Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Auge © vicu9

Das Auge: Aufbau und Funktion

Das Auge besteht aus vielen verschiedenen Strukturen, die in einem komplexen Zusammenspiel diverse Aufgaben wahrnehmen – z.B. das Auge schützen und mit Nährstoffen versorgen. Nicht zuletzt sind sie für das Sehen und dadurch für die Orientierung wesentlich. Wie unentbehrlich die einzelnen Strukturen sind und wie verflochten das Zusammenspiel ist, fällt spätestens dann auf, wenn einmal etwas nicht mehr optimal funktioniert und die Hilfe einer Augenärztin/eines Augenarztes in Anspruch genommen werden muss . . . 

Wichtige Strukturen

Die zahlreiche Strukturen im Auge sind notwendig, damit im Idealfall scharfe und farbige Bilder entstehen. Zu diesen Strukturen zählen u.a.:

  • der Augapfel mit Leder-, Ader-, Horn- und Netzhaut, Glaskörper und Kammerwasser,
  • Iris und Linse,
  • Augenhöhle, Augenlider, Bindehaut sowie der Tränenapparat,
  • die Augenmuskeln und
  • der Sehnerv.

Der Augapfel

Der Augapfel ist fast kugelförmig und bei Erwachsenen etwa 24 mm lang. Er ist unter anderem umgeben von einer Hülle, die aus drei für das Auge wichtigen Schichten besteht:

  • Lederhaut (Sklera) und Hornhaut, die den Augapfel außen umhüllen. Die Lederhaut hat festes Gewebe und dient dem Auge bis zu einem gewissen Grad als Schutz vor physischen Einflüssen (z.B. Schlag). Sie geht im vorderen Bereich des Auges in die durchsichtige Hornhaut (Kornea) über, die das Auge einigermaßen vor Strahlung schützt (UV-Einstrahlung). Zusammen mit der Linse bildet die Hornhaut das optische System des Auges – d.h. im Großen und Ganzen sind Hornhaut und Linse dafür verantwortlich, dass auf das Auge treffendes Licht gebrochen und verkleinert auf der Netzhaut dargestellt wird. Dafür ist die Hornhaut gekrümmt und ragt über den Augapfel hinaus.
  • Aderhaut (Chorioidea), die äußerst gefäßreich ist, die Netzhaut versorgt und die Temperatur des Auges konstant hält.
  • Netzhaut (Retina), die sich im hinteren Teil des Auges befindet. Ihr kommt eine wesentliche Funktion beim Sehen zu. Rezeptoren der Netzhaut (Zapfen und Stäbchen) ermöglichen es, bei Tag, Dämmerung und sogar in der Nacht etwas sehen bzw. zumindest Konturen erkennen sowie Farben und Schattierungen unterscheiden zu können. Auf der Retina befindet sich der sogenannte Gelbe Fleck (Macula lutea), die Stelle des schärfsten Sehens. Auch die Papille, die Stelle, an der der Sehnerv aus dem Auge tritt, befindet sich auf der Netzhaut. Diese Stelle enthält keine Sehzellen. Sie wird als blinder Fleck bezeichnet, da ein solcher im Gesichtsfeld entsteht. Dieser wird jedoch nicht bemerkt, da er durch das Gehirn ausgeglichen wird. Der Sehnerv stellt die Verbindung zum Gehirn dar. Informationen (Licht) werden beim Sehvorgang umgewandelt und über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet.

Glaskörper & Kammerwasser

Der Glaskörper füllt das Innere des Auges aus – und nimmt einen großen Anteil des Raumes zwischen Linse und Netzhaut ein. Er besteht aus einer gelartigen Substanz mit feinen kollagenen Fasern. Seine Struktur lässt mit dem Alter etwas nach und wird flüssiger. Es kommt dazu, dass der Glaskörper einfällt und sich von seiner Anheftung an der Netzhaut ablöst (hintere Glaskörperabhebung). Das kann auch bereits früher eintreten, z.B. bei hoher Kurzsichtigkeit oder einer Prellung des Auges. Außerdem kann es dabei zu Netzhautrissen und einer Ablösung der Netzhaut kommen.

