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Auge © Lukas Gojda

Netzhautablösung

Eine Netzhautablösung (Amotio retinae, Ablatio retinae) beschreibt – wie die Bezeichnung bereits andeutet – das Ablösen der Netzhaut. Sie kann mit schwerwiegenden Folgen verbunden sein. Eine rasche Behandlung ist meist notwendig um eine Erblindung zu verhindern. Denn durch die Netzhautablösung können Zellen nicht mehr ausreichend versorgt werden und sterben ab. Unbehandelt führt die Netzhautablösung de facto immer zur vollständigen Erblindung meist innerhalb weniger Tage bzw. Wochen . . .

Netzhautablösung – was ist das?

Bei einer Netzhautablösung kommt es zur Ablösung der Netzhaut (Retina) von der Wand des Augenhintergrundes (Aderhaut). Dies ist oftmals durch einen Riss oder ein Loch in der Netzhaut bedingt, wodurch Glaskörperflüssigkeit einsickert und zu einer Abhebung der Netzhaut von der Rückseite des Auges führt. Ein solcher Riss kann beispielsweise durch eine Glaskörperabhebung entstehen, die z.B. bei älteren Menschen (jedoch auch bei anderen Altersgruppen) oder bei (starker) Kurzsichtigkeit auftritt. Auch bei diabetischer Retinopathie, infolge schwerer Prellungen/Verletzungen oder Tumoren etc. kann es zu einer Netzhautablösung kommen.

Diagnose einer Netzhautablösung

Die Augenärztin/der Augenarzt führt eine Anamnese und verschiedene Untersuchungen durch. Betroffene bemerken mitunter Lichtblitze am Rand des Gesichtsfeldes (auch bei geschlossenen Augen) sowie einen „Rußregen“, der aufgrund winziger Blutungen (durch Risse in Blutgefäßen) wahrgenommen wird. Das Sehvermögen verschlechtert sich, abhängig von der Stelle, an der es zur Ablösung kommt. Entsteht sie am Rand der Netzhaut, ist das seitliche Sehen betroffen. Gesichtsfeldausfälle zeigen sich etwa indem Betroffene einen sich verdichtenden Schleier oder einen zunehmenden Schatten wahrnehmen. Entsteht die Ablösung der Netzhaut an der Macula lutea (Gelber Fleck), ist die Sehschärfe stark beeinträchtigt – es kann nicht mehr scharf gesehen werden.

Beeinträchtigungen des Sehvermögens können verschiedene Ursachen haben. Anhand der Symptome und verschiedener Tests diagnostiziert die Augenärztin/der Augenarzt eine Netzhautablösung bzw. schließt diese aus. Im Zuge der Diagnose einer Netzhautablösung untersucht die Augenärztin/der Augenarzt die Netzhaut unter anderem auf Risse und Löcher (mittels Ophthalmoskopie oder Kontaktglas).

Therapie einer Netzhautablösung

Werden Löcher oder Risse erkannt, können diese – sofern sich die Netzhaut noch nicht abgelöst hat – mittels Laser behandelt werden („verschweißt“). Hat sich die Netzhaut bereits abgelöst, ist eine Operation notwendig. Dabei wird etwa eine Plombe eingesetzt oder bei mehreren Löchern ein Band um den Augapfel gelegt (Gürteloperation). Die unter der Netzhaut befindliche Flüssigkeit wird mittels Punktion entfernt. Unter Umständen kann auch die Entfernung des Glaskörpers notwendig sein, der durch Silikonöl oder Gas ersetzt wird (Pars-Plana-Vitrektomie).

Grunderkrankungen wie beispielsweise ein eventueller Tumor oder Entzündungen werden gesondert behandelt. Die Behandlung einer Netzhautablösung erfolgt im Krankenhaus (Augenabteilung). Eine Operation muss meist rasch vorgenommen werden.

Über die Behandlungsmöglichkeiten, Vorteile und Risiken sowie über Verhaltensweisen, die bei der Erkrankung zu beachten sind, informiert Sie die Augenärztin/der Augenarzt.

Hinweis Wesentlich ist bei der Netzhautablösung eine frühzeitige Behandlung, um Schäden möglichst gering zu halten und den Heilungsverlauf nach einer Wiederanlegung der Netzhaut zu verbessern.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) diagnostizieren eine Netzhautablösung und informiert über diese. Die Behandlung erfolgt in speziellen Kliniken bzw. Abteilungen in Krankenhäusern. Je nach individuellen Voraussetzungen können Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen sowie die Hausärztin/der Hausarzt beteiligt sein.

Augenärztinnen/Augenärzte sowie spezialisierte Abteilungen und Ambulanzen in Ihrer Nähe finden Sie über Downloads, Beratung & Tools.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der augenärztlichen Untersuchung zur Abklärung einer Netzhautablösung werden normalerweise von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei einem stationären Aufenthalt sind die Kosten meist über die Sozialversicherungsträger bzw. die Krankenhausfinanzierung abgedeckt.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherungsträger finden.

Weitere Informationen zu Vertragsärztinnen/Vertragsärzten finden Sie unter Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte.

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