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Alkalische Phosphatase (AP)

Die Enzymaktivität der Alkalischen Phosphatase (AP) im Blut stammt aus Leber, Galle, Knochen, Darm und  Plazenta (bei Schwangeren). Erhöhte Blutwerte der Aktivität dieses Enzyms können einen Hinweis auf Erkrankungen im Bereich dieser Organe bzw. Organsysteme darstellen.

Warum wird die AP im Blut bestimmt?

Die Bestimmung der der Alkalischen Phosphatase (AP) im Blut kann wichtige Hinweise auf Erkrankungen von Leber und Gallenwegen liefern. Aber auch bei Knochenerkrankungen kann dieser Laborwert erhöht sein.

Bei Kindern und Jugendlichen sind erhöhte AP-Werte normal. Diese kommen besonders bei Wachstumsschüben durch den erhöhten Knochenstoffwechsel zustande. Auch in der Schwangerschaft können die AP-Werte erhöht sein.

Was bedeuten erhöhte AP-Werte?

Bei erhöhten AP-Werten im Blut ist zu berücksichtigen, dass dieses Enzym in den folgenden Organen vorkommt:

  • Leber,
  • Galle,
  • Knochen,
  • Darm,
  • Plazenta.

Erhöhte AP-Werte lassen daher Rückschlüsse auf mögliche Erkrankungen in diesen Organen bzw. eine erhöhte Aktivität (z.B. Knochenwachstum) zu. Insbesondere bei Verschlüssen der Gallenwege (z.B. bei einem Gallensteinleiden) können hohe AP-Werte im Blut auftreten.

Störungen des Gallenflusses

Gallensteine sind in Österreich eine häufige Erkrankung. Die Galle wird in der Leber gebildet und gelangt über die Gallenblase in den Zwölffingerdarm (Duodenum). Eine Behinderung des Gallenflusses (z.B. durch Gallensteine) führt zur Gallestauung (Cholestase), was wiederum zu einer Gelbsucht (Ikterus) führen kann.

Bei einer Cholestase sind oft die folgenden Laborwerte erhöht:

  • Gamma-GT (GGT),
  • alkalische Phosphatase (AP) und
  • Bilirubin (bei schweren Formen).

Weitere Ursachen für erhöhte AP-Werte

Auch Erkrankungen der Knochen können Ursache einer AP-Erhöhung sein:

  • Knochenbrüche,
  • Knochenentzündungen,
  • Knochentumore.

Erhöhte AP-Werte im Blut sind bei Kindern und Schwangeren normal.

Eine weiterführende Untersuchung bei erhöhten AP-Werten stellt die AP-Isoenzym-Elektrophorese dar. Diese Untersuchung lässt Rückschlüsse darauf zu, ob die AP-Erhöhung auf einer Leber-, Knochen- bzw. anderen Erkrankung beruht.

Erniedrigte AP-Werte?

Bei der familiären Hypophosphatasämie (einer seltenen erblichen Stoffwechselstörung) finden sich erniedrigte AP-Werte im Blut.

LOINC: 6768-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
U/L (Units pro Liter) bis 600 U/L 30–129 U/L bis 600 U/L 30–104 U/L
bis zu 600 U/L bei Wachstumsschüben im Kindes- und Jugendalter        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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