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Symbolfoto schlechtes Sehen © Shchipkova Elena

Altersbedingte Makuladegeneration

Die altersbedingte Makuladegeneration (auch: altersabhängige AMD, altersbezogene AMD) ist eine Erkrankung des Zentrums der Netzhaut, der Makula lutea (Gelber Fleck). Sie hat schwerwiegende Auswirkungen auf Sehvermögen und Leben der Betroffenen. Betroffene können einen zentralen grauen Fleck bzw. Schatten in der Mitte des Gesichtsfeldes sehen. Linien und Objekte werden verzerrt bzw. verschoben wahrgenommen. Veränderungen des Farbsehens sind ebenfalls möglich. Die trockene Form schreitet langsam voran. Bei der feuchten Form kommt es zu einer raschen Verschlechterung des Sehvermögens . . . .

AMD – was ist das?

Bei der AMD kommt es zur Anhäufung von Stoffwechselprodukten und zur Zerstörung von Zellen der Makula lutea. Die Sehschärfe im Zentrum des Sehens wird eingebüßt.

Das äußere Gesichtsfeld – und dadurch eine gewisse Orientierungsmöglichkeit im Raum – bleiben bei der trockenen Form meist erhalten. Es können im Lauf der Erkrankung z.B. noch Umrisse – etwa einer Zeitschrift – erkannt werden, diese kann jedoch nicht mehr gelesen werden.

Eine AMD kann in unterschiedlichen Formen auftreten:

  • Trockene Form. Diese schreitet meist langsam voran und wird von Betroffenen oft anfangs nicht bemerkt. Es zeigen sich typische gelbliche Ablagerungen unter der Netzhaut (Drusen), Verdickungen und Ausdünnungen. Im Lauf der Erkrankung sterben Zellen ab, es kommt zu Vernarbungen (sogenannte geographische Atrophie). Durch die AMD entstehen dauerhafte und schwere Beeinträchtigungen der Sehschärfe/des Sehvermögens. Die trockene Form kann in eine feuchte übergehen.
  • Feuchte Form. Diese Form schreitet schnell voran und macht sich durch eine rasche und massive Verschlechterung des Sehvermögens bemerkbar. Dabei wachsen Blutgefäße unter der Netzhaut ein. Diese Blutgefäße können undicht sein, zu Blutungen und Flüssigkeitsansammlungen (Ödemen) sowie zur Anhebung der Netzhaut führen. Netzhautzellen werden geschädigt und sterben ab. Unbehandelt führt die Erkrankung bis zur Erblindung.

Hinweis Die AMD stellt eine Form der Makulopathie dar. Spezielle weitere Formen sind beispielsweise die juvenile oder die diabetische Makulopathie.

Risikofaktoren & vorbeugende Maßnahmen

Die AMD steht in Zusammenhang mit dem Altern. Nicht jeder ältere Mensch erkrankt jedoch daran. Die Ursachen einer AMD sind noch nicht restlos geklärt, folgende Faktoren spielen eine Rolle:

  • Familiäre Vorbelastung. Erkrankungen innerhalb der Verwandtschaft können das Risiko erhöhen.
  • Zivilisationskrankheiten & Lebensstil. Risikofaktoren wie sie etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten (Übergewicht, mangelnde Bewegung und Hypercholesterinämie) können bei einer AMD ebenfalls auftreten. Möglicherweise steht etwa Arteriosklerose in Zusammenhang mit der Erkrankung. Eine gesunde Lebensweise ist jedenfalls ratsam (z.B. ausgewogene Ernährung mit Fisch und Gemüse sowie regelmäßige moderate Bewegung). Ebenfalls sinnvoll – nicht nur hinsichtlich einer AMD – ist der Verzicht auf das Rauchen. Das Risiko an einer feuchten Makuladegeneration zu erkranken erhöht sich bei Raucherinnen/Rauchern, je nach genetischer Prädisposition, um ein Vielfaches.
  • Schutz vor UV-Strahlung. Generell bedeutend ist außerdem ein guter Schutz der Augen vor Sonnenstrahlung bzw. Lichteinwirkung – insbesondere im Hochgebirge, am Strand, im Wasser oder bei Schnee.

