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Symbolfoto Suche im Internet © doucefleur
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Die Suche nach dem Arzt

In Österreich gilt die freie Arztwahl: Jede/jeder Versicherte und ihre/seine mitversicherten Angehörigen können die Ärztin oder den Arzt des Vertrauens nach eigenem Ermessen wählen. Jede Patientin/ jeder Patient möchte nicht nur fachlich qualifiziert, sondern auch mit Wertschätzung in einer gut organisierten Praxis behandelt werden. Aber wie findet man die passende Ordination? Die Online-Arztsuche der Landesärztekammer hilft dabei.

Online-Arztsuche

Die Online-Datenbanken sind hilfreich bei der Suche nach der passenden Ordination. Die Daten der in Ihrer Nähe praktizierenden Ärztinnen und Ärzte liegen bei der Landesärztekammer Ihres Bundeslandes auf und können online abgerufen werden. Es ist auch möglich, nach bestimmten Fachgebieten (z.B. Orthopädie) zu suchen.

Woran erkenne ich eine gute Arztpraxis?

Jede Patientin/jeder Patient möchte nicht nur fachlich qualifiziert, sondern auch mit Wertschätzung in einer gut organisierten Praxis behandelt werden. Es fällt jedoch schwer einzuschätzen, ob eine Ärztin/ein Arzt und eine Praxis diese Erwartungen erfüllt. Arztbewertungsportale im Internet haben zwar stark zugenommen, bieten jedoch wenig seriöse Hilfestellung. Meist ist es sinnvoller, Vetrauenspersonen über ihre Erfahrungen mit einer Ärztin/einem Arzt zu befragen oder sich selbst ein Bild zu machen.

Folgende Kriterien können Ihnen dabei helfen:

  • Nimmt die Ärztin/der Arzt mich und mein spezielles gesundheitliches Problem ernst?
  • Informiert und berät mich meine Ärztin/mein Arzt ausführlich und verständlich??
  • Erhalte ich von meiner Ärztin/meinem Arzt Hinweise auf weiterführende Informationsquellen und Beratungsangebote?
  • Kann ich Bedürfnisse und Ängste offen ansprechen und Fragen stellen?
  • Bezieht mich meine Ärztin/mein Arzt in alle Entscheidungen zu meiner gesundheitlichen Situation ein?
  • Behandeln mich Ärztin/Arzt und Mitarbeiter/innen in der Ordination freundlich und respektvoll?
  • Erhalte ich ohne Probleme Zugang zu meiner Krankengeschichte?
  • Akzeptiert meine Ärztin/mein Arzt, dass ich im Zweifelsfall eine zweite Meinung einholen möchte?
  • Wird in der Ordination der Schutz meiner Person und Intimsphäre gewahrt? Kann ich auch bei der Anmeldung in der Ordination ungestört und vertraulich mein Anliegen äußern?
  • Kann ich Ärztin/Arzt und Ordination gut erreichen?

Wann gehe ich zu welcher Ärztin/welchem Arzt?

Bei gesundheitlichen Problemen führt der erste Weg zur Hausärztin/zum Hausarzt. Sie/er betrachtet dabei nicht allein Ihre Erkrankung, sondern auch Ihre Arbeitssituation und Ihr familiäres Umfeld und ist auch Ansprechperson für die Vorsorge. Zudem steuert Sie Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt durch das Gesundheitssystem, wenn gesundheitliche Probleme auftreten, die in der hausärztlichen Praxis nicht (mehr) behandelt werden können, oder wenn Sie eine andere als eine ärztliche Behandlung brauchen (z.B. Pflege, Physiotherapie etc.).

Fachärztinnen und Fachärzte verfügen über eine Ausbildung in einer bestimmten medizinischen Fachrichtung: z.B. innere Medizin, Augenheilkunde, Gynäkologie etc. Dafür haben sie nach ihrem Studium eine mindestens sechsjährige Ausbildung zur Fachärztin/zum Facharzt absolviert. Es ist sinnvoll, sich vor jedem Facharztbesuch eine Überweisung von der Hausärztin/vom Hausarzt zu holen.

Zusatzausbildungen für Ärztinnen und Ärzte

Akupunktur, Arbeitsmedizin, Psychosomatische Medizin – alle in Österreich praktizierenden Ärztinnen und Ärzte sind laut Ärztegesetz verpflichtet, sich laufend fortzubilden. Ergänzend zur medizinischen Basisausbildung und den gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildungen absolvieren viele Ärztinnen und Ärzte Zusatzausbildungen, die beispielsweise von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) angeboten werden.

