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Hämoglobin A1c (HBA1C)


Durch lang anhaltende Überzuckerung entstehender, verzuckerter (glykosylierter) roter Blutfarbstoff (Hämoglobin).

Warum wird HBA1C im Blut bestimmt?

Der HBA1C-Wert spiegelt den Blutzuckerspiegel der vorangegangenen vier bis sechs Wochen wider. Wenn der Blutzuckerspiegel in diesem Zeitraum dauerhaft erhöht war, so kommt es zu einer Glykosylierung („Verzuckerung“) des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Diese Glykosylierung ist unumkehrbar. Daher wird der HBA1C-Wert auch als „Blutzuckergedächtnis“ bezeichnet.

Was bedeuten erhöhte HBA1C-Werte?

Je höher und je länger der Blutzucker erhöht ist, umso mehr HBA1C wird gebildet. Die roten Blutkörperchen leben im Durchschnitt 120 Tage. Weil die Verzuckerung des Hämoglobins irreversibel ist (sie kann nicht rückgängig gemacht werden), sinkt der HBA1C-Wert erst nach Neubildung der roten Blutkörperchen und bei Normalisierung des Blutzuckerspiegels.

Vor allem im Hinblick auf die Beurteilung des Therapieerfolges (Blutzuckereinstellung) leistet der HBA1C-Wert gute Dienste:

  • < 6 Prozent Blutzuckereinstellung ist sehr gut
  • < 7 Prozent Blutzuckereinstellung ist befriedigend
  • > 8 Prozent Blutzuckereinstellung ist unbefriedigend
  • > 12 Prozent dekompensierter Diabetes mellitus

Diabetes mellitus

Der Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) ist eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Das Leitsymptom ist die chronische (anhaltende) Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerspiegel).

Grundsätzlich unterschieden werden folgende Formen:

  • Typ-I-Diabetes
  • Typ-II-Diabetes
  • andere Diabetesformen (z.B. Schwangerschaftsdiabetes).

Beim Typ-I-Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zu wenig Insulin. Ursache ist ein autoimmun bedingtes Zugrundegehen der Insulin-produzierenden Zellen. Da Insulin das einzige blutzuckersenkende Hormon ist, entsteht auf diese Weise die Zuckerkrankheit (Insulinmangeldiabetes).

Der Typ-II-Diabetes ist häufiger als der Typ-I-Diabetes und entwickelt sich meist über viele Jahre. Eine genetische Prädisposition, chronisches Übergewicht, zu wenig Bewegung sowie Fehlernährung erhöhen das Erkrankungsrisiko. Dadurch kommt es mit der Zeit zu einem verminderten Ansprechen der Körperzellen auf Insulin („Insulinresistenz“). Dies führt wiederum zu erhöhten Insulinwerten im Blut (Hyperinsulinämie). Im weiteren Verlauf der Hyperinsulinämie über viele Jahre kommt es schließlich auch zu einer Störung der Insulinsekretion des Pankreas.

Für die Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes gibt es eine Reihe von Labortests, wie:

  • Messung von Glukose in Blut und Harn,
  • oraler Glukosetoleranztest (Überprüfung der Reaktion des Organismus auf eine Glukosebelastung),
  • Messung von HbA1c im Blut („Blutzuckergedächtnis“).

Die Früherkennung von Diabetes ist sehr wichtig. Wenn sich bereits eine chronische Stoffwechselstörung gebildet hat, muss sie möglichst früh behandelt werden, um schwere Folgeerkrankungen zu verhindern. Diabetes erfordert eine umfassende Behandlung und Kontrolle. Die richtige Blutzucker-Einstellung verzögert bzw. vermeidet Folgeerkrankungen. Unter ärztlicher Betreuung und mithilfe von Medikamenten, richtiger Ernährung und Bewegung können Blutzuckerwerte gut eingestellt werden.

Ausführliche Informationen zur Erkrankung finden Sie unter Diabetes mellitus.

LOINC: 4548-4

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) 4–6 % 4–6 % 4–6 % 4–6 %

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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