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Harnstoff/Blutharnstoff-Stickstoff (BUN)


Harnstoff ist das in der Leber gebildete Endprodukt des Eiweißstoffwechsels.

Warum wird BUN/Harnstoff im Blut bestimmt?

Harnstoff wird in der Leber als Endprodukt des Eiweiß- und Aminosäurestoffwechsels aus Ammoniak (NH3) und CO2 gebildet und überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Bildungsort ist die Leber. 

Die Höhe des Harnstoffwertes im Blut hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Harnstoffbildungsrate:
    • Diese ist abhängig von der täglichen Eiweißzufuhr (Fleischkonsum).
  • Nierendurchblutung:
    • Bei guter Nierendurchblutung wird viel Harnstoff ausgeschieden
    • Bei verminderter Nierenleistung (z.B. bei Durst, Austrocknung – die sogenannte Exsikkose) steigt der Harnstoff im Blut an.
  • Nierenfunktion:

Erhöhte Harnstoffwerte lassen folgende Rückschlüsse zu:

  • Harnstoff kann direkt gemessen werden, oder es wird
  • der Harnstickstoff (Blood-Urea-Nitrogen = BUN) gemessen.

Die beiden Werte können mittels Faktoren ineinander umgerechnet werden.

Was bedeuten erhöhte Harnstoff-/BUN-Werte?

Erhöhte Harnstoffwerte lassen folgende Rückschlüsse zu:

  • Entweder wird zu viel Harnstoff gebildet (Blutungen in den Magen-Darm-Trakt, übermäßige Eiweißzufuhr z.B. bei Bodybuildern), oder es wird
  • zu wenig Harnstoff ausgeschieden (gestörte Nierendurchblutung z.B. bei Schock oder Nierenversagen).

Zu niedrige Harnstoffwerte im Blut haben nur geringe diagnostische Bedeutung. Häufige Ursachen dafür sind eine niedrige Eiweißzufuhr, chronischer Alkoholismus und schwere Lebererkrankungen.

Synonyme: Blood-Urea-Nitrogen (BUN), Harnstoff
LOINC: 3094-0

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mg/dl (Milligramm pro Deziliter) 6–25 mg/dl 6–25 mg/dl 6–25 mg/dl 6–25 mg/dl
Umrechnungen:
BUN (mg/dl) x 2,14 = Harnstoff (mg/dl)
Harnstoff (mg/dl) x 0,467 = BUN (mg/dl)
       

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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