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Myoglobin (MYOGL)

Roter Muskelfarbstoff – in Skelett- und Herzmuskulatur gebildeter Eiweißstoff für die Sauerstoffspeicherung in der Muskulatur.

Warum wird Myoglobin bestimmt?

Myoglobin ähnelt in seiner chemischen Struktur dem Hämoglobin – also dem roten Blutfarbstoff. Allerdings kommt dieses Eiweiß nur in den Zellen der Skelett- und Herzmuskulatur (Myokard) vor. Die Funktion des Myoglobins ist, dem Muskel eine Sauerstoffreserve für Spitzenbelastungen zu gewährleisten.

Eine Schädigung der Herzmuskulatur (z.B. bei Herzinfarkt) führt zu einem raschen Anstieg von Myoglobin im Blut. Myoglobin wird über die Nieren ausgeschieden und kann bei hohen Konzentrationen im Harn gemessen werden. Durch hohe Myoglobinkonzentrationen kommt es zu einer Schädigung der Nieren.

In der Labormedizin wird Myoglobin daher insbesondere eingesetzt:

  • zur Diagnose und Verlaufsbeurteilung eines Herzinfarktes,
  • zur Kontrolle der Therapie eines Herzinfarktes,
  • bei Skelettmuskelerkrankungen,
  • in der Sportmedizin zur Beurteilung von Leistungs- und Trainingszustand.

Was bedeuten erhöhte Myoglobinwerte?

Bei einer Schädigung von Muskelzellen (Skelettmuskulatur und/oder Herzmuskulatur) treten eine Reihe von Stoffen ins Blut über. Einer dieser Stoffe ist Myoglobin. Insbesondere bei einer Schädigung des Herzmuskels (z.B. bei Herzinfarkt) ist Myoglobin im Blut erhöht. Der Vorteil dieses Laborwertes ist dabei die Tatsache, dass Myoglobin meist bereits zwei bis vier Stunden nach dem Infarkt im Blut ansteigt. Andere Laborwerte für die Herzinfarktdiagnostik sind erst später im Blut erhöht.

Die Diagnose eines Herzinfarktes ist oft nicht einfach. Aus diesem Grund muss eine Vielzahl von Laborwerten gemessen werden. Darüber hinaus ist auch die Beobachtung des Verlaufes der Laborwerte (die Dynamik) wichtig.

Das gilt besonders für Myoglobin im Blut. Denn ein normaler Myoglobinwert sechs bis zehn Stunden nach Auftreten verdächtiger Symptome schließt einen Herzinfarkt mit hoher Sicherheit aus.

Erhöhte Myoglobinwerte sind aber keinesfalls ein Beweis für einen Herzinfarkt. Denn es kann auch eine Schädigung der Skelettmuskulatur vorliegen.

Labordiagnostik des Herzinfarktes

Ein Herzinfarkt ist ein akut lebensbedrohlicher Zustand. Die Ursache eines Herzinfarktes ist eine Durchblutungsstörung im Bereich der Herzkranzgefäße. Das sind jene Blutgefäße, welche die Herzmuskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

Beim Verschluss eines Herzkranzgefäßes, z.B. durch eine Verstopfung des Blutgefäßes, kommt es zum Absterben des nicht mehr versorgten Herzgewebes: Herzinfarkt (auch Myokardinfarkt genannt).

Die weitere Funktion des Herzens hängt von der Größe des verschlossenen Gefäßes und der Ausdehnung der Herzmuskelschädigung ab. Ein ausgedehnter Herzinfarkt kann sofort zum Tod führen.

Die wichtigsten Hinweise auf einen Herzinfarkt sind:

  • typische Beschwerden (insbesondere Druck im Bereich des Brustbeines, Todesangst, Schmerzen in der Brust sowie Schmerzausstrahlung in den linken Arm),
  • typische EKG-Veränderungen (Elektrokardiogramm) und
  • Erhöhung bestimmter Stoffe im Blut, die aus den abgestorbenen Herzmuskelzellen frei geworden sind (CK, CK-MB, kardiale Troponine etc.).
Weitere Informationen zu Herzinfarkt und Notfall: Herzinfarkt.
LOINC: 2639-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
µg/l (Mikrogramm pro Liter) <110 µg/l <110 µg/l <110 µg/l <110 µg/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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