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Hautpilz © darkhriss

Pilzerkrankungen: Körper & Gesicht

Die Tinea corporis ist eine entzündliche Dermatophytose der Körperhaut (ausgenommen Kopf-, Augenbrauen- und Wimpernbereich) einschließlich des Gesichts. Ursache können fast alle Dermatophyten sein, insbesondere Trichophyton rubrum, Trichophyton mentagrophytes, Mycrosporum canis und Epidermophython floccosum . . .

Übertragung

Die Übertragung ist je nach Erreger auf verschiedenen Wegen möglich:

  • vom Tier (v.a. Katzen und kleine Nagetiere, eventuell auch Rinder) auf den Menschen, gelegentlich unter Zwischenschaltung von verkeimten Gegenständen;
  • von Mensch zu Mensch, entweder durch den direkten Hautkontakt innerhalb der Familie oder im Rahmen von sportlicher Betätigung mit intensivem Körper- oder Gerätekontakt.

Vorbeugung

Die Häufigkeit von Pilzinfektionen wird durch hygienische Verhältnisse und auch von einer gewissen erblichen Veranlagung bestimmt. Insbesondere in Schwimmbädern, Sportanlagen und Hotels mit Teppichboden sollten Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, z.B.:

  • unbedingt Schuhe bzw. Badeschuhe tragen,
  • keine fremden Schuhe benutzen,
  • gefährdete Hautfalten gut trocknen
  • eventuell pilzbekämpfende Mittel prophylaktisch benutzen.

Generell sollten mit an Hautpilz erkrankten Personen sollten direkter Körperkontakt und das gemeinsame Benutzen von Handtüchern, Haarbürsten etc. vermieden werden.

Symptome

Auf der Haut entwickeln sich scheibenförmige, scharf begrenzte gerötete Herde. Häufig weisen sie einen stark entzündlichen Randsaum sowie eine feinlamelläre Schuppung auf. Typischerweise heilen die Herde im Zentrum ab und breiten sich gleichzeitig nach außen aus. Bei Männern kann es im Gesichts- und Bartbereich zur Entzündung der Haarfollikel kommen. Auf Druck entleert sich Eiter.

Nach einer Dermatophyteninfektion der behaarten Haut entwickelt sich zunächst eine Entzündung der Haarfollikel (Follikulitis). Die Ausbreitung der Infektion erfolgt ausschließlich in der Hornschicht unter Befall weiterer Haarfollikel. Zu sehen ist eine entzündlich gerötete, gering schuppende Scheibe, die sich nach außen ausdehnt. Mit Fortschreiten der Infektion können mehrere solcher Herde zusammenfließen und großflächige, landkartenähnliche Figuren bilden.

  • Bei der oberflächlichen Form (Tinea corporis superficialis) bleibt der Prozess auf die oberen Abschnitte des Haarfollikels beschränkt und verursacht nur geringe entzündliche Reaktionen. Die Ränder sind leicht erhaben und weisen ein schwach bläuliches Erythem auf.
  • Bei der mit heftigen Entzündungen einhergehenden tiefen Form (Tinea corporis/faciei profunda) dringen die Pilze hauptsächlich in die hornbildenden Zonen des Haarschaftes ein und durchsetzen ihn von innen her. Um den Haarfollikel entwickelt sich ein Infiltrat, das einschmilzt und als schmerzhafter, nässender Knoten in Erscheinung tritt. Die regionären Lymphknoten schwellen an, Allgemeinsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit usw. können auftreten. Diese Form entwickelt sich v.a. in der Bart- und Halsregion bei Männern, an den Unterarmen sowie am  behaarten Kopf bei Kindern.

Diagnose

Hautpilz wird anhand der typischen Hautveränderungen und Symptome diagnostiziert. Meist wird eine Probe der befallenen Haut entnommen und im Labor untersucht, um den Pilz zu identifizieren. In manchen Fällen wird eine sogenannte Wood-Lampe, die UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge aussendet, zur Diagnose eingesetzt. In Einzelfällen sind auch eine Gewebeentnahme (Biopsie) mit nachfolgender histologischer Untersuchung oder weiterführende Diagnoseverfahren nützlich.

Therapie

In leichten Fällen mit wenigen Herden ist die Behandlung mit einem lokalen Breitbandantimykotikum über einen Zeitraum von vier Wochen ausreichend. Eine größere Anzahl von Läsionen macht die Kombination mit Präparaten zum Einehmen (Terbinafin, Fluconazol oder Itraconazol) für ein bis drei Monate erforderlich. Die Therapie darf erst bei mikrobiologisch gesicherter Ausheilung beendet werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Verdacht auf eine Hautpilzerkrankung sollte möglichst bald eine Hautärztin/ein Hautarzt aufgesucht werden. Eventuell ist eine Überweisung der Patientin/des Patienten oder Übersendung von Abstrichen in ein Pilzambulatorium zur exakten Diagnosestellung notwendig. Je früher eine Pilzerkrankung diagnostiziert und therapiert wird, umso schneller und besser erfolgt die Heilung. Hingegen kann Zuwarten oder Selbstbehandlung zu einer Verschlimmerung der Pilzerkrankung führen. Ärztinnen und Ärzte in Ihrer Nähe finden Sie unter Arztsuche.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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