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Ältere Frau mit Wasserglas © Pixel-Shot
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Morbus Parkinson: Symptome

Die Parkinson-Krankheit beginnt schleichend, da die Abnahme der Dopaminkonzentration im Gehirn ein über Jahre oder Jahrzehnte verlaufender Prozess ist, der erst mit der Zeit zu merkbaren Beeinträchtigungen führt. So beginnt der Untergang der dopaminergen Gehirnnervenzellen vielfach bereits Jahre, bevor erste Frühsymptome der Erkrankung auftreten.

Die Beeinträchtigungen werden im Verlauf stärker und daher auch klarer erkennbar. Die Ursachen des Morbus Parkinson sind nach wie vor unbekannt.

Generell unterscheidet man bei den möglichen Symptomen einer Parkinson-Krankheit sogenannte motorisched.h. die Bewegung betreffende, Symptome, und nicht motorische Symptome, die von z.B. Schmerzen, gestörter Blasenfunktion über psychische und kognitive Störungen bis hin zu  Demenz reichen können. 

Welche Frühsymptome können auftreten?

Verschiedene mehr oder weniger charakteristische Beschwerden können erste Anzeichen bzw. Frühsymptome der Erkrankung sein. Häufig werden sie jedoch zunächst nicht mit einer Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht und daher auch nicht entsprechend behandelt. Zu den Frühsymptomen gehören z.B.:

  • allgemeine Leistungsminderung,
  • Schlafstörungen,
  • Lust- und Interesselosigkeit,
  • depressive Verstimmung, leichte Reizbarkeit,
  • rheumaähnliche Muskelschmerzen in Nacken, Rücken, Armen und Beinen,
  • Verstopfung aufgrund verminderter Darmtätigkeit,
  • reduziertes und später fehlendes Mitschwingen eines Armes beim Gehen bzw. Laufen,
  • Verlangsamung der Bewegungen (z.B. waschen, essen, ankleiden etc. dauert länger als gewohnt),
  • beginnende Steifigkeit in den Gliedmaßen,
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen von einem Stuhl,
  • zunehmende Ängstlichkeit,
  • langsame, leise Sprache,
  • Abnahme der geistigen Flexibilität,
  • Veränderungen des Schriftbildes,
  • Veränderungen des Gesichtsausdrucks,
  • Kreislaufschwäche,
  • Störungen des Geruchs- und des Geschmackssinnes,
  • zunehmend Schwierigkeiten mit sämtlichen Dingen des täglichen Lebens.

Was sind die Hauptsymptome der Parkinson-Krankheit?

Die diversen Frühsymptome verstärken sich im Krankheitsverlauf. Im Laufe der Zeit treten vier vorwiegend motorische Symptome in den Vordergrund, welche die Hauptsymptome (Kardinalsymptome) der Erkrankung darstellen. Diese sind:

  • Bewegungsarmut (Akinese)
  • Muskelsteife (Rigor)
  • Ruhezittern (Tremor)
  • Störung der Haltungsstabilität und Gangsicherheit (posturale Instabilität) 

Bewegungsarmut (Akinese)

Das zentrale Symptom der Parkinson-Krankheit ist die sogenannte Akinese oder Akinesie. Es kommt zu Beeinträchtigungen willkürlicher Bewegungen von Rumpf, Armen, Beinen und Gesichtsmuskulatur sowie des Sprechens. Die Bewegungen laufen verlangsamt ab (Bradykinese). Betroffen sind insbesondere Körperhaltung, Gang, Mimik, Sprache und Feinmotorik, zu Beginn betreffen die Beschwerden nur eine Körperseite.

  • Typisch ist etwa, dass ein Arm oder Bein erst nach einer zeitlichen Verzögerung in Gang gebracht werden kann. Das Problem kann sehr plötzlich auftreten, das heißt, von einem Moment auf den anderen können gewohnte Bewegungsabläufe nicht mehr ausgeführt werden.
  • Im Laufe der Zeit kommt es oft zu Gangstörungen, z.B. wird häufig ein Bein nachgezogen, das Gangbild wird kleinschrittiger. Sehr häufig sind Probleme beim Losgehen („Starthemmung“), beim Aufstehen sowie beim raschen Anhalten. Bei Wendebewegungen benötigen Patientinnen/Patienten vermehrt Zwischenschritte.
  • Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zu Problemen mit dem Gleichgewicht und erhöhter Sturzneigung. Manche schwerer Betroffene werden beim Gehen immer schneller, bis die Beine quasi nicht mehr mitkommen, und geraten dadurch zunehmend in Sturzgefahr.
  • Betroffene haben meist eine gebeugte Körperhaltung, wobei sämtliche große Gelenke in Beugung gehalten werden. Häufig hängt ein Arm schlaff herab und bewegt sich bei Bewegungen nicht mit.
  • Die Mimik des Gesichtes vermindert sich (Hypomimie), der Gesichtsausdruck wird starrer – dies wird auch als „Maskengesicht“ bezeichnet. Die Mundwinkel stehen still, die Augenlider werden seltener als normal geschlossen. Fälschlicherweise wirken Parkinson-Patientinnen/Patienten dadurch oft teilnahms- und interesselos.
  • Sprechstörungen: Die Sprache wird im Krankheitsverlauf leiser und monotoner. Oft werden Betroffene gegen Ende eines Satzes immer schneller und lassen dann Wortteile aus oder wiederholen sich.
  • Emotionen können häufig nicht mehr klar ausgedrückt werden.
  • Schluckbeschwerden führen zur Vermehrung des Speichels im Mund und dadurch zu Speichelfluss.
  • Die nachlassende koordinative Beweglichkeit bzw. Geschicklichkeit kann diverse Probleme im Alltag verursachen, beispielsweise beim Schreiben, Handarbeiten, Knöpfe auf- und zumachen, Schuhbänder binden.
  • Das Schriftbild kann sich insgesamt verändern, es wird kleiner („Mikrographie“).

