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Symbolfoto Psychotherapie © Renee Jansoa

Psychotherapie

Psychotherapie kann sowohl begleitend – auch wenn man nur mehr über sich selbst erfahren möchte – als auch therapeutisch in psychischen/seelischen Belangen eingesetzt werden. Mittels psychotherapeutischer Verfahren kann seelisches Leid gelindert bzw. geheilt werden. Auch in Lebenskrisen und zur Persönlichkeitsentwicklung ist sie hilfreich. Hilfesuchende werden in der Psychotherapie in der persönlichen Entwicklung und bei der Suche nach Problemlösungen oder Veränderung begleitet. In Österreich sind mehrere psychotherapeutische Methoden anerkannt – von der klassischen Psychoanalyse hin bis zur Verhaltenstherapie.

Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie hat zum Ziel, seelisches Leid mithilfe psychotherapeutischer Verfahren zu heilen oder zumindest zu lindern. Außerdem kann sie in Lebenskrisen helfen und die Persönlichkeitsentwicklung sowie die seelische Gesundheit fördern. Psychotherapie wird von Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten als eigenständiger, freier Beruf oder in einem Angestelltenverhältnis nach dem Psychotherapiegesetz praktiziert. Aber auch Ärztinnen/Ärzte führen psychotherapeutische Medizin im Rahmen der ärztlichen Behandlung durch, sofern sie die notwendigen Qualifikationen dafür erfüllen. Als eigenständiges Heilverfahren im Gesundheitsbereich eignet sich die Psychotherapie für die Behandlung von psychischen, psychosozialen, aber auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen. Im Zentrum der Psychotherapie stehen die Beziehung, der Austausch und das Gespräch zwischen der Psychotherapeutin/dem Psychotherapeuten und der Patientin/dem Patienten. Diverse Übungen – je nach psychotherapeutischer Methode – können diesen Austausch unterstützen bzw. festigen.

Eine Psychotherapie ist etwas Individuelles. Der Ablauf ist in kein festgelegtes Schema gepresst. In der Psychotherapie werden die Probleme der/des Hilfesuchenden nicht einfach von der Therapeutin/dem Therapeuten „gelöst“. Vielmehr geht es darum, die Patientinnen/Patienten in ihrer Entwicklung und bei der Suche nach einer Problemlösung oder Veränderung zu begleiten. Somit können sich Menschen mit seelischen Leiden selbst verstehen und helfen lernen.

Wann hilft Psychotherapie?

Wenn sich seelische Leidenszustände und Probleme allein oder mithilfe von Bezugspersonen nicht mehr bewältigen lassen, kann eine Psychotherapie helfen. Beispiele für Krankheiten und Problemsituationen, bei denen Psychotherapie (unabhängig von/oder gemeinsam mit einer eventuell notwendigen ärztlichen Behandlung) Anwendung findet:

  • Ängste, die zur Einschränkung der Lebensqualität führen
  • Depressionen
  • Burnout
  • Suchterkrankungen, z.B. Alkoholabhängigkeit, Spielsucht etc.
  • Funktionelle Störungen: Häufig wiederkehrende körperliche Beschwerden, die keine organische Ursache haben wie z.B. sexuelle Probleme (beispielsweise psychisch bedingte sexuelle Funktionsstörungen) oder Verspannungen der Muskulatur (z.B. im Nackenbereich). Die diese Symptome auch durch eine körperliche Erkrankung hervorgerufen werden können, ist eine medizinische Abklärung unumgänglich.
  • Psychosomatische Erkrankungen (Krankheiten, die mit belastenden psychischen Problemen zusammenhängen)
  • Lebenskrisen oder belastende Ereignisse wie z.B. eine schwere Erkrankung, Verlust der Partnerin/des Partners etc.
  • Krisen und Probleme in Partnerschaft und Familie
  • Zwangsgedanken und -handlungen, die als belastend empfunden werden, z.B. immer wiederkehrende Gedanken oder der Zwang, sich ständig waschen zu müssen, usw.

