Praxistipps: Nutzung von KI-Chatbots für Gesundheitsfragen
Künstliche Intelligenz (KI) begegnet Menschen heute an vielen Stellen im Internet: KI-Zusammenfassungen in Suchmaschinen wie Google zeigen oft automatisch eine von KI erstellte Zusammenfassung der Suchergebnisse an, die einen schnellen Überblick bieten. Viele Menschen nutzen auch KI-Chatbots für Gesundheitsfragen: Anwendungen wie ChatGPT (OpenAI), Copilot (Microsoft) oder Gemini (Google) funktionieren als Frage-Antwort-System. Sie können Informationen auf Basis enormer Textmengen generieren.
Welchen Nutzen haben KI-Chatbots bei Gesundheitsfragen?
Menschen haben durch KI-Chatbots eine einfache Möglichkeit, sich mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen. KI-Anwendungen können komplexe medizinische Inhalte verständlich machen und helfen, die eigene Gesundheit besser zu verstehen.
Insbesondere für chronische Erkrankungen sehen Fachleute in spezifischen KI-Anwendungen Potenziale im Bereich Selbstmanagement, z.B. durch Anleitungen oder das Erkennen von Warnzeichen.
Spezielle KI-Chatbots können bei Fragen zur psychischen Gesundheit leicht zugängliche Unterstützung bieten. Entscheidend ist, wie man sie nutzt: Wer mit KI vor Problemen flieht oder dadurch Kontakte zu anderen Menschen ersetzt, kann emotional abhängig werden. Wer KI ergänzend nutzt, zum Beispiel um Fähigkeiten zu üben oder Rat einzuholen, hat kein erhöhtes Risiko für eine solche Abhängigkeit.
Welche Risiken haben KI-Chatbots bei Gesundheitsfragen?
KI-Chatbots liefern schnell Antworten auf Gesundheitsfragen. Die Informationen sind jedoch nicht immer zuverlässig. Chatbots können falsche, unvollständige oder veraltete Angaben machen und manchmal sogar Informationen erfinden.
KI-Chatbots neigen dazu, Nutzer:innen zu schmeicheln bzw. zu „gefallen“ und sind darauf trainiert, sich stark ihren Ansichten anzupassen.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Chatbots keine individuelle medizinische Situation beurteilen können. Sie ersetzen weder die Untersuchung noch die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Besonders in Notfällen sind sie ungeeignet.
Auch der Datenschutz spielt eine wichtige Rolle. Angaben zu Symptomen oder anderen Gesundheitsdaten können sensibel sein. Bei öffentlich zugänglichen KI-Chatbots ist nicht immer sichergestellt, wie diese Daten gespeichert oder weiterverwendet werden. Deshalb sollten möglichst keine persönlichen Gesundheitsdaten eingegeben werden.
Was sollte man bei der Nutzung von KI-Chatbots für Gesundheitsfragen beachten?
Die Praxisleitfaden zur Nutzung von KI-Chatbots für Gesundheitsfragen bündelt praktische Tipps, was man vor der Nutzung beachten sollte, wie man eine Frage an den Chatbot gut formuliert und die Antwort überprüft. Eine Auswahl der Tipps:
- KI als Ergänzung nutzen, nicht als Ersatz für medizinische Beratung
- KI nie im Notfall verwenden
- Fragen präzise und konkret stellen
- KI anweisen, vertrauenswürdige Quellen zu nutzen, z.B. die Linkliste der ÖPGK.
- Antworten kritisch hinterfragen
- Quellen überprüfen, auf Aktualität achten
Kurz gesagt: KI-Chatbots können bei der Orientierung und Informationssuche unterstützen. Wichtige Gesundheitsentscheidungen sollten aber nie allein auf Grundlage von KI-Antworten getroffen werden.
Weitere Informationen:
- Praxisleitfaden zur Nutzung von KI-Chatbots für Gesundheitsfragen (ÖPGK)
- Factsheet Generative künstliche Intelligenz (KI) und Gesundheitsinformationen (ÖPGK)
- Soziale Medien, KI: Digitale Kompetenzen von Jugendlichen unterstützen
- pflege.gv.at: Neuer Chatbot hilft bei Fragen zu Pflege und Betreuung
Letzte Aktualisierung: 19. Oktober 2026
Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal