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Totalprotein (TP)


Mit diesem Laborwert wird der gesamte Eiweißgehalt der Blutflüssigkeit gemessen.

Warum wird Totalprotein im Blut bestimmt?

Das Blut besteht aus

Nach der Blutabnahme wird das Blut zentrifugiert. Dadurch werden die Blutzellen vom Blutplasma getrennt.

Das Blutplasma ist eine stark eiweißhaltige Flüssigkeit. Fast alle Plasmaeiweißstoffe werden von der Leber gebildet. Eine Ausnahme stellen die Antikörper (Gammaglobuline) dar, die von speziellen Zellen des lymphatischen Systems (Plasmazellen) produziert werden.

Die Eiweißstoffe des Blutplasmas umfassen:

  • Faktoren für die Blutgerinnung (Gerinnungsfaktoren),
  • Transportproteine (z.B. Albumin),
  • Entzündungsstoffe (z.B. Antikörper),
  • Lipoproteine, Hormone u.v.m.

Eine besondere, in der Labormedizin oft verwendete Sonderform der Blutflüssigkeit ist

  • das Serum.
    • Serum entsteht, indem man das Blut nach der Blutabnahme zuerst gerinnen lässt und erst dann durch Zentrifugation von den Blutzellen reinigt.
    • Das Serum ist etwas eiweißärmer, weil die Gerinnungsfaktoren für die Blutgerinnung verbraucht wurden.

Bei der Totalproteinbestimmung wird der gesamte Eiweißgehalt der Blutflüssigkeit (Plasma oder Serum) gemessen.

Der Totalproteinwert ist eine grobe Messgröße. Er wird vor allem für die Berechnung der Fraktionen der Serumeiweiß-Elektrophorese (Auftrennung der Serumeiweiße nach Untergruppen) benötigt.

Neben der Bestimmung des Totalproteins stehen heute Laborverfahren zur exakten Messung von einer Vielzahl von Serum-/Plasmaeiweißstoffen (Gerinnungsfaktoren, Hormone, Tumormarker u.v.m.) zur Verfügung. Da diese Labortests zumeist teuer sind, muss hier stets eine ausreichende medizinische Notwendigkeit für deren Bestimmung (Indikation) gegeben sein.

Was bedeuten erhöhte/erniedrigte Totalproteinwerte?

Bei erhöhten Totalproteinwerten muss zwischen zwei Formen unterschieden werden:

  • echte Hyperproteinämie und
  • Pseudohyperproteinämie (diese entsteht z.B. durch Flüssigkeitsverlust, wobei in diesem Fall auch der Hämatokritwert erhöht ist).

Eine echte Hyperproteinämie muss unbedingt weiter abgeklärt werden:

  • Durchführung einer Serumeiweiß-Elektrophorese zum Ausschluss einer krankhaften (pathologischen) Vermehrung der Immunglobuline („monoklonale Gammopathie“).

Eine Verminderung des Totalproteinwertes im Blut kann bei folgenden Erkrankungen auftreten:

  • Lebererkrankungen (z.B. Leberzirrhose – hier wird zu wenig Eiweiß gebildet),
  • Eiweißverlust über Niere, Darm oder Haut (bei Verbrennungen),
  • Eiweißmangelernährung (Hungersnot).

Bestimmung von Totalprotein in anderen Körperflüssigkeiten

Totalprotein wird nicht nur im Blut bestimmt. Auch in anderen Körperflüssigkeiten hat die TP-Messung einen hohen diagnostischen Stellenwert:

  • Harn: Harn ist normalerweise eiweißfrei. Der Nachweis von Eiweiß im Harn kann einen Hinweis auf eine Nierenerkrankung sein.
  • Gehirnflüssigkeit (Liquor): Liquor ist normalerweise eiweißarm. Ein erhöhter Eiweißgehalt kann ein Hinweis auf einen Entzündungsprozess im Bereich des Gehirns oder Rückenmarks sein.
  • Ergussflüssigkeiten (Aszites – „Wasser im Bauch“; Pleuraerguss – in der Umgangssprache „Wasser in der Lunge“): Ein hoher Eiweißgehalt in diesen Flüssigkeiten ist ein Hinweis auf einen Entzündungsprozess („Exsudat“).

Synonyme: Gesamteiweiß
LOINC: 2885-2

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
g/dl (Gramm pro Deziliter) 6,5–8,5 g/dl 6,5–8,5 g/dl 6,5–8,5 g/dl 6,5–8,5 g/dl
Für Neugeborene gelten andere Normalwerte        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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