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Harnsediment


Die mikroskopische Begutachtung des Harnsediments ist eine weiterführende Untersuchung bei abnormen Werten im Harnstatus (Harnteststreifenuntersuchung).

Warum wird eine SEDBF-Untersuchung durchgeführt?

Bei der Untersuchung des Harnsedimentes erfolgt eine mikroskopische Begutachtung des Harns. Diese mikroskopische Begutachtung des Harnsedimentes wird im Anschluss an die Harnteststreifenuntersuchung durchgeführt, wenn positive Reaktionen am Teststreifen bei zumindest einem der folgenden Messwerte nachweisbar sind:

Wie wird das Harnsediment hergestellt?

Zur Herstellung und mikroskopischen Untersuchung des Harnsedimentes geht man im Labor folgendermaßen vor: Zuerst erfolgt eine Zentrifugation des Harnes. Der Überstand wird dann größtenteils abgegossen (verworfen). Der zurückgebliebene Bodensatz (das ist das Sediment) wird dann auf ein kleines Glasplättchen (Objektträger) aufgetragen, mit einem Deckglas (einem weiteren hauchdünnen Glasplättchen) versehen und unter dem Mikroskop begutachtet.

Wie wird die SEDBF-Untersuchung interpretiert?

Bei der mikroskopischen Begutachtung des Harnsedimentes können die folgenden Strukturen gefunden werden:

  • Zellen: rote und weiße Blutkörperchen, Epithelzellen,
  • Kristalle: Harnsäure-, Oxalsäurekristalle etc.,
  • Zylinder,
  • Bakterien, Pilze,
  • Kleinstlebewesen (Protozoen wie z.B. Trichomonaden).

Das Ergebnis der mikroskopischen Begutachtung des Harnsedimentes wird in Form eines entsprechenden Laborbefundes dokumentiert.

Eine weiterführende mikroskopisch-morphologische Untersuchung des Harns ist die Harnzytologie. Dazu wird das Harnsediment mit speziellen Farbstoffen (z.B. mittels der Färbemethode nach May-Grünwald-Giemsa bzw. der Methode nach Papanicolao) gefärbt. Dadurch können auch Tumorzellen im Harn nachgewiesen werden – z.B. bei Harnblasenkrebs (Harnblasenkarzinom).

Synonyme: Mikroskopische Harnanalyse, Mikroskopischer Urinsedimentbefund (SEDBF)
LOINC: 11279-7

Referenzwert

Die bei der mikroskopischen Begutachtung des Urinsediments gefundenen Strukturen werden semiquantitaiv („vereinzelt“, „spärlich“, „mäßig“, „reichlich“, „massenhaft“) am Laborbefund vermerkt. Referenzwerte im eigentlichen Sinn gibt es hier nicht.

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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