Ärztinnen und Ärzte können unter anderem folgende ÖÄK-Diplome erwerben:

  • Psychosomatische Medizin: Krankheiten werden in ihrem bio-psycho-sozialen Zusammenhang – also ganzheitlich – betrachtet und die Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung seelischer und sozialer Faktoren behandelt.
  • Akupunktur: Chinesische Nadeltherapie – z.B. bei Heuschnupfen, Tennisellenbogen, Menstruationsbeschwerden, allergischem Asthma oder chronischem Wirbelsäulenleiden.
  • Ernährungsmedizin: Diagnostik, Therapie und Vorsorge ernährungsbedingter Erkrankungen – z.B. bei Übergewicht, Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergien, Diabetes, Herzerkrankungen, Essstörungen.
  • Arbeitsmedizin: Diese hat das Ziel, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu erhalten und zu fördern. Zu den Aufgabengebieten der Arbeitsmedizinerinnen und -mediziner zählen unter anderem Bereiche wie die Schutzkleidung für bestimmte Berufsgruppen, die Gestaltung der Arbeitsplätze sowie die Verhinderung berufsbedingter Erkrankungen.
  • Begleitende Krebsbehandlungen: Sie ergänzen die Schulmedizin durch den qualitätsorientierten Einsatz komplementärer Behandlungen bei der Therapie von Krebserkrankungen (z.B. Misteltherapie).
  • Geriatrie: Behandlung von Erkrankungen und Behinderungen des höheren Lebensalters.
  • Manuelle Medizin: Manuelle (spezielle mit der Hand ausgeübte) Untersuchungstechniken am Stütz- und Bewegungsapparat, um Funktionsstörungen zu erkennen und sie entsprechend der manuellen Techniken zu behandeln.
  • Palliativmedizin: Qualifizierte Betreuung von unheilbar kranken Menschen.
  • Spezielle Schmerztherapie: Spezielle Weiterbildung in Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Schmerzen.

Ärztinnen und Ärzte informieren Sie auf ihrem Ordinationsschild und/oder ihrem Web-Auftritt über Zusatzqualifikationen. Auch die meisten Online-Arztsuchen liefern Informationen über absolvierte Zusatzausbildungen. Jede Ärztin/jeder Arzt kann jede Leistung anbieten, für die sie/er eine Ausbildung hat. Die zulässigen ärztlichen Tätigkeiten sind nicht auf wissenschaftlich anerkannte Methoden beschränkt, sondern umfassen auch komplementärmedizinische Methoden wie Homöopathie, Akupunktur etc.

 Weitere Informationen über ÖÄK-Diplome finden Sie unter Ärzteakademie.

Wann gehe ich in die Krankenhausambulanz?

Ein Besuch in der Krankenhausambulanz ist dann notwendig, wenn

  • Erste Hilfe geleistet werden muss und sonst keine ärztliche Betreuung erreichbar ist;
  • Leistungen im Rahmen von Behandlungs- und Untersuchungsmethoden erforderlich sind, die anderswo nicht erbracht werden können;

Hinweis Ambulanzen sollten keinesfalls als Ersatz für den Besuch bei der Hausärztin/beim Hausarzt aufgesucht werden.

Vorsorgeuntersuchung in der Arztpraxis

Gute Medizin beschäftigt sich nicht allein mit dem Gesundwerden, sondern auch mit dem Gesundbleiben. Ärztinnen und Ärzte mit speziellem Kassenvertrag bieten Vorsorgeuntersuchungen an. Auch andere Vorsorgemaßnahmen können ins Leistungsspektrum von Ärztinnen und Ärzten fallen. Diese sind nicht zwangsläufig Leistungen, die von den Krankenversicherungsträgern abgedeckt werden. Fragen Sie daher vorher bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt nach dem Honorar bzw. der Kostendeckung durch die Krankenversicherungsträger.

Mögliche Teile des ärztlichen Vorsorgeangebots sind die Beratung bzw. Betreuung

  • von Raucherinnen und Rauchern,
  • von alkoholkranken Patientinnen und Patienten oder Personen mit kritischem Alkoholkonsum,
  • bei Fragen zur Ernährung,
  • von Diabetikerinnen/Diabetikern, auch bei sogenannten Disease-Management-Programmen, die das Ziel haben, chronisch kranke Menschen über Praxis- und Spitalsgrenzen hinweg zu behandeln,
  • bei Problemen mit dem Herz-Kreislauf-System und
  • bei Fragen zur Bewegung.
Dies geschieht nicht immer nur in den Ordinationen: Mitunter organisiert Ihr Krankenversicherungsträger auch Seminare oder Aktionstage – etwa zu den Themen Entspannung, Ernährung, Frauen- und Männergesundheit, Sicherheit von Seniorinnen und Senioren oder Rückengesundheit. Fragen Sie bei Ihrem Krankenversicherungsträger, nach derartigen Angeboten.  

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