Weitere Gründe für eine Psychotherapie finden Sie unter anderem auf der Website des Bundesverbandes für Psychotherapie.

Eine Psychotherapie ist auch hilfreich, um die persönliche Entwicklung zu fördern oder zu mehr Lebensfreude zu finden. Liegt allerdings keine krankheitswertige Störung vor, ist eine Mit- oder Vollfinanzierung durch die Krankenkasse nicht möglich. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Leistungen & Kosten.

Welche Methoden sind in Österreich anerkannt?

Folgende psychotherapeutische Methoden sind derzeit in Österreich anerkannt:

  • Analytische Psychologie
  • Autogene Psychotherapie (Grundstufe davon: Autogenes Training)
  • Daseinsanalyse
  • Dynamische Gruppenpsychotherapie
  • Existenzanalyse
  • Existenzanalyse und Logotherapie
  • Gestalttheoretische Psychotherapie
  • Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie
  • Hypnosepsychotherapie
  • Individualpsychologie
  • Integrative Gestalttherapie
  • Integrative Therapie
  • Katathym Imaginative Psychotherapie
  • Klientenzentrierte Psychotherapie
  • Konzentrative Bewegungstherapie
  • Neuro-Linguistische Psychotherapie
  • Personenzentrierte Psychotherapie
  • Psychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie
  • Psychoanalytisch orientierte Psychotherapie
  • Psychodrama
  • Systemische Familientherapie
  • Transaktionsanalytische Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie

Einzel- oder Gruppentherapie ist in fast allen Therapierichtungen möglich; häufig wird auch Paar- und Familientherapie angeboten. Zudem gibt es spezielle Angebote zur Kinder- und Jugendpsychotherapie. Auch die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen und Kleinkindern ist möglich. Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten, die mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen arbeiten, verfügen über eine spezielle Weiterbildung.

Eine kurze Beschreibung der anerkannten psychotherapeutischen Methoden finden Sie in der Broschüre des Gesundheitsministeriums „Psychotherapie – Wenn die Seele Hilfe braucht“ und unter psychotherapeutische Methoden in Österreich.

Wie finde ich eine Psychotherapeutin/einen Psychotherapeuten?

  • Adressen niedergelassener Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten finden Sie unter Services unter nicht ärztliche Gesundheitsdienstleister.
  • In Wien und in jeder Landeshauptstadt gibt es Informationsstellen für Psychotherapie von den Landesverbänden des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie.
  • Von einigen Landesverbänden des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie werden auch Verzeichnisse der im jeweiligen Bundesland tätigen Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten zur Verfügung gestellt.
  • Auch im Telefonbuch sind unter der Rubrik „Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen“ Namen, Adressen und Telefonnummern aufgelistet.

Näheres zu Ärztinnen/Ärzten für psychosomatische/psychotherapeutische Medizin bzw. Psychiaterinnen/Psychiater (Fachärztinnen/Fachärzte für Psychiatrie und psychosomatische Medizin, Fachärztinnen/Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie) finden Sie unter Ärztliche Hilfe.

Der telefonische Erstkontakt steht meist am Beginn der Suche nach einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten. Nach Terminvereinbarung findet ein Erstgespräch statt. Bei dieser Gelegenheit können Sie die Therapeutin/den Therapeuten kennenlernen. Sie müssen sich nicht gleich im Erstgespräch für sie/ihn entscheiden – manchmal ist eine Bedenkzeit bzw. ein zweites Gespräch mit der jeweiligen Therapeutin/dem jeweiligen Therapeuten sinnvoll. Der Beziehung zwischen Patientin/Patient und Psychotherapeutin bzw. Psychotherapeuten kommt in der Psychotherapie ein großer Stellenwert zu. Daher kann es auch vorteilhaft sein, mit mehreren Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten ein erstes Informationsgespräch zu führen, sofern sich dies einrichten lässt.

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