Diagnose einer AMD

Um eine AMD abzuklären, führt die Augenärztin/der Augenarzt eine Anamnese durch. Betroffene können einen zentralen grauen Fleck bzw. Schatten in der Mitte des Gesichtsfeldes sehen. Linien und Objekte werden verzerrt bzw. verschoben wahrgenommen. Veränderungen des Farbsehens sind ebenfalls möglich (matter) etc.

Für die Diagnose werden verschiedene Untersuchungen vorgenommen, wie z.B.:

  • die Untersuchung des Augenhintergrundes. Dies erfolgt mittels Augenspiegelung (Ophthalmoskopie), oft mithilfe pupillenerweiternder Augentropfen. Der vordere Augenbereich sowie der Glaskörper werden mittels Spaltlampe und spezieller Lupe untersucht (Biomikroskopie).
  • Zeigen sich entsprechende Auffälligkeiten, wird der Augenhintergrund durch Augenhintergrundfotografie (Fundusfotografie) festgehalten – d.h. mit einer speziellen digitalen Kamera aufgenommen. Durch mehrmaliges „Abfotografieren“ in zeitlichen Abständen kann ein Fortschreiten der Erkrankung beobachtet werden.
  • Liegt der Verdacht auf die Entwicklung einer feuchten Form vor, wird eine weitere Untersuchung vorgenommen – die Fluoreszenz-Angiographie. Bei dieser wird über die Armvene ein fluoreszierender Farbstoff gespritzt. Mithilfe des Farbstoffes und seiner Verteilung werden krankhafte Veränderungen sichtbar. (Vorsicht bei Allergien – diese müssen Sie der Ärztin/dem Arzt vor der Untersuchung mitteilen, da es zu allergischen Reaktionen auf das Kontrastmittel kommen kann!). Außerdem kann eine optische Kohärenztomographie vorgenommen werden. Diese wird auch zur Kontrolle der Therapie genutzt. Bei der optischen Kohärenztomographie handelt es sich um eine Untersuchungsmethode, mit deren Hilfe u.a. die Netzhaut in hoher Auflösung optisch abgebildet, in Schichten dargestellt und ihre Dicke gemessen werden kann. Die Messung erfolgt dabei ohne das Auge zu berühren.

Behandlung einer AMD

Eine AMD wird unterschiedlich behandelt – u.a. abhängig davon, ob einen trockene oder feuchte Form vorliegt.

Therapie der trockenen Form

Für die trockene Form der AMD gibt es bislang verschiedene Maßnahmen. Jedoch kann keine Therapie die Schäden wieder aufheben sowie ein Fortschreiten völlig stoppen.

  • Ein wesentlicher Eckpfeiler ist die ausführliche Information der Betroffenen über die Erkrankung und ihre Folgen. Bei der trockenen Form kommt es in der Regel nicht zur vollständigen Erblindung, jedoch zu einer erheblichen Einschränkung des scharfen, zentralen Sehens. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten im alltäglichen Leben. Unterstützung im Alltag kann notwendig werden (z.B. bei Einkäufen) sowie Adaptierungen der Wohnräume (z.B. ausreichende Helligkeit durch gute Beleuchtung). Eine AMD stellt oft eine enorme psychische Belastung dar.
  • Außerdem wird versucht das Fortschreiten der trockenen Form durch Einnahme hochdosierter Antioxidantien (Vitamin C, E, Betacarotin) sowie von Zink zu verringern. Bei Rauchern bzw. ehemaligen Rauchern werden die sekundären Pflanzenstoffe Lutein und Zeaxanthin eingesetzt. Auf das Rauchen sollte generell verzichtet werden!

