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Candida © Sebastian Kaulitzki

Hautpilz: Was ist das?

Hautpilzerkrankungen (Dermatomykosen) gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten der Haut, der Haare und Nägel. Die Erreger bevorzugen warme und feuchte Lebensräume und können verschiedenste Körperregionen befallen. Füße, Hände, Nägel, aber auch der Intimbereich sind besonders häufig betroffen . . .

Unterschieden werden im Wesentlichen drei große Gruppen von Hautpilzen:

  • Fadenpilze (Dermatophyten),
  • Sprosspilze (Hefen) und
  • Schimmelpilze.

Vor allem die ersten beiden Gruppen spielen als Verursacher von Haut- und Schleimhauterkrankungen eine große Rolle.

Übertragung

Die Übertragung der Pilze erfolgt entweder direkt von Mensch zu Mensch oder von Tieren zu Menschen oder indirekt durch pilzbefallene Gegenstände wie z.B. Badematten, Kleidungsstücke, Schuhe etc. Häufige Ansteckungsquellen sind beispielsweise Schwimmbäder und Sportanlagen, Saunen, Sonnenstudios, öffentliche Toiletten, Hotels, Schulen oder auch Fußpflegeeinrichtungen, die nicht sterilisierte Geräte verwenden. Luftundurchlässige Bekleidung oder Schuhe, die Schweiß nicht abtrocknen lassen, begünstigen eine Hautpilzerkrankung.

Weiters können individuelle Risikofaktoren das Erkrankungsrisiko erhöhen. Dazu zählen unter anderem familiäre Disposition, Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder Übergewicht (vermehrte Schweißbildung in Hautfalten). Hautpilz kann bei bereits Betroffenen auch von einer Körperstelle auf andere Regionen übertragen werden.

Vorbeugung

Die Häufigkeit von Pilzinfektionen wird unter anderem durch hygienische Verhältnisse bestimmt. Insbesondere in Schwimmbädern, Sportanlagen und Hotels mit Teppichboden sollten Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, z.B.: unbedingt Schuhe bzw. Badeschuhe tragen, keine fremden Schuhe benutzen, gefährdete Hautfalten gut trocknen und eventuell pilzbekämpfende Mittel prophylaktisch benutzen. Mit an Hautpilz erkrankten Personen sollten direkter Körperkontakt und die gemeinsame Benutzung von Handtüchern, Haarbürsten etc. vermieden werden.

Symptome

Die Infektion beginnt meist an warmfeuchten Stellen des Körpers. Diese Bereiche finden sich v.a. zwischen Zehen und Fingern, in der Leistenbeuge, der Analfalte, der Achselhöhle, unterhalb der weiblichen Brust, aber auch im Intimbereich. Erstes Anzeichen ist zumeist starker Juckreiz. Die betroffenen Hautstellen werden rot und gereizt, verfärben sich weißlich und werden schwammig. Schließlich bilden sich Schuppen, Wundflächen, schmierig-übelriechende Beläge bilden oder eitrige Entzündungen, eventuell auch Bläschen und Hautrisse auftreten.

Diagnose

Der Verdacht auf eine Pilzerkrankungen wird  anhand der typischen Hautveränderungen und Symptome gestellt. Immer muss eine Probe der befallenen Haut bzw. der Haare entnommen und im Labor untersucht werden, um den Pilz nachzuweisen und die Pilzart zu identifizieren. In manchen Fällen wird eine sogenannte Wood-Lampe, die UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge aussendet, zur Diagnose herangezogen. Bei gewissen Dermatophyten kommt es dabei im abgedunkelten Raum zu einer gelbgrünen Fluoreszenz. In Einzelfällen sind auch eine Gewebeentnahme (Biopsie) mit nachfolgender histologischer Untersuchung oder weiterführende Diagnoseverfahren nützlich.

Behandlung

Hautpilzerkrankungen heilen in der Regel nicht von selbst ab, sondern müssen mittels sogenannter Antimykotika behandelt werden. Diese verhindern bzw. hemmen das Wachstum des Hautpilzes oder töten diesen ab. Meist sind bereits nach wenigen Tagen erste Ergebnisse erkennbar. Trotzdem ist je nach Art des Haut-/Nagelpilzes und Schweregrades eine Behandlungsdauer von mindestens acht Wochen bis zu einem Jahr erforderlich. Dies ist notwendig, damit der Hautpilz nicht nur oberflächlich, sondern auch aus den tiefer liegenden Hautschichten erfasst und abgetötet werden kann.

Neben der medikamentösen Behandlung (lokal und gegebenenfalls systemisch) mit verschiedenen antimykotisch wirkenden Substanzen ist vor allem das Vermeiden der Ursachen wichtig. Insbesondere sollte die Haut an den betroffenen Stellen trocken gehalten werden. Weiters ist an Orten mit erhöhter Infektionsgefahr wie etwa Schwimmbädern etc. auf gute Hygiene sowie beispielsweise das Tragen von Schuhen zu achten.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Verdacht auf eine Pilzerkrankung sollte möglichst bald eine Hautärztin/ein Hautarzt aufgesucht werden. Eventuell ist eine Überweisung in ein Pilzambulatorien zur exakten Diagnosestellung notwendig. Je früher eine Pilzerkrankung diagnostiziert und behandelt wird, umso schneller und besser erfolgt die Heilung. Hingegen kann Zuwarten oder Selbstbehandlung zu einer Verschlimmerung führen. Ärztinnen und Ärzte in Ihrer Nähe finden Sie unter Arztsuche.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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