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Video-EEG © Tobilander

Epilepsie: Diagnose

Eine sorgfältige Anamnese ist die entscheidende Voraussetzung für eine richtige Diagnose. Letztlich erfolgt die Diagnose „Epilepsie“ aufgrund dieser. An erster Stelle steht hier die Anfallbeschreibung einerseits durch die Patientin/den Patienten selbst sowie insbesondere die Außenanamnese (z.B. durch Eltern). Diese ist von entscheidender Bedeutung, da zumeist entweder für die gesamte Dauer des Anfalls oder für Teile davon eine Erinnerungslücke besteht.

Symptome einer Epilepsie

Zu den Symptomen eines epileptischen Anfalls zählen unter anderem:

  • Kurze sekundendauernde Veränderungen der Wahrnehmung, wie z.B.
    • „komisches“ aufsteigendes Gefühl aus der Magengegend,
    • unbegründetes Angst-, Vertrautheits- oder Fremdheitsgefühl,
    • veränderte Sinneswahrnehmungen des Sehens, Hörens, Riechens oder des Schmeckens,
    • Kribbeln bzw. Missempfindungen in einem Körperteil.
  • Zuckungen oder Verkrampfungen des Gesichts, der Arme oder Beine bei erhaltenem Bewusstsein,
  • regungsloses vor sich Hinstarren mit verminderter bzw. fehlender Ansprechbarkeit oder Reaktionsfähigkeit,
  • merkwürdige Verhaltensweisen (wie Nesteln, Schmatzen, Schlucken, Kaubewegungen), von denen die/der Betroffene nichts bemerkt,
  • generalisierte Krämpfe mit Sturz und Bewusstlosigkeit,
  • eventuell Stuhl- und/oder Harnverlust,
  • eventuell (blutiger) Speichelfluss.

Auch Symptome nach dem Anfall sind für die Diagnose wichtig (z.B. Dämmerzustand bzw. anhaltende Gedächtnisstörung, Verwirrung bzw. Unruhe, Muskelkater, kleinste Blutungen im Gesicht und am Stamm).

Hinweis Wie Sie im Ernstfall Erste Hilfe leisten können, erfahren Sie unter Notfall: Epileptischer Anfall.

Erhebung auslösender Faktoren

Zudem sind allfällige auslösende Faktoren (Schlafmangel, Fieber, Alkohol, Drogen, Medikamente, Unterzucker etc.) zu erheben. Weitere Eckpunkte der Erhebung der Krankengeschichte beinhalten die Abklärung möglicher ursächlicher Faktoren für das Auftreten einer Epilepsie (z.B. Schwangerschafts- bzw. Geburtskomplikationen, Störung der frühkindlichen Entwicklung, Fieberkrämpfe, schwere Kopfverletzungen, Entzündungen des Gehirns). Ferner ist es wichtig zu wissen, ob bereits Anfälle in der Familie aufgetreten sind.

EEG und MRT

Im Elektroenzephalogramm (EEG) kann die elektrische Aktivität und damit auch die Anfallsbereitschaft des menschlichen Gehirns gemessen werden. Für die Ableitung werden Elektroden an bestimmten, genau definierten Punkten am Kopf platziert, mit denen dann die elektrische Aktivität abgeleitet werden kann. Eine EEG-Ableitung dauert 20–30 Minuten, es entsteht keine Strahlenbelastung. Das Ziel der EEG-Untersuchung ist der Nachweis von sogenannten epilepsietypischen Veränderungen, die einen direkten Hinweis auf sich krankhaft entladende Nervenzellen geben können und somit die Diagnose Epilepsie bestätigen. Bei den meisten Betroffenen treten derartige Entladungen auch zwischen den Anfällen auf, ohne dass der Patient davon etwas merkt. Allerdings lassen sich bei zehn Prozent keine epilepsietypischen Veränderungen nachweisen: Ein normales EEG schließt somit eine Epilepsie nicht aus!

Mit der Magnetresonanztomographie (MRT) werden Schnittbilder des menschlichen Gehirns angefertigt und so auch kleinste strukturelle Veränderungen erfasst. In vielen Fällen kann somit die Ursache der Epilepsie festgestellt werden (z.B. Narben, Tumoren, Entwicklungsstörungen der Hirnrinde).

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