Muskelsteife (Rigor)

Arme und Beine der/des Betroffenen können aufgrund eines erhöhten Muskeltonus kaum passiv durchbewegt werden („wächserner Widerstand“). Die Betroffenen empfinden dies als Steifigkeit und schmerzhafte Verspannung am ganzen Körper und fühlen sich gleichzeitig schwach, da der erhöhte Muskeltonus bei jeder Bewegung überwunden werden muss. Insbesondere im Handgelenk kann beim Versuch des passiven Durchbewegens ein sogenanntes Zahnradphänomen auftreten: Dabei entsteht der Eindruck, im Gelenk sei ein Zahnrad, über dessen Zähne es hinwegbewegt wird.

Ruhezittern (Tremor)

Die Finger, die Hand oder der Arm, seltener auch das Bein zittern, während der jeweilige Körperteil eigentlich in Ruhe ist. Bei gezielten Bewegungen der betroffenen Gliedmaßen verschwindet er zumeist. Der Tremor beginnt meist einseitig und weist in der Regel eine Frequenz von vier bis fünf Zitterbewegungen pro Sekunde auf. Bei psychischer Belastung oder Anspannung kann der Tremor deutlicher werden. Später im Krankheitsverlauf sind beide Körperhälften betroffen.

Hinweis Die Bezeichnung der Parkinson-Krankheit als „Schüttellähmung“ ist auf das typische Auftreten des Tremors zurückzuführen. Dennoch tritt bei rund 30 Prozent der Betroffenen im Krankheitsverlauf nie ein Tremor auf.

Kennzeichnend für die Erkrankung ist zudem das sogenannte Pillendreher-Phänomen: Die/der Betroffene reiben Daumen und Zeigefinger so aneinander, als würde sie/er eine Kugel bzw. eine Pille dazwischen hin und her bewegen.

Störung der Haltungsstabilität und Gangsicherheit

Ein weiteres Hauptsymptom der Parkinson-Krankheit ist die gestörte posturale Stabilität. Dies bedeutet, dass die Reflexe, die normalerweise für ein Ausbalancieren des Körpers bei Bewegungen sorgen, gestört sind. In der Folge können unvorhergesehene Bewegungen nicht mehr problemlos ausgeglichen werden. Dies lässt sich durch die Reaktion auf ein leichtes Schubsen nach hinten nachweisen: Normalerweise kann ein solches Schubsen durch einen schnellen Schritt nach hinten ausgeglichen werden. Parkinson-Patientinnen/Patienten sind dazu nicht in der Lage und neigen dazu zu stürzen oder sie machen zum Ausgleich mehrere kleine Schritte.

Welche weiteren Symptome können auftreten?

Zusätzlich zu den Hauptsymptomen treten bei Morbus Parkinson häufig weitere, vorwiegend nicht motorische Störungen auf. Diese müssen jedoch nicht vorhanden sein bzw. können sich in ihrer Ausprägung stark zwischen einzelnen Betroffenen unterscheiden. 

Zu den möglichen Begleitsymptomen zählen:

  • Sensorische Symptome: Empfindungsstörungen (Dysästhesien), Schmerzen, Riechstörungen.
  • Vegetative Symptome: vermehrte Talgproduktion im Gesicht (Seborrhoe), Störungen von Blutdruck (Blutdruckabfall im Stehen), Temperaturregulation, Blasen- und Darmfunktion und sexuellen Funktionen.
  • Psychische Symptome: vor allem Ängstlichkeit, Depression, Frustration, Verwirrtheit, zwanghafte Verhaltensweisen.
  • Schlafstörungen: lebhafte und unangenehme Träume, verbunden mit Reden und heftigen Bewegungen.
  • Kognitive Symptome: z.B. Störungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung, Antrieb sowie schlussfolgerndem Denken, in fortgeschrittenen Stadien Demenz.

Die psychische Gesundheit ist bei Parkinson-Patientinnen/Patienten häufig stark belastet. Neben den zunehmenden körperlichen Einschränkungen führen auch Angstzustände, depressive Verstimmungen etc. zu einer deutlichen Verminderung der Lebensqualität. Darüber hinaus mündet die Parkinson-Krankheit nicht selten in Gedächtnisstörungen bis hin zur Demenz. 

Insbesondere zu Beginn der Erkrankung kann eine entsprechende Therapie bei einem Großteil der Patientinnen/Patienten zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome und damit einer Steigerung der Lebensqualität führen. Mehr zum Thema: Morbus Parkinson: Therapie

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