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Mandeloperation

Wenn sich die Gaumenmandeln immer wieder entzünden, kann das für die Betroffenen sehr belastend sein. Unter Umständen kann dann eine Mandeloperation infrage kommen. Wenn die Gaumenmandeln vollständig entfernt werden, sprechen Fachleute von einer Tonsillektomie. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Üblicherweise bleibt man ein paar Tage im Krankenhaus.
Wenn die Gaumenmandeln verkleinert, aber nicht vollständig enfernt werden, sprechen Fachleute von einer Tonsillotomie.

Wann kommt eine Mandelentfernung infrage?

Ob eine Mandelentfernung infrage kommt, hängt in erster Linie davon ab, wie oft eine Mandelentzündung auftritt. Als Richtwerte gelten laut Fachliteratur mindestens

  • 7 Mandelentzündungen in den letzten 12 Monaten oder
  • 5 Mandelentzündungen pro Jahr in den letzten 24 Monaten oder
  • 3 Mandelentzündungen pro Jahr in den letzten 36 Monaten.

Es ist wichtig, dass eine Ärztin oder ein Arzt feststellt, ob es sich tatsächlich um wiederkehrende Mandelentzündungen handelt, oder ob die gesamte Rachenschleimhaut entzündet ist. Denn auch wenn die Gaumenmandeln entfernt werden, können noch Halsschmerzen auftreten. Der Eingriff hilft vor allem dann gut, wenn hauptsächlich die Mandeln selbst von den Entzündungen betroffen sind, und nicht die umliegende Rachenschleimhaut.

Zudem spielt unter anderem eine Rolle, 

Was sind mögliche Nutzen und Risiken einer Mandelentfernung?

Eine Mandelentfernung kann dazu beitragen, dass Halsentzündungen seltener auftreten. Der Nutzen hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind und ob die Entzündungen eher von den Mandeln ausgehen oder vom umliegenden Rachengewebe.

Der Eingriff ist aber auch mit Belastungen und Risiken verbunden: So kommt es in den Tagen nach der Operation häufig zu Wundschmerzen und Schluckbeschwerden. Zudem lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen, wie gut der Eingriff dauerhaft gegen Halsentzündungen hilft.

 

Hinweis

Ob eine Mandelentfernung infrage kommt, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Manchmal kann es sinnvoll sein, zuzuwarten und zu beobachten. Vor allem bei Kindern treten Mandelentzündungen im Laufe der Zeit oft auch von alleine seltener oder gar nicht mehr auf. Die Ärztin oder der Arzt berät individuell und informiert über mögliche Nutzen und Risiken.

Nachblutungen

Nach einer Mandelentfernung kommt es bei rund fünf von 100 Betroffenen zu Nachblutungen, die mitunter gefährlich sein können. Sie entstehen meist einen Tag oder rund eine Woche nach der Operation, wenn sich die Wundbeläge, die sich an der Operationsstelle gebildet haben, ablösen und dadurch Blutgefäße verletzt werden. Mögliche Warnzeichen einer Nachblutung sind z.B. Blut im Speichel, Blutspucken, Bluthusten oder Bluterbrechen. Bei Kleinkindern kann auch ein sehr häufiges Schlucken auffallen.

Hinweis

Nachblutungen können durch starken Blutverlust oder durch Verlegung der Atemwege lebensgefährlich sein. Es ist eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich. Rufen Sie bei den ersten Anzeichen einer Nachblutung den Notruf 144!

Es ist wichtig, vor allem Kinder in den Tagen bzw. Wochen nach dem Eingriff nicht unbeobachtet zu lassen, auch nicht für kurze Zeit.

Vorsichtsmaßnahmen nach einer Mandelentfernung

Bestimmte Verhaltensweisen können dazu beitragen, Beschwerden nach einer Mandelentfernung zu lindern und das Risiko für Nachblutungen zu reduzieren. Dazu zählen z.B.

  • etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Essen ein schmerzstillendes Medikament einnehmen, um das Schlucken zu erleichtern. Wichtig: Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure darf nach der Operation nicht eingenommen werden, da er die Blutungsneigung erhöht! Die Ärztin oder der Arzt informiert, welche Wirkstoffe geeignet sind.
  • kalte Umschläge am Hals, diese können ebenfalls schmerzlindernd wirken
  • auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, vor allem in den ersten 72 Stunden nach dem Eingriff. Dies ist wichtig, um einer Austrocknung vorzubeugen, zudem lindert das Feuchthalten die Schmerzen.
  • körperliche Schonung einhalten
  • etwa zwei Wochen lang auf Sport verzichten
  • Aktivitäten vermeiden, die zu einem Blutdruckanstieg im Kopf führen können, z.B. heiße Duschen und Bäder, Haarewaschen, schwere Lasten tragen etc.
  • Lebensmittel und Getränke vermeiden, die zu einem Ablösen der Wundbeläge führen oder die Wundflächen reizen können. Dazu zählen z.B. heiße Speisen und Getränke, hartes Brot, Chips, Kekse, Zitrusfrüchte, scharfe Lebensmittel, kohlensäurehaltige Getränke, Koffein, Alkohol etc.
  • weiche und leicht zu schluckende Lebensmittel bevorzugen, z.B. breiige Nahrung
  • nicht gurgeln
  • nicht rauchen

Verkleinerung der Mandeln (Tonsillotomie)

Bei manchen Kindern und Jugendlichen mit wiederkehrenden Mandelentzündungen sind die Mandeln deutlich vergrößert. In solchen Fällen kann die Ärztin oder Arzt unter Umständen eine sogenannte Tonsillotomie vorschlagen. Dabei werden die Gaumenmandeln verkleinert, aber nicht vollständig entfernt.

Die Schmerzen und das Risiko für Nachblutungen sind nach einer Mandelverkleinerung geringer als nach einer Mandelentfernung. Die Wunden heilen schneller ab und die Betroffenen können meist früher wieder zum normalen Alltag zurückkehren. Allerdings können sich in dem verbliebenen Mandelgewebe erneute Entzündungen bilden. Für einen kleinen Teil der Betroffenen ist dies so belastend, dass ein erneuter Eingriff infrage kommt, bei dem die Mandeln schließlich vollständig entfernt werden. 

Die Ärztin oder der Arzt berät individuell, ob der Eingriff infrage kommt und informiert über mögliche Vorteile und Nachteile.

Wohin kann ich mich wenden?

Für eine Beratung bezüglich einer Mandeloperation wenden Sie sich an eine Fachärztin oder einen Facharzt für HNO-Heilkunde.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

  • AMBOSS (2026): Akute bakterielle Tonsillopharyngitis. Online abgerufen im Februar 2026 unter next.amboss.com
  • AWMF online: Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.: S3-Leitlinie (Langfassung) Therapie der Tonsillo-Pharyngitis. AWMF-Register-Nr. 017/024. Version: 4.0 vom 15.01.2024. Online abgerufen im Februar 2026 unter register.awmf.org
  • AWMF online: Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., (DGHNO-KHC; Prof.Dr.med.J.Windfuhr): Patienteninformation zur S3-Leitlinie zur Therapie von Mandelentzündungen (Tonsillo-Pharyngitis). Online abgerufen im Februar 2026 unter register.awmf.org
  • EbM-Guidelines: Piitulainen J. (2024): Halsschmerzen und Tonsillitis. Online angerufen im Februar 2026 unter www.ebm-guidelines.com (Registrierung erforderlich)
  • Edwards M.S. (2025): Tonsillectomy and adenoidectomy in children: Overview of indications and contraindications. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Elmore J.G., Deschler D.G. (2025): Tonsillectomy in adults: Indications. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Gibber M. (2025): Tonsillectomy in adults: Techniques and perioperative issues. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich) 
  • Glover J.R. et al (2025): Tonsillectomy. DynaMed. Ipswich, MA: EBSCO Information Services. Online abgerufen im März 2026 unter www.dynamed.com (Registrierung erforderlich)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (Hg.)(2022): Mandelentzündung. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.gesundheitsinformation.de
  • Pschyrembel Online (2024): Tonsillotomie. Online abgerufen im März 2026 unter  www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)

Letzte Aktualisierung: 24. März 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Prim. Clin. Assoc.Prof. Priv.Doz. Dr. Markus Brunner, MBA, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

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