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So gesund ist gemeinsam essen!

Familie beim Kochen © Urheber: JenkoAtaman
Familie beim Kochen © Urheber: JenkoAtaman
20.12.2018

Zu Weihnachten und zu den Feiertagen wird gerne viel Zeit mit Familie und Freunden beim gemeinsamen Essen verbracht. Warum es für Kinder und Jugendliche positiv ist, auch während des Jahres zusammen mit den Eltern zu essen oder zu kochen, erklärt der Verein forum. ernährung heute (f.eh) in einer Presseinformation. Vor allem für die Vorbeugung von Übergewicht können Familien laut wissenschaftlichen Studien entscheidende Weichen stellen.

„Essen Kinder und Jugendliche häufig gemeinsam mit der Familie, ist das mit gesünderen Essgewohnheiten und einem geringeren Body Mass Index verbunden“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Marlies Gruber vom forum. ernährung heute. Keine Rolle spielt hingegen, wie viele Familienmitglieder sich um den Esstisch versammeln, ob zuhause, im Gasthaus oder Restaurant, ob morgens, mittags oder abends. Es kommt nicht einmal zwingend auf die engere Familie an. Hauptsache es wird gemeinsam gegessen, also auch im Kindergarten oder in der Schule. Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler vermuten, dass es vor allem die Eltern sind, die durch die Vorauswahl und die Zubereitung der Speisen positiv beeinflussen können, was Kinder essen.

Wie die Familie das Ernährungsverhalten beeinflusst

„Eltern können eine ausgewogene Ernährungsweise vorleben und es Kindern mit ihrem Angebot ermöglichen, verschiedene Lebensmittel und Geschmäcker zu probieren“, sagt Gruber. Einen entscheidenden Einfluss von Familien auf das Übergewicht von Kindern und Jugendlichen bestätigten auch die Ergebnisse der I.Family-Studie aus dem Jahr 2017: Laut der Studie ähneln sich die Mitglieder einer Familie beim Ernährungsverhalten und beim Körpergewicht. Dort, wo reichlich Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, Getreide, Fisch, Milchprodukte und Fleisch auf den Teller kommen, bringen Kinder seltener zu viel auf die Waage. Bei der I.Family-Studie wurden mehr als 16.000 Kinder in acht europäischen Ländern über fünf Jahre hinweg wissenschaftlich begleitet.

Gesund essen braucht Zeit 

„Mit Kindern einzukaufen und zu kochen bringt wichtige Kompetenzen fürs Leben. Wenn Kinder mitkochen, macht das nicht nur Spaß. Sie erweitern ihr Wissen über Lebensmittel mit allen Sinnen. Sie sind kreativ, was ihr Selbstvertrauen stärkt. Sie lernen, dass Kochen natürlicherweise Zeit braucht. Sie essen eher, was sie selbst mitgekocht haben. Sie erfahren zu scheitern und erleben, dass auch der Abwasch zum gemeinsamen Essen dazugehört“, betont Gruber. 

Kinder übernehmen nicht nur das „Was“, sondern auch das „Wie“: Fernsehen während des Essens, ein TV-Gerät im Kinderzimmer sowie Fernsehkonsum von mehr als einer Stunde pro Tag sind laut I.Family-Studie Faktoren, welche die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht erhöhen. Bleibt auch das Smartphone in der Hand, so sind das Signale, dass Essen keine ungestörte Aufmerksamkeit braucht. „Ablenkungen führen zu einer ungesünderen Ernährungsweise und zu einem höheren Konsum. Umgekehrt werden auch Tischregeln, Wertschätzung des Essens, Genussfähigkeit, sich Zeit nehmen und Tischkonversation durch Nachahmen erlernt“, so Gruber. 

Gefühle essen mit 

Die Vorbildwirkung trifft auch auf die emotionale Verbindung zum Essen zu. So können Eltern ihren Kindern eine positive Haltung gegenüber einer gesunden, abwechslungsreichen Lebensmittelauswahl vermitteln. Aber nicht nur Positives wird nachgeahmt: Stress-Essen schauen sich Kinder ebenso von ihren Eltern ab – und das langfristig. Emotionale Essmuster der Eltern finden sich bei erwachsenen Kindern mitunter selbst dann noch, wenn sie längst von zuhause ausgezogen sind.

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