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Senior mit Gehstock © Barabas Attila

Morbus Parkinson: Symptome

Die Parkinson-Krankheit beginnt schleichend, da die Abnahme der Dopaminkonzentration im Gehirn ein über Jahre oder Jahrzehnte verlaufender Prozess ist, der erst mit der Zeit zu merkbaren Beeinträchtigungen führt. So beginnt der Untergang der dopaminergen Gehirnnervenzellen vielfach bereits Jahre bevor erste Frühsymptome der Erkrankung auftreten. Die Beeinträchtigungen werden im Verlauf stärker und daher auch klarer erkennbar . . .

Nicht-motorische Störungen

Neben Beeinträchtigungen der Bewegung (motorische Störungen) treten bei Morbus Parkinson häufig andere Störungen (nicht-motorische Störungen) wie etwa Angst und Depression und vegetative Symptome auf. Dazu zählen z.B. vermehrte Talgproduktion im Gesicht (Seborrhoe), Störungen von Blutdruck (Blutdruckabfall im Stehen), Temperaturregulation, Blasen- und Darmfunktion und sexuellen Funktionen. 

Die auslösenden Ursachen des Morbus Parkinson sind nach wie vor unbekannt, mit Ausnahme der wenigen genetisch bedingten Fälle (weniger als 5%). Die Krankheitszeichen setzen meist schleichend ein, verstärken und vermehren sich im Laufe der Zeit.

Frühsymptome

Verschiedene mehr oder weniger charakteristische Beschwerden können erste Anzeichen bzw. Frühsymptome einer Parkinson-Erkrankung sein. Häufig werden sie zunächst nicht mit einer Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht und daher auch nicht adäquat behandelt. Dazu gehören z.B.

  • allgemeine Leistungsminderung,
  • Lust- und Interesselosigkeit,
  • depressive Verstimmung,
  • rheumaähnliche Muskelschmerzen,
  • Verstopfung,
  • reduziertes und später fehlendes Mitschwingen eines Armes beim Gehen bzw. Laufen,
  • Verlangsamung der Bewegungen,
  • beginnende Steifigkeit in den Gliedmaßen,
  • zunehmende Ängstlichkeit,
  • Abnahme der geistigen Flexibilität,
  • Veränderungen des Schriftbildes,
  • Veränderungen des Gesichtsausdrucks,
  • Kreislaufschwäche,
  • Störungen des Geruchs- und des Geschmacksinnes.

Motorische und nicht-motorische Beschwerden

Die diversen Frühsymptome verstärken sich im Krankheitsverlauf. Es entwickeln sich sogenannte motorische, d.h. die Bewegung betreffende Parkinson-Symptome, und nicht-motorische Symptome, die von Schmerzen, gestörter Blasenfunktion über psychische und kognitive Störungen bis hin zu Demenz reichen können.

Motorische Symptome

  • Akinese (Akinesie), das heißt hochgradige Bewegungsarmut bis Bewegungslosigkeit, ist das zentrale Symptom der Parkinson-Erkrankung. Es kommt zu Beeinträchtigungen willkürlicher Bewegungen von Rumpf, Armen, Beinen und Gesichtsmuskulatur sowie des Sprechens. Bewegungen laufen verlangsamt (Bradykinese) und in vielen Fällen auch unkoordiniert (Dyskinesie) ab. Betroffen sind insbesondere Körperhaltung, Gang, Mimik, Sprache und Feinmotorik.
    • Typisch ist eine gebeugte Körperhaltung, wobei sämtliche großen Gelenke in Beugung gehalten werden.
    • Im Lauf der Zeit kommt es oft zu Gangstörungen, z.B. wird häufig ein Bein nachgezogen, das Gangbild wird kleinschrittiger. Sehr häufig sind Probleme beim Weggehen („Starthemmung“), beim Aufstehen sowie beim raschen Anhalten. Bei Wendebewegungen benötigen Patientinnen/Patienten vermehrt Zwischenschritte. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zu Problemen mit dem Gleichgewicht und erhöhter Sturzneigung.
    • Die Mimik des Gesichtes vermindert sich (Hypomimie), der Gesichtsausdruck wird starrer – dies wird auch als „Maskengesicht“ bezeichnet. Die Mundwinkel stehen still, die Augenlider werden seltener als normal geschlossen. Fälschlicherweise wirken dadurch Parkinson-Patientinnen/-Patienten oft teilnahms- und interesselos.
    • Sprechstörungen: Die Sprache wird im Krankheitsverlauf leiser und monotoner. Oft werden Betroffene gegen Ende eines Satzes immer schneller und lassen dann Wortteile aus oder wiederholen sich.
    • Emotionen können häufig nicht mehr klar ausgedrückt werden.
    • Schluckbeschwerden führen zur Vermehrung des Speichels im Mund und dadurch zu Speichelfluss.
    • Die nachlassende koordinative Beweglichkeit und Geschicklichkeit kann diverse Probleme im Alltag verursachen, beispielsweise beim Schreiben, Handarbeiten, Knöpfe auf- und zumachen, Schuhbänder binden.
    • Das Schriftbild kann sich insgesamt verändern, es wird kleiner („Mikrographie“).

