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Hand mit geröteten Hautstellen © eyetronic

Kontaktallergie: Diagnose

Bei einem Kontaktekzem wird die Haut rot und juckt an der Stelle, wo ein direkter Kontakt mit dem auslösenden Stoff (Allergen) bestand. Zu Beginn treten Bläschen auf, die auch nässen und Krusten bilden. Zudem sind Betroffene von Juckreiz geplagt. Hauttests helfen bei der Diagnosestellung.

Rechtzeitig ärztliche Hilfe suchen

Die betroffenen Hautstellen können sich in seltenen Fällen auch entzünden – allerspätestens dann ist eine ärztliche Behandlung unbedingt erforderlich. Meist heilen die Kontaktekzeme nach Vermeidung mit dem Allergen langsam, aber vollständig ab. Handelt es sich um eine chronische Hauterscheinung, blasst die Rötung ab, es kommt zur Schuppung und Verdickung der Haut. Doch nicht nur die Hautstelle, bei der Kontakt mit dem Allergen bestand, zeigt ein Ekzem. Selten streut sich diese Hauterscheinung auf mehrere Stellen und kann sich sogar auf den ganzen Körper ausbreiten. Tritt ein Ekzem im Ohrbereich auf, sind möglicherweise Ohrringe oder Kopfhörer daran schuld.

Allergenaufnahme über Nahrung und Luft

Selten entsteht ein allergisches Kontaktekzem über die Aufnahme nickelhaltiger Nahrungsmittel (z.B. Schokolade, Soja bzw. andere Hülsenfrüchte, schwarzer Tee) oder durch Übertragung in der Luft (z.B. von Pflanzenbestandteilen wie Primin aus der Primel). Auch im Mundbereich kann sich eine Kontaktallergie manifestieren – etwa um den Mund herum, auf den Lippen oder im Mund (allergische Kontaktstomatitis). Bei einer allergischen Kontaktstomatitis ist die Mundschleimhaut gerötet und geschwollen. Es kann auch zu Schädigungen, z.B. kleinen Rissen, der Schleimhaut kommen. Zudem brennt es im Mund, und die Patientin/der Patient hat das Gefühl eines Fremdkörpers oder einer Missempfindung. Zu den Auslösern gehören z.B. Prothesen aus Metall oder Kunststoff.

Erhebung der Krankengeschichte

Am Anfang der Diagnostik steht eine ausführliche Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte). Darunter fallen Fragen wie z.B., ob bereits Allergien vorhanden sind (auch in der Familie), welcher Beruf ausgeübt oder welche Hautpflege angewandt wird oder ob Medikamente zur Anwendung kommen. Es ist außerdem möglich, dass das Ekzem gar nicht allergisch, sondern toxisch bedingt ist (z.B. bei Reaktion auf Wasch- oder Reinigungsmittel), d.h. die Stoffe darin greifen die Haut aggressiv an.

Hauttests zur Abklärung

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Diagnosefindung ist der sogenannte Epikutantest (Pflastertest). Bei diesem werden Pflaster, die Allergene enthalten, auf den Rücken geklebt. Nach 24 oder 48 und 72 Stunden wird überprüft, ob eine Hautreaktion sichtbar ist. Ist die Reaktion unklar, kann nach 96 Stunden eine weitere Ablesung erfolgen. Dabei wird von der Testsubstanz an der Haut ein kleines Kontaktekzem ausgelöst. Da manchmal auch nicht allergische irritative Reaktionen ausgelöst werden können, ist es Aufgabe der Allergologin/des Allergologen, das Testergebnis zu interpretieren.

Bei einer offenen Epikutantestung, die vor allem zur Testung hinsichtlich Substanzen wie z.B. Duschgels oder Desinfektionsmittel sinnvoll ist, wird der Stoff mehrmals täglich auf ein Hautareal appliziert. Nach 48 und 72 Stunden erfolgt die Beurteilung. Um herauszufinden, ob es sich um Allergieauslöser handelt, die fotosensibilisierend sind, findet der Fotopatch-Test Anwendung. Bei diesem werden Testsubstanzen wie bei einem Epikutantest – allerdings doppelt – aufgeklebt. Eine Hälfte wird UVA-Strahlung ausgesetzt, die andere nicht. Fotoallergische Reaktionen entstehen aus der kombinierten Wirkung zwischen einem Stoff (z.B. Hautcreme) und UV-Licht. Daher werden sie vor allem an den dem Licht ausgesetzten Stellen sichtbar, können sich aber auch auf die weitere Haut ausbreiten.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Diagnose und Therapie einer Kontaktallergie werden von einer allergologisch geschulten Fachärztin/einem allergologisch geschulten Facharzt für Hautkrankheiten sowie im Allergie-Ambulatorium bzw. in einer Allergie-Ambulanz durchgeführt. Erste Anlaufstelle ist die Hautärztin/der Hautarzt, um die Verdachtsdiagnose zu stellen und andere Hauterkrankungen auszuschließen.

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