Durch das Kammerwasser der vorderen und hinteren Augenkammer wird der Augendruck zu einem wesentlichen Teil aufrechterhalten. Diesen Druck benötigt das Auge, um nicht in sich zusammenzufallen und seine nahezu runde Form zu behalten, die für optimales Sehen notwendig ist. Das Kammerwasser wird ständig gebildet und ist für die Versorgung von Hornhaut und Linse mit Nährstoffen wichtig. Funktioniert der Abfluss des Kammerwassers nicht richtig, staut sich die Flüssigkeit und der Augendruck nimmt zu – wie etwa beim Glaukom (Grüner Star).

Iris & Linse

Für den Sehvorgang sind verschiedene Strukturen des Auges wichtig. Dass ein Bild scharf und in ausreichender Helligkeit wahrgenommen werden kann, liegt u.a. an Iris und Linse des Auges.

Die Iris, die sich vor der Linse befindet, hat eine in ihrem Zentrum liegende Öffnung, die Pupille. Durch diese gelangt Licht ins Auge. Sie verengt sich bei Helligkeit und erweitert sich bei Dunkelheit bzw. Dämmerung. Außerdem ist sie für Naheinstellungen notwendig, bei denen sie sich ebenfalls verengt und so für mehr Tiefenschärfe sorgt.

Die hinter der Pupille gelegene Linse bricht das Licht, sodass es auf der Netzhaut genau so auftrifft, dass ein scharfes Bild entsteht – egal ob man den Blick in die Ferne schweifen lässt oder etwas in der Nähe betrachtet. Um dies zu erreichen, verändert die Linse ihre Krümmung (ihre Form). Sie ist elastisch und über die Zonulafasern mit dem Ziliarkörper verbunden. Wird der Blick in die Nähe gelenkt, werden durch Anspannung der Muskelfasern die Bänder des Ziliarkörpers gelockert. Die Linse wölbt sich stärker und nimmt eine kugeligere Form an. Die vordere Kammer flacht etwas ab, die Pupille wird verengt. Insgesamt nimmt die Brechkraft zu. Gegenstände in der Nähe können scharf gesehen werden. Beim Blick in die Ferne flacht die Linse wieder ab, da die Bänder des Ziliarkörpers einen Zug auf die Linse ausüben. Die Muskulatur ist nicht aktiv.

Die Fähigkeit des Auges mithilfe der Linse und ihrer Anpassung (Brechwert), Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung scharf auf der Netzhaut abbilden zu können, wird auch als Akkommodation bezeichnet. Das Auge kann also die Brechkraft verändern, damit Gegenstände in der Nähe, aber auch der Ferne scharf wahrgenommen werden.

Schutz & Beweglichkeit

Das Auge (genauer: der Augapfel) liegt – gepolstert von Fett- und Bindegewebe – in der knöchernen Augenhöhle (Orbita). Geschützt wird das Auge außerdem von den Lidern, die sich reflexartig schließen, wenn die Hornhaut berührt wird, und so Fremdkörper abhalten können. Die zwei Hautfalten (Ober- und Unterlied) sind mit dem Auge verbunden und schirmen zudem durch ihre Beweglichkeit vor starker Lichteinstrahlung ab. Durch permanentes Öffnen und Schließen der Lider verteilt sich außerdem die Tränenflüssigkeit. Sie bewahrt das Auge vor dem Austrocknen und hilft Krankheitskeime abzuwehren, hilft beim Abtransport von Fremdkörpern sowie bei der Reinigung des Auges. Die Tränenflüssigkeit enthält überdies Nährstoffe. Sie wird in Drüsen gebildet, die sich seitlich oberhalb der Augen befinden, und benetzt, wenn die Lider von oben nach unten bewegt werden, das Auge (Hornhaut, Bindehaut). Sie fließt an den inneren Lidrändern durch zwei kleine Öffnungen (die unteren Tränenpünktchen) und den Tränensack in die Nase ab. Außerdem bedeckt die Bindehaut einen kleinen Teil des Augapfels. Über die Lidspalte ist sie mit der inneren Seite des Lids verbunden.

Das Drehen des Kopfes ermöglicht es, den Sichtbereich zu erweitern. Aber auch die Augen sind beweglich, sodass die Umgebung betrachtet werden kann. Dafür setzen sechs verschiedene Muskeln am Auge an, teils gerade, teils schräg. Mit ihrer aufeinander abgestimmten Hilfe ist es möglich, sich einen Überblick zu verschaffen.

Weitere Infos:
Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse