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Ärztin untersucht Gesichtshaut eines Mädchens © JPC-PROD

Akne: Diagnose

Die möglichst frühzeitige Diagnose und eine gezielte Behandlung können dazu beitragen, den weiteren Krankheitsverlauf von Akne und die Lebensqualität zu verbessern. Außerdem können dadurch oft schwere Verlaufsformen mit Narbenbildung und Komplikationen verhindert werden. Die Diagnose der Akne beruht in erster Linie auf einer gründlichen körperlichen Untersuchung. Bei Bedarf wird diese durch weiterführende Untersuchungen (mikrobielle Diagnostik und Hormondiagnostik) ergänzt . . .

Körperliche Untersuchung

Zur Diagnose einer Akne untersucht die Ärztin/der Arzt die betroffenen Hautstellen und ihre Umgebung, manchmal auch die gesamte Haut. Die typischen Pickel und Mitesser (Komedonen), Papeln und Pusteln sowie fettige Haut lassen schnell auf Akne schließen – vor allem bei Jugendlichen in der Pubertät.

Bestimmung des Schweregrades

Neben der Diagnose selbst ist auch die Bestimmung des Schweregrades der Akne wichtig. Dabei wird festgestellt, welche Formen von Hautveränderungen vorherrschen und in welcher Körperregion sie in welcher Häufigkeit auftreten. Diese Dokumentation ist auch wichtig, um den Verlauf bzw. die Wirksamkeit einer Behandlung beurteilen zu können. Unterschieden werden drei Schweregrade:

  • leicht: Acne comedonica. Mitesser bestimmen das Krankheitsbild. Betroffen ist vor allem das Gesicht. Bei massiver Acne comedonica kann auch ein mittelschwerer bis schwerer Aknegrad erreicht werden.
  • mittelschwer: Acne papulopustulosa. Entzündliche Hautveränderungen wie Papeln und Pusteln herrschen vor. Bei tief reichenden Entzündungen können harte, oft sehr schmerzhafte Knoten unter geröteter Haut hinzukommen. Betroffen ist zumeist das Gesicht, manchmal auch der Hals, seltener Brust, Rücken und Oberarme.
  • schwer: Acne conclobata. Die Betroffenen leiden zusätzlich an vielen entzündlichen Knoten. Diese können eitrig einschmelzen und sich in Zysten umwandeln. Auch Fisteln  können sich entwickeln.

Mikrobielle Diagnostik

Routinemäßige mikrobielle Hautabstriche bei jeder Patientin und jedem Patienten mit Akne sind nicht erforderlich. Eine mikrobiologische Diagnostik wird im Einzelfall empfohlen:

  • vor der Therapie, um infektiöse akneförmige Hautveränderungen ausschließen zu können.
  • wenn sich die Akne während oder relativ kurz nach einer Behandlung verschlechtert.
  • wenn die Patientin/der Patient unzureichend oder gar nicht auf eine antibiotische Therapie anspricht und somit der Verdacht auf eine Superinfektion mit Antibiotika-resistenten Erregern (z.B. Probionibacterium acnes) vorliegt.

Hormondiagnostik

Die meisten Betroffenen weisen normale Hormonspiegel im Blutserum auf. Allerdings sprechen Talgdrüsenzellen in Akneregionen stärker auf Androgene (männliche Hormone) an als Talgdrüsenzellen in anderen Körperarealen. Androgene bewirken eine Vergrößerung der Talgdrüsen und eine erhöhte Talgausscheidung. Der Beginn der Akne fällt daher häufig mit der Adrenarche (Steigerung der Androgenproduktion in der Nebennierenrinde vor der Pubertät) zusammen. Der Schweregrad der Akne steigt im Allgemeinen proportional zur produzierten Talgmenge.

Bei Mädchen und Frauen sind vor Beginn einer Therapie serologische Hormonuntersuchungen dann notwendig, wenn Akne akut auftritt oder sich plötzlich verschlechtert. Dies gilt speziell, wenn folgende Symptome gleichzeitig auftreten:

  • Zeichen einer „Vermännlichung“ (Virilisierung) wie Klitorishypertrophie und Änderung der sekundären Geschlechtsmerkmale (Stimmlage, Behaarungsmuster) und/oder Zyklusauffälligkeiten (z.B. irregulärer Zyklus).
  • SAHA-Syndrom (bestehend aus Seborrhoe, Alopezie, Hirsutismus, Akne).

Weiters sollen Hormonuntersuchungen durchgeführt werden bei:

  • Kindern, die nach der Geburt länger als 16 bis 24 Wochen Akne zeigen und/oder Akne im Alter von drei bis sieben Jahren entwickeln.
  • Frauen mit sogenannter Spätakne (Acne tarda). Diese tritt im höheren Alter auf (nach dem 20. Lebensjahr, oft auch erst um 40 und in den Wechseljahren).
  • erwachsenen Frauen mit Akne trotz klassischer Therapie.

Sonderformen der Akne

Von der Acne vulgaris können folgende Sonderformen der Akne abgegrenzt werden:

  • Acne cosmetica: Auslösung durch Mitesser-fördernde (komedogene) Kosmetik.
  • Acne excoriée des jeunes filles: psychogen überlagerte Akneform durch zwanghaftes Kratzen.
  • Acne medicamentosa: Auslösung z.B. durch Psychopharmaka, Vitamin B, Kortison.
  • Acne venenata: Auslösung durch komedogene (= Mitesser-fördernde) Substanzen, z.B. Teer, Öle.
  • Acne mechanica: Auslösung durch Reibung.
  • Body-Building-Akne: durch Anabolika.
  • Acne inversa: durch starken Nikotinkonsum und gehäuft bei Adipositas.

Ausschluss alternativer Diagnosen

Akneförmige Hautveränderungen können in jedem Lebensalter auftreten. Dies geschieht meist relativ plötzlich. Es muss sich aber nicht immer um eine tatsächliche Akne handeln. Daher ist es wichtig, alternative Diagnosen auszuschließen. Mögliche Auslöser von akneförmigen Hautveränderungen können sein:

  • Infektionen mit Bakterien (v.a. Staphylococcus aureus, gramnegative Bakterien), Milben (v.a. Demodex folliculorum), Pilzen (v.a. Malassezia furfur).
  • Medikamente: Glukokortikoide, androgene/anabole Steroide, Psychopharmaka, Neuroleptika, Azathioprin, Halogene, Methylendioxyamphetamine (Ecstasy), Isoniazid, D-Penicillamin, Thiourazil, Antibiotika, Vitamine B2, B6, B12, verschiedene Krebstherapeutika (EGF-Rezeptoragonisten).

Wohin kann ich mich wenden?

Viele Versuche, Akne alleine zu bekämpfen, führen zu einer Verschlimmerung der Hauterkrankung: z.B. unsachgemäßes Ausdrücken der Pickel und Mitesser oder zu intensive Reinigung bzw. Desinfektion der Haut. Obwohl die Krankheit in den meisten Fällen im Erwachsenenalter von selbst abheilt, ist es ratsam, bei Akne immer ärztliche Hilfe (z.B. durch eine Hautärztin/einen Hautarzt) in Anspruch zu nehmen.

Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt. Abhängig von den Symptomen kann eine Überweisung an eine Fachärztin/einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten notwendig sein. Diese sind befähigt, eine differenzierte Diagnostik und Therapie durchzuführen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für diagnostische Maßnahmen werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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