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind sowohl bei der trockenen als auch der feuchten Form ratsam. Zudem ist Selbstbeobachtung empfehlenswert. Mithilfe des Amsler-Gitter-Test können Betroffene selbst Veränderungen bemerken.

Unterstützung im Alltag

Erleichterung im Alltag bringen spezielle Sehhilfen (vergrößernde Sehhilfen wie Lupen, Lupenbrillen, Bildschirmlesegeräte etc.). Zeitschriften, Websites und Bücher sind teils mit vergrößerten Buchstaben erhältlich bzw. abrufbar.

Näheres zu Hilfsmitteln erfahren Sie außerdem unter

Reha, Pflege & Beratung

Vor allem bei fortgeschrittener Erkrankung muss z.B. auf Hörbücher ausgewichen werden. Ev. kann eine Rehabilitation durchgeführt werden. Weitere Informationen zum Antrag einer Rehabilitation finden Sie unter Rehabilitation.

Informationen zu Sehbehinderung und Pflegegeld finden Sie auf der Website des Bundessozialamtes.

Ehrenamtliche Beratung und Unterstützung erhalten Sie zudem bei Selbsthilfegruppen. Diese finden Sie über Downloads, Beratung und Hilfe.

Therapie der feuchten Form
Therapie der feuchten Form

Wird eine feuchte AMD nicht behandelt, schreitet sie meist rasch voran. Bei der Therapie wird das Auge mit Augentropfen oder Gel „betäubt“ – und anschließend werden Medikamente in den Glaskörper des Auges gespritzt (intravitrale Injektion von Gefäßwachstumsfaktoren – VEGF-Inhibitoren), um das Einwachsen der Gefäße zu verhindern. Oft sind mehrere Injektionen erforderlich. Wesentlich für einen Behandlungserfolg sind das möglichst frühe Erkennen neueinwachsender Gefäße – und das rasche Vorgehen, um Schäden an Sehzellen zu verhindern. Außerdem notwendig: regelmäßige, lebenslange Kontrolluntersuchungen.

Seltener werden weitere Behandlungsansätze verfolgt, etwa eine Laserbehandlung bzw. photodynamische Therapie. Bei plötzlichen größeren Blutungen kann auch ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.

Bei Verdacht auf eine feuchte AMD überweist die Ärztin/der Arzt meist umgehend – beispielsweise in die Augenabteilung eines Krankenhauses.

Weitere Maßnahmen und Informationen

Zusätzlich werden bei beiden Formen der AMD gegebenenfalls weitere Maßnahmen gesetzt, z.B. die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck.

Über die Behandlungsmöglichkeiten, Vorteile und Risiken sowie über Verhaltensweisen, die bei der Erkrankung zu beachten sind, informiert die Augenärztin/der Augenarzt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der

Wohin kann ich mich wenden?

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) diagnostiziert eine AMD, informiert über die Erkrankung, gibt Hilfestellungen im Umgang mit der Erkrankung. Sie/er erklärt zudem die weitere Vorgehensweise. Diagnose und Behandlung bieten spezielle Ambulanzen bzw. Abteilungen in Krankenhäusern. Je nach individuellen Voraussetzungen können Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen sowie die Hausärztin/der Hausarzt beteiligt sein, z.B. bei Diabetes mellitus, Bluthochdruck etc.

Eine Suche nach Ärztinnen/Ärzten sowie spezialisierten Krankenhausabteilungen und Ambulanzen finden Sie über Downloads, Beratung und Hilfe.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der augenärztlichen Untersuchung zur Abklärung einer AMD werden normalerweise von den Sozialversicherungsträgern übernommen. 

Eine OCT-Untersuchung (Optische Kohärenztomografie) bei der Augenärztin/dem Augenarzt ist nur bei einigen Sozialversicherungsträgern direkt verrechenbar.

Bei einem stationären Aufenthalt sind die Kosten meist über die Sozialversicherungsträger bzw. das Krankenhausbudget abgedeckt.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherungsträger finden.

Weitere Informationen zu Vertragsärztinnen/-ärzten finden Sie unter Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte.

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