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Säugling und Fieberthermometer © Ruslan Olinchuk

Notfall bei Kindern: Fieber und Fieberkrampf

Fieber ist in den meisten Fällen nicht Ursache einer Krankheit, sondern eine Immunantwort darauf. Die meisten Fieberkrämpfe gibt es im Säuglings- und Kleinkindalter. Wahrscheinlich löst der plötzliche und schnelle Fieberanstieg den Krampf aus. Fieberkrämpfe ähneln den Krämpfen, die bei der Epilepsie auftreten. Fieberkrämpfe stehen jedoch nur äußerst selten mit dieser Krankheit in Zusammenhang. Nur wenige Kinder mit Fieberkrämpfen werden zu Epileptikern . . .

Symptome bei Fieberkrampf

Folgende Anzeichen können bei einem Fieberkrampf auftreten:

  • Rascher Fieberanstieg über 39 Grad,
  • das Kind verdreht plötzlich die Augen,
  • starrer Blick,
  • eventuell Blauverfärbung der Lippen,
  • Kind ist nicht ansprechbar und reagiert nicht auf Reize (bewusstlos),
  • Kind kann krampfen, muss aber nicht (Arme, Beine und/oder Gesichtsmuskel beginnen rhythmisch zu zucken),
  • Krampfdauer liegt meist unter einer Minute bis zu fünf Minuten,
  • nach einem Krampfanfall schlafen die meisten Kinder ein oder sind längere Zeit verlangsamt und schläfrig,
  • besonders betroffen sind Kinder vom sechsten Monat bis zum fünften Lebensjahr.

Der Fieberkrampf hat nichts mit epileptischen Krampfanfällen zu tun. Meist sind virale Infekte der Auslöser für den hohen Fieberanstieg.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Fieberkrämpfe sind ein relativ häufiges Ereignis im Kindesalter. Bei hohem Fieber sollte immer eine Ärztin/ein Arzt konsultiert werden, da schwere Infektionskrankheiten wie z.B. Lungen- oder Hirnhautentzündung auch hohes Fieber auslösen können.

Gehen Sie bei einem Fieberkrampf wie folgt vor:

  • Lockern Sie die Kleidung und schützen Sie das Kind vor dem Herunterfallen.
  • Lagern Sie das Kind weich, z.B. im Bett. 
  • Versuchen Sie nicht, die Krämpfe zu verhindern.
  • Während des Krampfens dürfen Sie das Kind auf keinen Fall schütteln oder festhalten.
  • Keine Gegenstände in den Mund stecken, auch wenn es sich auf die Zunge beißt. Zungenbisse sind bei Fieberkrämpfen sehr selten und heilen problemlos ab.
  • Wenn der Krampf vorbei ist, legen Sie das Kind in die stabile Seitenlage.
  • Bei erstmaligem Fieberkrampf unbedingt Notruf 144 wählen. Es ist sehr wichtig, dass die Ursache in einem Krankenhaus abgeklärt wird.

Fieberkrämpfe ähneln den Krämpfen, die bei der Epilepsie auftreten. Fieberkrämpfe stehen jedoch nur äußerst selten mit dieser Krankheit in Zusammenhang. Nur wenige Kinder mit Fieberkrämpfen werden zu Epileptikern. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Epilepsie zu erkranken, steigt allerdings mit der Häufigkeit und der zeitlichen Dauer eines Krampfes. Wenn Ihr Kind bereits einen Fieberkrampf hatte, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Kinderärztin/Ihrem Kinderarzt darüber sprechen. Es gibt Notfallmedikamente, die rektal verabreicht werden können. Ab dem Schulalter verschwinden bei den meisten Kindern Fieberkrämpfe.

Wissenswertes zu Fieber

Nicht jede erhöhte Körpertemperatur muss sofort behandelt werden. Bei folgenden Fiebercharakteristika sollten Sie aber eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen.

  • Neugeborene mit Fieber über 38 Grad über mehrere Stunden,
  • Fieber über 40 Grad. Ab 41 Grad besteht Lebensgefahr!
  • bei erstmaligem Auftreten eines Fieberkrampfes,
  • schlechter Allgemeinzustand des Kindes und weitere Krankheitssymptome, z.B. Hauterscheinungen.

Was ist Fieber und wie wirkt es sich auf den Körper aus?

Fieber ist eine immunologische Antwort des Körpers auf eingedrungene Krankheitserreger. Die Körpertemperatur wird in einem Teil des Gehirns, dem Hypothalamus, reguliert. Die Funktionsweise ist ähnlich einem Thermostat. Bei einem gesunden Menschen ist ein Wert von zirka 37 Grad Celsius eingestellt. Kommt es zur Erkrankung, wird dieser Sollwert erhöht, und es entsteht Fieber. Auslöser für die Temperaturerhöhung sind fieberauslösende Stoffe, sogenannte Pyrogene. Sie werden entweder von Abwehrzellen des Körpers produziert (endogene Pyrogene) oder stammen von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten (exogene Pyrogene). Durch Gefäßengstellung in den Armen und Beinen, Muskelzittern („Schüttelfrost“) und Aktivierung des Stoffwechsels steigt die Körpertemperatur. Die höhere Temperatur lässt die Abwehrzellen effektiver arbeiten. Zudem reagieren manche Erreger sehr empfindlich auf hohe Temperaturen.

Was tun bei Fieber?

Kranke Kinder sollten sich unbedingt schonen und viel Flüssigkeit trinken. Auch bei harmlosen Infekten sollten Kinder möglichst zu Hause bleiben. Bei Fieberanstieg – erkennbar an den kalten Extremitäten und Schüttelfrost – das Kind gut zudecken und ihm warmen Tee zu trinken geben. Wadenwickel erst anlegen, wenn das Fieber nicht mehr steigt. Fiebersenkende Mittel sollten Sie erst über 38,5 Grad verabreichen.

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