die Entstehung von Brust- oder Eierstockkrebs steigt. Rund fünf Prozent aller Brustkrebsfälle gehen auf diese genetischen Defekte zurück. 

Frauen mit einem erhöhten familiären Belastungsrisiko können ihr Risiko durch genetische Untersuchungen abklären lassen. Stellt sich bei einer Untersuchung tatsächlich ein Gendefekt heraus, steht den Betroffenen ein spezielles Betreuungs- und Behandlungsprogramm zur Verfügung. Es umfasst unter anderem eine eingehende persönliche Beratung in eigenen Zentren, die von der Sozialversicherung in ganz Österreich eingerichtet wurden, sowie eine engmaschige Früherkennungsuntersuchung. Weitere Informationen finden Sie unter: www.brustgenberatung.at.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse