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Säugling und Fieberthermometer © Ruslan Olinchuk
Säugling und Fieberthermometer © Ruslan Olinchuk

Notfall bei Kindern: Fieber und Fieberkrampf

Ein Fieberkrampf ist ein Krampfanfall, der bei Kindern im Rahmen eines fieberhaften Infektes auftritt. Auslöser ist meist ein plötzlicher, schneller Fieberanstieg. Gefährdet sind insbesondere Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren.

Klinisch ähneln Fieberkrämpfe jenen Krämpfen, die bei der Epilepsie auftreten. Sie stehen jedoch nur sehr selten in Zusammenhang mit dieser Erkrankung.

Wie äußert sich ein Fieberkrampf?

Ein Fieberkrampf tritt meist auf, wenn das Fieber sehr schnell auf hohe Werte (über 39 Grad) ansteigt. Folgende Anzeichen können bei einem Fieberkrampf auftreten:

  • das Kind verdreht plötzlich die Augen,
  • starrer Blick ins Leere,
  • das Kind ist nicht ansprechbar und reagiert nicht auf Reize (bewusstlos),
  • eventuell Blauverfärbung der Lippen,
  • das Kind kann krampfen, muss aber nicht (Arme, Beine und/oder Gesichtsmuskel beginnen zu zucken).

Die Krampfdauer liegt meist unter einer Minute, kann aber bis zu fünf Minuten betragen. Nach einem Krampfanfall schlafen die meisten Kinder ein oder sind längere Zeit verlangsamt und schläfrig.

In selteneren Fällen dauert der Krampfanfall länger an oder endet nicht von alleine. Dabei besteht ein erhöhtes Risiko für Folgeschäden aufgrund Sauerstoffmangel oder Verletzungen. Es ist rasches Handeln gefragt, um eine schnelle medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Mehr zum Thema: Fieberkrampf bei Kindern

Wie kann ich Erste Hilfe leisten?

Gehen Sie bei einem Fieberkrampf wie folgt vor:

  • Vor allem wenn es sich um den ersten Fieberkrampf handelt, wählen Sie sofort den Notruf 144.
  • Lagern Sie das Kind weich, z.B. im Bett. 
  • Lockern Sie die Kleidung und schützen Sie das Kind vor dem Herunterfallen.
  • Versuchen Sie nicht, die Krämpfe zu verhindern.
  • Während des Krampfens dürfen Sie das Kind auf keinen Fall schütteln oder festhalten!
  • Keine Gegenstände in den Mund stecken, auch wenn es sich auf die Zunge beißt. Zungenbisse sind bei Fieberkrämpfen sehr selten und heilen problemlos ab. 

Nach dem Anfall:

Überprüfen Sie Bewusstsein und Atmung des Kindes. Lassen Sie das Kind nicht unbeobachtet, bis die Rettungskräfte eingetroffen sind.

Wenn das Kind bewusstlos oder benommen ist, aber normal atmet:

  • legen Sie es zur Vorbeugung in die stabile Seitenlage.
  • Schirmen Sie das Kind vor äußeren Reizen, z.B. lauten Geräuschen und Licht ab.
  • Decken Sie die es zu und beruhigen Sie es.

Wenn das Kind bewusstlos ist und nicht normal atmet:

  • Beginnen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen! Legen Sie das Kind flach auf den Rücken, strecken Sie den Kopf vorsichtig nach hinten und beatmen Sie es 5x. Bleibt das Kind weiter reglos, beginnen Sie mit einer Herzdruckmassage: 30x mit einer Frequenz von 100 bis 120x pro Minute drücken. Fahren Sie mit diesem Zyklus fort, bis die Rettungskräfte eingetroffen sind.

  • Mehr zum Thema: 1x1 der Ersten Hilfe bei Kindern 

In den meisten Fällen verläuft ein Fieberkrampf harmlos und bedarf keiner weiteren Behandlung. Dennoch sollte die Ursache für den hohen Fieberanstieg immer abgeklärt werden. Meist sind virale Infekte der Auslöser, es können aber auch schwere Infektionskrankheiten wie z.B. Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung dahinterstecken.

Bei 20 bis 30 Prozent der betroffenen Kinder treten Fieberkrämpfe im Rahmen weiterer fieberhafter Infekte erneut auf. Ihre Kinderärztin/Ihr Kinderarzt kann gegebenenfalls Notfallmedikamente verschreiben, die Sie im Falle eines Wiederauftretens selbst verabreichen können. Die zugrunde liegende Ursache sollte trotzdem immer ärztlich abgeklärt werden! Ab dem Schulalter verschwinden Fieberkrämpfe bei den meisten Kindern.

Der Fieberkrampf hat nichts mit Epilepsie zu tun.

Wissenswertes zu Fieber

Nicht jede erhöhte Körpertemperatur muss sofort behandelt werden. Bei folgenden Fiebercharakteristika sollten Sie aber eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen:

  • Neugeborene mit Fieber über 38 Grad über mehrere Stunden,
  • Fieber über 40 Grad – ab 41 Grad besteht Lebensgefahr!
  • bei erstmaligem Auftreten eines Fieberkrampfes,
  • schlechter Allgemeinzustand des Kindes und weitere Krankheitssymptome, z.B. Hauterscheinungen.

Was ist Fieber und wie wirkt es sich auf den Körper aus?

Fieber ist eine immunologische Antwort des Körpers auf eingedrungene Krankheitserreger. Die Körpertemperatur wird in einem Teil des Gehirns, dem Hypothalamus, reguliert. Die Funktionsweise ist ähnlich einem Thermostat. Bei einem gesunden Menschen ist ein Wert von zirka 37 Grad Celsius eingestellt. Kommt es zur Erkrankung, wird dieser Sollwert erhöht und es entsteht Fieber. Auslöser für die Temperaturerhöhung sind fieberauslösende Stoffe, sogenannte Pyrogene. Sie werden entweder von Abwehrzellen des Körpers produziert (endogene Pyrogene) oder stammen von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten (exogene Pyrogene). Durch Gefäßengstellung in den Armen und Beinen, Muskelzittern („Schüttelfrost“) und Aktivierung des Stoffwechsels steigt die Körpertemperatur. Die höhere Temperatur lässt die Abwehrzellen effektiver arbeiten. Zudem reagieren manche Erreger sehr empfindlich auf hohe Temperaturen.

Was tun bei Fieber?

Kranke Kinder sollten sich unbedingt schonen und viel Flüssigkeit trinken. Auch bei harmlosen Infekten sollten Kinder möglichst zu Hause bleiben. Bei Fieberanstieg – erkennbar an den kalten Extremitäten und Schüttelfrost – das Kind gut zudecken und ihm warmen Tee zu trinken geben. Wadenwickel erst anlegen, wenn das Fieber nicht mehr steigt. Fiebersenkende Mittel sollten Sie erst über 38,5 Grad verabreichen.

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