Zusätzlich zur Akinese treten weitere Kardinalsymptome einzeln oder nebeneinander auf:

  • Steifigkeit (Rigor) beim passiven Durchbewegen von Armen und Beinen: Dies vermittelt oft das Gefühl eines wächsernen Widerstandes. Insbesondere im Handgelenk kann ein sogenanntes Zahnradphänomen auftreten. Dabei entsteht der Eindruck, im Gelenk sei ein Zahnrad, über dessen Zähne es hinwegbewegt wird.
  • Zittern in Ruhe (Ruhetremor): Die Finger, die Hand oder der Arm, seltener auch das Bein zittern, während der Körperteil eigentlich in Ruhe ist. Es kann der Tremor auch, meist in geringerer Ausprägung, in Halteposition und bei Bewegungen auftreten. Der Tremor beginnt meist einseitig und weist in der Regel eine Frequenz von vier bis fünf Zitterbewegungen pro Sekunde auf. Bei psychischer Belastung oder Anspannung kann der Tremor deutlicher werden. Bei gezielten Bewegungen der betroffenen Gliedmaßen verschwindet er. Obwohl die Krankheit nach diesem Symptom auch „Schüttellähmung“ genannt wird, entwickeln nur zwei von drei Parkinson-Kranken einen Ruhetremor.
  • Mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung (posturale Instabilität): Dies lässt sich dadurch nachweisen, dass die/der aufrecht stehende Patientin/Patient auf ein Schubsen nach vorne, hinten oder zur Seite unsicher reagiert, und allenfalls durch einen Ausfallschritt das Fallen verhindern kann. Manche schwerer Betroffene werden beim Gehen immer schneller, bis die Beine quasi nicht mehr mitkommen und geraten dadurch zunehmend in Sturzgefahr.

Nicht-motorische Symptome

Bei Parkinson-Kranken können auch verschiedenster nicht-motorischer Beschwerden auftreten. Diese beeinträchtigen die Lebensqualität oft sogar stärker als motorische Symptome.

  • Sensorische Symptome: Empfindungsstörungen (Dysästhesien), Schmerzen, Riechstörungen.
  • Vegetative Symptome: vermehrte Talgproduktion im Gesicht (Seborrhoe), Störungen von Blutdruck (Blutdruckabfall im Stehen), Temperaturregulation, Blasen- und Darmfunktion und sexuellen Funktionen.
  • Psychische Symptome: vor allem , Ängstlichkeit, Frustration, Verwirrtheit, zwangshafte Verhaltensweisen.
  • Schlafstörungen: Lebhafte und unangenehme Träume, verbunden mit Reden und heftigen Bewegungen.
  • Kognitive Symptome: z.B. Störungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung, Antrieb sowie schlussfolgerndem Denken, in fortgeschrittenen Stadien Demenz.

Unterteilung von Parkinson-Syndromen

Die Parkinson-Krankheit (auch Idiopathisches Parkinson-Syndrom genannt) macht rund 75 Prozent aller sogenannten Parkinson-Syndrome aus. Daneben werden noch drei andere Gruppen mit ähnlichem Beschwerdebild unterschieden:

  • Genetische Formen des Parkinson-Syndroms,
  • Parkinson-Syndrome im Rahmen anderer neurodegenerativer Erkrankungen (atypische Parkinson-Syndrome): z.B. Multisystematrophie, progressive supranukleäre Parese,
  • Symptomatische (sekundäre) Parkinson-Syndrome: verursacht durch Medikamente, Hirn-Tumore, Verletzungen, Gifte (z.B. Kohlenmonoxid, Mangan), Entzündungen oder Durchblutungsstörungen des Gehirns oder Stoffwechselerkrankungen (z.B. Hypoparathyreoidismus mit Verkalkungen im Gehirn).

Hinweis Die Unterscheidungen können durch eine sorgfältige Diagnostik getroffen werden. Sie sind deshalb wichtig, weil davon abhängt, welche Therapie im Einzelfall am besten geeignet ist.

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