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Pflegehelferin füttert Seniorin © Alexander Raths

Pflege(-fach)assistentin/(-fach)assistent

Die Pflegeassistenzberufe unterstützen diplomiertes Pflegepersonal sowie Ärztinnen und Ärzte bei der Betreuung pflegebedürftiger Menschen. Sie sind zuständig für die Unterstützung bei der Pflege, Mitarbeit bei Therapie und Diagnose . . .

Offizielle Berufsbezeichnung

  • Pflegeassistentin/Pflegeassistent
  • Pflegefachassistentin/Pflegefachassistent

Aufgaben und Tätigkeitsbereiche

Zu den Aufgaben der Pflegeassistenz im Rahmen der Pflege zählen insbesondere:
  • Durchführung von Grundtechniken der Pflege und der Mobilisation,
  • Körperpflege und Ernährung,
  • Krankenbeobachtung,
  • prophylaktische Pflegemaßnahmen,
  • Dokumentation der durchgeführten Pflegemaßnahmen sowie
  • Wartung, Reinigung und Desinfektion von Behelfen.

Im Rahmen der Mitarbeit bei Therapie und Diagnose dürfen im Einzelfall nach schriftlicher ärztlicher Anordnung und unter Aufsicht von diplomierten Pflegepersonen oder von Ärztinnen/Ärzten folgende Tätigkeiten durchgeführt werden:

  • Verabreichung von Arzneimitteln,
  • Anlegen von Bandagen und Verbänden,
  • Verabreichung von subkutanen Insulininjektionen und subkutanen Injektionen von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln
  • standardisierte Blut-, Harn- und Stuhluntersuchungen sowie Blutentnahme aus der Kapillare im Rahmen der patientennahen Labordiagnostik und Durchführung von Schnelltestverfahren
  • Blutentnahme aus der Vene, ausgenommen bei Kindern
  • Durchführung von Sondenernährung bei liegenden Magensonden,
  • Maßnahmen der Krankenbeobachtung aus medizinischer Indikation (z.B. Messen von Blutdruck, Puls, Temperatur, Gewicht sowie Beobachtung der Bewusstseinslage oder Atmung) sowie
  • einfache Wärme- und Lichtanwendungen.

Darüber hinaus darf die Pflegefachassistentin/der Pflegefachassistent im Rahmen der Mitwirkung bei Diagnostik und Therapie im Einzelfall nach schriftlicher ärztlicher Anordnung folgende Tätigkeiten ausüben:

  • Durchführung standardisierter diagnostischer Programme, wie EKG, EEG, BIA,
    Lungenfunktionstest,
  • Legen und Entfernen von transnasalen und transoralen Magensonden,
  • Setzen und Entfernen von transurethralen Kathetern bei der Frau, ausgenommen bei
    Kindern,
  • Ab- und Anschluss laufender Infusionen, ausgenommen Zytostatika und Transfusionen mit Vollblut und/oder Blutbestandteilen, bei liegendem periphervenösen Gefäßzugang, die Aufrechterhaltung dessen Durchgängigkeit sowie gegebenenfalls die Entfernung desselben,
  • Anlegen von Miedern, Orthesen und elektrisch betriebenen Bewegungsschienen
    nach vorgegebener Einstellung.

Die Pflegeassistenz arbeitet nur nach Anordnung und unter Aufsicht. 

Wo arbeiten die Pflegeassistenzberufe?

Die Pflegeassistenz arbeitet ausschließlich im Rahmen eines Dienstverhältnisses, z.B. in Spitälern, in Pflegeheimen, in Einrichtungen der Behindertenbetreuung, in Seniorenwohnheimen, in Rehabilitationseinrichtungen, bei Organisationen der Hauskrankenpflege und Betreuung zu Hause, in Arztordinationen oder bei Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege (diplomierte Pflegepersonen), die freiberuflich tätig sind.

Fundierte Ausbildung

Pflegeassistentin/-assistent

Die Ausbildung zur Pflegeassistentin/zum Pflegeassistenten erfolgt an einer Schule für Gesundheits- und Krankenpflege oder in einem Lehrgang für Pflegeassistenz und dauert bei Vollzeitausbildung ein Jahr mit einem Umfang von 1.600 Stunden. Die Ausbildung ist auch in Form einer Teilzeitausbildung, in Verbindung mit einer anderen Ausbildung oder im Rahmen eines Dienstverhältnisses möglich. Der Abschluss der Ausbildung erfolgt durch eine kommissionelle Abschlussprüfung (Zeugnis). 

Pflegefachassistentin/-fachassistent

Die Ausbildung zur Pflegefachassistentin/zum Pflegefachassistenten erfolgtan einer Schule für Gesundheits- und Krankenpflege und dauert bei Vollzeitausbildung zwei Jahre mit einem Umfang von 3.200 Stunden. Die Ausbildung ist auch in Form einer Teilzeitausbildung, in Verbindung mit einer anderen Ausbildung oder im Rahmen eines Dienstverhältnisses möglich. Der Abschluss der Ausbildung erfolgt durch eine kommissionelle Abschlussprüfung (Diplom).

Um ständig auf dem aktuellen Stand zu sein, müssen sich Berufe der Pflegeassistenz regelmäßig fortbilden. Außerdem gibt es Weiterbildungen zur Erweiterung und Vertiefung der in der Ausbildung erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten. Dazu zählen z.B. Hauskrankenpflege, Palliativpflege, Pflege bei Demenz etc.

Ab Jänner 2018 müssen sich Pflegeassistenzberufe in das Gesundheitsberuferegister eintragen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Im Krankenhaus

Wenn Sie während eines Krankenhausaufenthaltes von Berufsangehörigen der Pflegeassistenzberufe betreut werden, sind die Kosten durch Ihren Krankenversicherungsträger abgedeckt. Weitere Informationen erhalten Sie unter Krankenhausaufenthalt.

In der Hauskrankenpflege

Im Rahmen der Hauskrankenpflege erbringen die Pflegeassistenzberufe schwerpunktmäßig Leistungen in der Grundpflege, Körperpflege, Mobilisation, Ernährung und pflegerischen Prophylaxe. Erfolgt die Pflegeassistenz unter Aufsicht von diplomiertem Krankenpflegepersonal, werden die Kosten von Krankenversicherungsträgern übernommen. Zuschüsse gewähren Bundesländer und/oder Gemeinden bzw. Magistrate. Die tatsächliche Förderung ist je nach Bundesland verschieden, konkrete Auskünfte gibt Ihnen die Sozialabteilung Ihrer Landesregierung. Informationen finden Sie auch auf den jeweiligen Gesundheits- und Sozialseiten der Bundesländer und beim Info-Service des Sozialministeriums. Weitere Informationen zum Thema Angebot sozialer Dienste und Links zu den Behörden finden Sie auf www.help.gv.at.

Pflegegeld und Services

Für Menschen ab einem bestimmten Pflegebedarf gibt es das Pflegegeld. Dieser zweckgebundene Zuschuss dient zur Abdeckung des aus der Pflegebedürftigkeit entstehenden Mehraufwandes. Nähere Informationen über die Höhe des Pflegegeldes, die Beantragung und die Voraussetzungen finden Sie auf www.help.gv.at. Für pflegebedürftige Menschen, deren Angehörige und alle Personen, die mit Problemen der Pflege befasst sind, stellt das Sozialministerium folgende Serviceeinrichtung im Internet zur Verfügung.

Internetplattform für pflegende Angehörige

Die Plattform bietet pflegebedürf­tigen Menschen und deren Angehörigen Wissenswertes rund um die Pflege zu Hause und gibt Basis-Informationen zu pflegerelevanten Themen sowie Antworten zu häufig gestellten Fragen. Mehr unter www.pflegedaheim.at.

Informative Links

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