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Frau bei der Bestimmung des Blutzuckers © JPC-PROD

Diabetische Retinopathie

Bei Diabetes-Patientinnen und -Patienten können sich aufgrund des chronisch hohen Blutzuckers Diabetes-typische Schädigungen der kleinsten Gefäße (Mikroangiopathie) der Retina (Netzhaut des Auges) entwickeln. Anfangs werden diese von den Betroffenen oft gar nicht bemerkt. Erst mit dem Fortschreiten der Erkrankung tritt ein zunehmender Verlust der Sehschärfe auf. Eine gute Einstellung des Blutzuckerspiegels zählt unter anderem zu den Maßnahmen, die die Erkrankung zumindest hinauszögern können . . .

Diabetische Retinopathie – was ist das?

Die diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung, die die Gefäße der Netzhaut betrifft und zu einer starken Beeinträchtigung des Sehvermögens führt. Einer der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung, aber auch das Fortschreiten der Erkrankung ist ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel. Zudem ist die Erkrankungsdauer des Diabetes ausschlaggebend. Rauchen sowie arterielle Hypertension (Bluthochdruck) gelten als Risikofaktoren. Ein möglichst frühes Erkennen ist wichtig, um ein Fortschreiten zumindest zu verzögern. Denn die diabetische Retinopathie kann bis zur Erblindung führen.

Folgende Formen (Stadien) werden grob unterschieden:

  • Nicht proliferative diabetische Retinopathie,
  • proliferative diabetische Retinopathie.

Bei der nicht proliferativen diabetischen Retinopathie kommt es zu Veränderungen der Gefäße, Blutungen und Ablagerungen. Schädigungen betreffen die Retina (Netzhaut) des Auges. Die Folge ist eine Verminderung des Sehvermögens. Von den Betroffenen wird die Krankheitsentwicklung nicht sofort bemerkt.

Bei der proliferativen diabetischen Retinopathie schreiten die Schädigungen der Netzhaut fort. Gefäße wachsen in den Glaskörper ein, es kommt zu Blutungen sowie Vernarbungen, die wiederum zu einer Netzhautablösung führen können. Blutungen beeinträchtigen das Sehvermögen stark. Eine Netzhautablösung kann schwerwiegende Folgen für das Sehvermögen haben und muss behandelt werden. Weitere Informationen finden Sie unter Netzhautablösung.

Bei einer diabetischen Retinopathie kann es außerdem in allen Krankheitsphasen zur Schwellung der Macula lutea durch Ödeme kommen (Makulaödem) – und infolge dieser zur Schädigung von Gefäßen und Zellen (diabetische Makulopathie).

Diagnose einer diabetischen Retinopathie

Die Augenärztin/der Augenarzt führt eine Anamnese durch. Eine Diabeteserkrankung sowie die Stoffwechselsituation (Blutzuckereinstellung) spielen eine wesentliche Rolle bei der Diagnose.

Bei der augenärztlichen Untersuchung werden außerdem Sehschärfe und Augeninnendruck, der vordere Bereich des Auges genauso wie der Augenhintergrund (Netzhaut) überprüft (Spaltlampenuntersuchung, Augenspiegel). Im Einzelfall sind weitere Untersuchungen erforderlich (z.B. Tonometrie bei Verdacht auf ein Glaukom, Fluoreszezangiographie, Optische Kohärenztomographie etc.)

Für die Ärztin/den Arzt ist die diabetische Retinopathie zudem ein Frühindikator für eventuelle weitere Gefäßschäden im gesamten Organismus.

Therapie einer diabetischen Retinopathie

Vorsorge ist hinsichtlich einer diabetischen Retinopathie besonders wichtig. Denn diese kann durch konsequente Kontrolle des Blutzuckerspiegels und gute Blutzuckereinstellung wesentlich hinausgezögert werden. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Diabetes mellitus.

Neben der Normalisierung des Blutzuckers sind eine gute Einstellung des Blutdrucks und der Blutfette sowie der Verzicht auf das Rauchen die Eckpfeiler von Prävention und Therapie. Auch eine Gewichtsabnahme kann erforderlich sein.

Eine medikamentöse Behandlung gibt es bislang nicht. Je nach Stadium kommen als weitere Therapiemaßnahmen die Injektion von Medikamenten (intravitrale Injektionen) in das Auge, eine Laserbehandlung (Verödung) oder eine Operation (Glaskörperentfernung, Vitrektomie) infrage. Bei gleichzeitiger Linsentrübung wird diese operativ durch eine Kunstlinse ersetzt. Auch eine Operation zur Senkung des Augeninnendrucks (Glaukom) kann u.U. notwendig sein.

Als vorbeugende Maßnahme wird Diabetikerinnen und Diabetikern einmal jährlich eine augenärztliche Untersuchung empfohlen. Dadurch können Veränderungen früh erkannt werden und rechtzeitige Therapiemaßnahmen eine Erblindung oftmals verhindern. Bei schweren Verlaufsformen müssen die Augen in kürzeren Abständen untersucht werden. Über die individuellen Maßnahmen und Verlaufskontrollen entscheidet die Ärztin/der Arzt.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) diagnostizieren eine diabetische Retinopathie und informieren über diese. Operationen werden in speziellen Kliniken bzw. Abteilungen in Krankenhäusern (Augenabteilung) vorgenommen. Sie/er kann sich zudem mit der behandelnden Hausärztin/dem behandelnden Hausarzt und verschiedenen Fachärztinnen/-ärzten absprechen.

Augenärztinnen/Augenärzte sowie spezialisierte Abteilungen und Ambulanzen in Ihrer Nähe finden Sie über Downloads, Beratung & Tools.

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