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Mann greift Frau auf Gesäß © Picture-Factory

Jugendliche & Sexualisierte Gewalt

Kinder und Jugendliche stehen in Österreich unter besonderem gesetzlichen Schutz, der sich unter anderem auch auf den Bereich der Sexualität bezieht. Kinder und Jugendliche sollen davor geschützt werden, dass man sie missbraucht beziehungsweise Erwachsene sie sexuell ausnutzen. Sexueller Missbrauch ist gesetzlich verboten und strafbar – unabhängig davon, wer der Täter/die Täterin ist, wie gut man diese/diesen kennt und wie nahe man ihr/ihm steht. Informationen, Hilfe und Rat können bei speziellen Stellen eingeholt werden . . .

Welche sexuellen Kontakte sind erlaubt?

Das Gesetz unterscheidet verschiedene Formen von sexuellen Kontakten zwischen Jugendlichen:

  • Sind beide unter 14 Jahren, sind sexuelle Kontakte zwar verboten, können aber nicht bestraft werden, weil beide noch nicht strafmündig sind.
  • Ist einer von beiden unter 14 Jahren, macht sich grundsätzlich die Ältere/der Ältere strafbar.
  • Sexuelle Kontakte, bei denen es nicht zum Geschlechtsverkehr kommt, bleiben straflos, wenn der Altersunterschied zwischen den Jugendlichen nicht mehr als vier Jahre beträgt und die jüngere Partnerin/der jüngere Partner das 12. Lebensjahr vollendet hat. Kommt es zum Geschlechtsverkehr, bleibt dies straflos, wenn der Altersunterschied nicht mehr als drei Jahre beträgt und die Jüngere/der Jüngere das 13. Lebensjahr vollendet hat.
  • Sind beide über 14 Jahre, sind alle Formen des sexuellen Kontaktes, mit denen beide einverstanden sind, erlaubt. Freiwilligkeit ist auch bei den oben angeführten Fällen notwendig, damit der sexuelle Kontakt straflos bleibt.

Das darf man nicht!

Wer eine Person,

  • die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hat unter Ausnützung ihrer mangelnden Reife oder einer Zwangslage, oder
  • die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, unter Ausnützung einer Zwangslage oder gegen Entgelt

zu sexuellen Handlungen verleitet, ist laut Gesetz mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe zu bestrafen.

Dabei kann es sich um erzwungenen Geschlechtsverkehr handeln, man spricht dann von einer Vergewaltigung. Übergriffige Handlungen beginnen jedoch schon viel früher, z.B. durch Berührungen, die man eigentlich gar nicht möchte.

Jugendgerechte Infos dazu gibt es unter www.kija.at.

Infos zur rechtlichen Situation gibt es außerdem unter www.help.gv.at

Sexueller Missbrauch

Mit sexuellen Handlungen sind nicht immer alle einverstanden. Es ist nicht in Ordnung, wenn ein Erwachsener etwa seine Machtposition ausnützt und/oder absichtlich Situationen herbeiführt, die zu sexuellen Handlungen führen. Umso schwieriger ist es, das anzusprechen. Denn die Täter können oftmals z.B. aus dem Familien- und Bekanntenkreis kommen. Es handelt sich also um Menschen, denen die jungen Menschen häufig vertrauen.

Genauere Infos zu Gewalt und sexuellem Missbrauch:

K.o.-Tropfen & Co.

Bei K.o.-Tropfen handelt es sich um unterschiedliche, schnell betäubende Substanzen. Diese werden von Fremden in Getränke oder das Essen gemischt. K.o.-Tropfen können Entspannung bewirken, aber auch bis zur Bewusstlosigkeit führen. Die Betroffenen können sich dann nicht mehr erinnern, was in den vergangenen Stunden passiert ist. Die Tropfen werden u.a. dazu benützt, um Mädchen/Frauen „willenlos“ zu machen und zu vergewaltigen.

Wie kann ich mich schützen?

  • Sich und andere über die K.o.-Tropfen informieren.
  • Beim Kennenlernen von Fremden im Hinterkopf behalten, dass man diese nicht gut kennt.
  • Getränke nicht unbeaufsichtigt stehen lassen. Keine offenen Getränke von anderen annehmen.
  • Gegenseitig aufeinander aufpassen – z.B. mit guten Freunden vereinbaren, dass man auf einander achtet.
  • Lieber einen Club, eine Bar oder Disco etc. verlassen, wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht ganz stimmt.
  • Bei Verdacht, dass bereits K.o.-Tropfen eingenommen wurden: Schnell reagieren. Bevor die Tropfen wirken, Freunde informieren, das Personal im Lokal darauf ansprechen und um Hilfe bitten. Notfalls lieber die Polizei 133 oder Rettung 144 verständigen.

Infos zu Verhaltensregeln, vorbeugenden Maßnahmen, Symptomen u.v.m.:

Hinweis Auch Alkohol sowie verschiedene Drogen beeinflussen die Wahrnehmung. Daher: Alkohol lieber gar nicht oder in Maßen trinken. Hände weg von illegalen Drogen!

Hilfe & Unterstützung

Über sexuellen Missbrauch zu sprechen, ist mehr als schwer. Oft aus Angst vor dem Täter, aus Angst, dass einem kein Glauben geschenkt wird, aus Scham, aus der Furcht, selbst Schuld zu sein oder sich nicht früh genug gewehrt zu haben. Und weil die Täter oft Personen sind, die einem nahe stehen. Bei sexuellem Missbrauch achtet der Täter die Grenzen der anderen Person nicht. Wichtig ist aber, diese zu respektieren – das heißt, egal zu welchem Zeitpunkt – die andere Person muss die Grenzen achten und sofort aufhören, wenn man nicht will.

Auch wenn es schwerfällt und die Erfahrungen schon länger zurückliegen, ist es wichtig Hilfe zu holen. Mit der besten Freundin/dem besten Freund darüber zu sprechen, kann helfen. Informationen, Hilfe und Rat sollten jedoch auch bei speziellen Stellen eingeholt werden. Kinder und Jugendliche erhalten diese kostenlos und ohne den Namen nennen zu müssen.

Notrufe & Hotlines

  • Rat auf Draht, Kindernotruf 147 (österreichweit, rund um die Uhr, kostenlos, anonym); bei Rat auf Draht gibt es außerdem wichtige Telefonnummern und Adressen. 
  • Hotline des Kinder- und Jugendanwalts des Bundes: Telefonnummer 0800/240 264 (kostenlos, anonym und österreichweit).
  • Weisser Ring: Opfernotruf 0800/112 112 (kostenlos und anonym).
  • Telefonseelsorge: Notruf 142 (kostenlos, vertraulich und rund um die Uhr).
  • Die Möwe: Helpline 0800 80 80 88 (kostenlos und anonym).
  • Frauennotruf der Stadt Wien: 71719 (anonym, kostenlos und rund um die Uhr).
  • Frauenhelpline der autonomen Frauenhäuser Österreichs: 800-222555 (anonym, kostenlos, rund um die Uhr)

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