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Symbolfoto für Lunge © Sebastian Kaulitzki

Asthma: Was ist das?

Wir atmen täglich etwa 20.000-mal ein und aus. Die Lunge ist unser Atmungsorgan – hier findet der lebenswichtige Gasaustausch statt: Den Körperzellen wird Sauerstoff für die Energiegewinnung bereitgestellt, Kohlendioxid als Abfallprodukt über die Atemwege (Nase, Mund, Nasen-Rachen-Raum, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien) abtransportiert. Für das Ein- und Ausatmen ist die Atemmuskulatur (u.a. das Zwerchfell) zuständig, die wie eine Pumpe wirkt. Die Erkrankung Asthma ist verständlicher, wenn Sie die normalen Abläufe der Atmung kennen.

Wie funktioniert unsere Atmung?

Unsere Lunge ist wie ein Baum aufgebaut, der auf dem Kopf steht. Die Luftröhre ist mit dem Stamm vergleichbar. Links und rechts von diesem Stamm befinden sich die Lungenflügel mit den großen Bronchien. Sie bilden zwei Hauptäste mit einer Reihe von kleineren Ästen. Daran schließen sich Zweige an, die als Bronchiolen bezeichnet werden. Am äußersten Ende der kleinsten Zweige befinden sich, vergleichbar mit den Blättern des Baumes, die Lungenbläschen.

Die Lungenbläschen werden von Blut umspült. In den Bläschen findet ein Gasaustausch statt: Frisch eingeatmete Luft enthält Sauerstoff. Dieser wird hier gegen das im Körper entstandene Kohlendioxid (chemische Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff) ausgetauscht und dann durch die Lunge ausgeatmet. Der Sauerstoff wird aus den Lungenbläschen in die Blutgefäße aufgenommen und mit den roten Blutkörperchen in alle Regionen des Körpers transportiert.

Eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Körpers ist nur dann sichergestellt, wenn die Atemluft ungehindert bis zu den Lungenbläschen strömen kann. Wie gut die Lunge „belüftet“ ist, hängt von der Beweglichkeit des Brustkorbs, der Kraft der Atemmuskeln, der Weite der Atemwege und der Dehnbarkeit der Lunge ab.

Vom Schutzmechanismus zur Überreaktion

In den Atemwegen wird die Luft beim Einatmen erwärmt und gereinigt. Denn mit jedem Atemzug nehmen wir auch feinste Partikel von Substanzen (Staub, Ruß, Pollen, Tierhaare etc.) und mikroskopisch kleine Krankheitserreger (Bakterien, Viren und Pilzsporen) auf. Ein gesundes Lungen- und Bronchialsystem verfügt über verschiedene Mechanismen zur Selbstreinigung. All diese Vorgänge laufen automatisch ab und lassen sich nicht bewusst steuern.

Die Bronchien können ihren Umfang verkleinern, um wie ein Filter Fremdkörper aufzuhalten. Dadurch ist auch die Öffnung zum Atmen verkleinert. Die Schleimhaut, die den Atemtrakt auskleidet, wird durch einen durchsichtigen Schleim feucht gehalten. Unerwünschte Substanzen bleiben daran haften. Flimmerhärchen (Zilien) in der Schleimhaut befördern schädliche Stoffpartikel – wie auf einem Förderband – Richtung Mund und Nase. So können sie ausgeniest, ausgeschneuzt oder geschluckt werden. Sind die Flimmerhärchen in ihrer Funktion gestört oder gar zerstört (z.B. durch Rauchen oder einen grippalen Infekt), kommt es in der Folge zu einem verstärkten Hustenreiz, um die bronchiale Reinigung zu unterstützen.

Bei Asthma reagiert die Lunge überempfindlich. Bereits normale Reize bewirken, dass die Schutzmechanismen (Husten, Verengung der Atemwege etc.) verstärkt ablaufen. Durch die ständige Abwehrreaktion können Asthmaanfälle ausgelöst oder verstärkt werden.

Typische Abläufe der Krankheitsentstehung

  • Entzündung der Bronchien: Asthma ist durch eine chronische Entzündung charakterisiert. Es kommt zu wiederkehrenden Verengungen der Atemwege (Obstruktion), einer Überempfindlichkeit und einer gestörten Schutzfunktion der Bronchien.

  • Bronchiale Überempfindlichkeit: Die entzündlichen Veränderungen haben eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Reize (z.B. Pollen, kalte Luft) zur Folge. Stoffe, die für einen gesunden Menschen völlig unbedenklich sind, führen bei Asthmatikerinnen/Asthmatikern zu einer Verengung der Bronchien. Die Muskulatur der Bronchien zieht sich zusammen (Bronchokonstriktion), die Schleimhaut schwillt durch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) an. Dadurch ist eine verstärkte Atemarbeit erforderlich. Es kommt zu einem Gefühl von Atemnot, das sich im Falle eines schweren Asthmaanfalls durch Erschöpfung der Atemmuskulatur noch steigern und zu einem massiven Sauerstoffmangel im Blut führen kann.

  • Mangelnde bronchiale Reinigung (Clearance): Die Abwehr- und Schutzfunktion der Bronchien wird durch die Entzündungsprozesse gestört. Die Bildung von Schleim ist vermehrt, sein Abtransport verlangsamt. Die Selbstreinigung der Lunge ist gestört. Das Sekret kann schlecht abfließen und verlegt die Atemwege. Die Flimmerhärchen können Staub und andere Fremdkörper nicht mehr ausreichend zu Mund und Nase abtransportieren. Das trägt zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfekten und zu einer weiteren Verschlimmerung der Erkrankung bei.

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