Netzhautablösung

Eine Netzhautablösung (Amotio retinae, Ablatio retinae) bezeichnet – wie das Wort bereits andeutet – das Ablösen der Netzhaut des Auges. Sie kann mit schwerwiegenden Folgen verbunden sein. Eine rasche Behandlung ist meist notwendig, um eine Erblindung zu verhindern. Denn durch die Netzhautablösung können Zellen nicht mehr ausreichend versorgt werden und sterben ab. Unbehandelt führt die Netzhautablösung de facto immer zur vollständigen Erblindung meist innerhalb weniger Tage bzw. Wochen.

Welche Ursachen hat eine Netzhautablösung?

Grafik Makuladegeneration
© bilderzwerg

Bei einer Netzhautablösung kommt es zur Ablösung der Netzhaut (Retina) von der Wand des Augenhintergrundes (Aderhaut). Folgende Formen werden u.a. unterschieden:

  • Rhegmatogene Netzhautablösung. Diese ist bedingt durch Risse oder Löcher in der Netzhaut und das darauf folgende Eindringen von Flüssigkeit. Sie tritt z.B. durch degenerative Veränderungen bei älteren Menschen oder bei (starker) Kurzsichtigkeit auf. Auch bei Traumen (Verletzungen) kann es dazu kommen.
  • Traktionsablatio (sekundäre Ablatio retinae). Dabei wird die Netzhaut durch Zug abgehoben. Dieser Zug entsteht durch krankhafte Prozesse, einwachsende Blutgefäße und mitwachsendes fibrotisches Gewebe. Dies kann z.B. in Zusammenhang mit diabetischer Retinopathie stehen. Auch im Rahmen einer Frühgeborenen-Retinopathie tritt sie auf.
  • Exsudative Netzhautablösung. Durch Austritt von Flüssigkeit aus der Aderhaut des Auges unter die Netzhaut wird diese abgehoben (ohne ursprünglichen Riss). Dies kann z.B. bei Tumoren der Fall sein, aber auch bei Infektionen bzw. entzündlichen Veränderungen etc.

Welche Symptome können auftreten?

Folgende Symptome können je nach Fortschreiten und Form der Netzhautablösung auftreten. Betroffene bemerken u.a.:

  • Lichtblitze
  • Rußregen“ bzw. das Wahrnehmen von schwarzem Mückenschwarm. Dieser wird aufgrund winziger Blutungen (durch Risse in Blutgefäßen) wahrgenommen.
  • Dunkler Schatten, als würde ein Schatten aufsteigen oder ein Vorhang sich schließen. Das Sehvermögen verschlechtert sich, abhängig von der Stelle, an der es zur Ablösung kommt. Entsteht sie am Rand der Netzhaut, ist das seitliche Sehen betroffen.
  • Abnahme der Sehschärfe. Entsteht die Ablösung der Netzhaut an der Macula lutea (Gelber Fleck), ist die Sehschärfe stark beeinträchtigt – es kann nicht mehr scharf gesehen werden.

Bei Symptomen einer Netzhautablösung sollte rasch ärztlich Hilfe in Anspruch genommen werden, um Schäden am Auge und eine ev. Erblindung zu verhindern!

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Augenärztin/der Augenarzt führt eine Anamnese und verschiedene Untersuchungen durch.

Beeinträchtigungen des Sehvermögens können verschiedene Ursachen haben. Anhand der Symptome und verschiedener Tests diagnostiziert die Augenärztin/der Augenarzt eine Netzhautablösung bzw. schließt diese aus. Im Zuge der Diagnose einer Netzhautablösung untersucht die Augenärztin/der Augenarzt die Netzhaut unter anderem auf Risse und Löcher (mittels Ophthalmoskopie oder Kontaktglas).

Wie erfolgt die Behandlung?

Werden Löcher oder Risse erkannt, können diese – sofern sich die Netzhaut noch nicht abgelöst hat – mittels Laser behandelt werden („verschweißt“).

Hat sich die Netzhaut bereits abgelöst, ist eine Operation notwendig. Dabei kann in Form einer eindellenden Operation durch Aufnähen einer Plombe (Silikon) die Netzhautablösung versorgt werden. Auch kann sie z.B. bei mehreren Löchern durch ein Band, das unter die Bindehaut und die Muskeln um den Augapfel gelegt wird, behandelt werden (Gürteloperation). Die unter der Netzhaut befindliche Flüssigkeit wird mittels Punktion entfernt.

Alternativ oder in Kombination zur eindellenden Operation kann auch die Entfernung des Glaskörpers notwendig sein, der z.B. durch Lösungen, ev. Gas oder Silikonöl vorübergehend aufgefüllt wird (Pars-Plana-Vitrektomie).

Grunderkrankungen wie beispielsweise ein eventueller Tumor oder Entzündungen werden gesondert behandelt. Die Behandlung einer Netzhautablösung erfolgt im Krankenhaus (Augenabteilung). Eine Operation muss meist rasch vorgenommen werden.

Über die Behandlungsmöglichkeiten, Vorteile und Risiken sowie über Verhaltensweisen, die zu beachten sind, informiert Sie die Augenärztin/der Augenarzt.

Hinweis

Wesentlich ist bei der Netzhautablösung eine frühzeitige Behandlung, um Schäden möglichst gering zu halten und den Heilungsverlauf nach einer Wiederanlegung der Netzhaut zu verbessern.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) diagnostiziert eine Netzhautablösung und informiert über diese. Die Behandlung erfolgt in speziellen Kliniken bzw. Abteilungen in Krankenhäusern. Je nach individuellen Voraussetzungen können Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen sowie die Hausärztin/der Hausarzt beteiligt sein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 29. Oktober 2021

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Univ.-Prof. Dr. Yosuf El-Shabrawi

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