Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Frau misst Körpertemperatur © Robert Kneschke

Die Temperaturmethode

Die Temperaturmethode zählt zur natürlichen Empfängnisverhütung, bei der mittels Körpertemperatur die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage innerhalb eines Menstruationszyklus bestimmt werden. Die Temperaturmethode kann einerseits dazu verwendet werden, die fruchtbaren Tage zu zeigen, um einen Kinderwunsch zu unterstützen. Andererseits erfahren Paare mit dieser Methode, wann verhütet werden muss, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern . . .

Wie wird die Temperaturmethode angewandt?

Die Körpertemperatur muss vor dem Aufstehen immer zur gleichen Uhrzeit gemessen werden. Die Aufwachtemperatur zeigt an, wann der Eisprung vorüber ist. Sie ist in der ersten Zyklushälfte – vom Beginn der Monatsblutung bis zum Eisprung – etwas niedriger als in der zweiten Zyklushälfte. Nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur etwas an und bleibt bis zur nächsten Monatsblutung erhöht. Ist die Temperatur gestiegen und bleibt auf diesem höheren Niveau, ist der Eisprung erfolgt.

Die Temperatur wird Tag für Tag aufgeschrieben oder in ein Temperaturkurvenblatt eingetragen. Aus dem Verlauf der Kurve kann die Frau ihren Eisprung ersehen.

Die „3-über-6-Regel“

Die leichteste Methode, die Temperaturkurve zu beurteilen, geschieht nach der sogenannten "3-über-6-Regel". Sobald die Temperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen höher ist als an den sechs vorangegangenen Tagen, kann davon ausgegangen werden, dass der Eisprung stattgefunden hat. Ab dem dritten Tag nach dem Eisprung wird angenommen, dass das Ei nicht mehr befruchtungsfähig ist. Die Messung der Körpertemperatur kann im Mund, in der Scheide oder im After durchgeführt werden.

Hinweis Pro Zyklus muss immer an der gleichen Stelle gemessen werden. Für die Messung kann ein Galliumthermometer oder auch ein digitales Thermometer verwendet werden.

Wie zuverlässig ist die Temperaturmethode?

Die Zuverlässigkeit ist von der fehlerfreien und genauen Anwendung abhängig. Voraussetzung ist, den eigenen Körper gut zu kennen, ausreichend Schlaf und kein Stress. (Pearl-Index 3–20).

Durch die zusätzliche Beobachtung des Gebärmutterhalsschleims kann die Sicherheit noch erhöht werden. Die Kombination von Temperaturmethode und Schleimbeobachtung nennt man auch symptothermale Methode.

Hinweis Inzwischen gibt es zur Wahrnehmung von Fruchtbarkeitszeichen mehrere Hilfsmittel auf dem Markt, wie z.B. den Verhütungscomputer.

Die Vor- und Nachteile der Temperaturmethode

Die Temperaturmethode bzw. die symptothermale Methode sind eigentlich keine Verhütung im klassischen Sinn. Viele Paare verwenden sie vor allem, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Die Vorteile

  • Die Temperaturmethode bzw. die symptothermale Methode können sowohl zur Verhütung als auch zur Erfüllung des Kinderwunsches genutzt werden.
  • Das Wissen um Vorgänge im weiblichen Körper wird erweitert.

Die Nachteile

  • Regelmäßige genaue Körperbeobachtung und deren Aufzeichnung sind notwendig.
  • Konsequente Anwendung und Disziplin sind erforderlich.
  • Fehleinschätzungen sind möglich.
  • Die Körpertemperatur kann auch aus anderen Gründen erhöht sein (z.B. Krankheit).
  • Während der fruchtbaren Tage muss ein zusätzliches Verhütungsmittel (z.B. Kondom oder Diaphragma) verwendet oder auf den Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Wer sich kostenlos über natürliche Verhütungsmethoden informieren möchte, kann sich an die Frauenärztin/den Frauenarzt wenden.
Hier finden Sie eine Liste aller österreichweiten Jugendberatungsstellen zum Thema Verhütung.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse