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Hämoccult Test qual. (HOCCT)

Untersuchung auf Blut im Stuhl.

Warum wird eine Untersuchung auf Blut im Stuhl durchgeführt?

Eine optische nicht sichtbare Blutbeimengung zum Stuhl wird als

  • „okkultes Blut“ („Okkultblut“) im Stuhl bezeichnet.

Diese Untersuchung auf okkultes Blut im Stuhl hat einen großen Stellenwert im Hinblick auf gut- bzw. bösartige Tumore im Bereich des unteren Verdauungstraktes – dazu zählen Dickdarm (Kolon) und Enddarm (Rektum).

Generell ist bei der Beurteilung der Stuhlfarbe Vorsicht angebracht. Denn eine sichtbare Rotverfärbung des Stuhls muss keinesfalls eine Blutbeimengung bedeuten, sondern kann mit der zuvor verzehrten Nahrung zusammenhängen:

  • z.B. Genuss von roten Rüben bzw. Speisen mit hohem Gehalt an rotem Paprikapulver (Gulasch, Reisfleisch etc.).

Hinweis Das Kolorektalkarzinom ist der zweithäufigste bösartige Tumor bei Frauen und Männern. Ab dem 50. Lebensjahr wird daher eine jährliche Untersuchung auf okkultes Blut im Stuhl empfohlen.

Die Testdurchführung auf okkultes Blut im Stuhl kann im Krankenhaus bzw. zu Hause durchgeführt werden. Von der Patientin/vom Patienten müssen dabei spezielle Testbriefchen mit kleinen Stuhlproben befüllt werden. Insgesamt sollten die Stuhlproben
  • an drei aufeinanderfolgenden Tagen,
  • von jeweils zwei verschiedenen Stellen des Stuhls
  • auf den entsprechenden Stellen der Testbriefchen aufgebracht werden.

Vor und während des Untersuchungszeitraumes dürfen keine rohen Fleischspeisen (Tartare, halbrohe Steaks), Blutwurst bzw. sonstige bluthaltige Nahrungsmittel (steirisches Bluttommerl) gegessen werden. Außerdem ist der Genuss von Vitamin C (Ascorbinsäure) zu vermeiden (falsch negative Ergebnisse möglich).

Die meisten Hämoccult-Test-Systeme funktionieren auf einer sogenannten Gujakharzbasis. Dabei kommt es nach Zusatz eines entsprechenden Entwicklers (Wasserstoffperoxidlösung) zum eingetrockneten Stuhl im Testbriefchen zu einer Blaufärbung der Probe, sofern Blut bzw. Blutbestandteile im Stuhl vorhanden sind.

Was bedeutet ein positiver Hämoccult-Test?

Generell hat ein positiver Hämoccult-Test nur eine geringe diagnostische Aussagekraft:

  • Bei beschwerdefreien Personen über 45 Jahre mit positivem Hämoccult-Test besteht nur in fünf Prozent der Fälle tatsächlich eine gut- bzw. bösartige Tumorerkrankung im Bereich von Kolon und Rektum.
  • Andererseits haben maximal die Hälfte aller Personen mit einem Tumor im Frühstadium im Bereich von Kolon und Rektum einen positiven Hämoccult-Test.

Aus diesen Gründen ist eine weitere Abklärung eines positiven Testergebnisses erforderlich. Die wichtigste Folgeuntersuchung ist dabei die:

Neben den genannten Tumorerkrankungen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten für Blutungsquellen, die für ein positives Hämoccult-Testergebnis verantwortlich sein können:

Menstruationsblutungen, Risse in der Analschleimhaut (Analfissuren), Hämorrhoiden, Divertikel, Blutungen aus dem oberen Bereich des Gastrointestinaltraktes (z.B. Magenblutungen) u.v.m.

Kolorektalkarzinom

Das Kolorektalkarzinom ist der zweithäufigste bösartige Tumor bei Frauen (häufigster Tumor Brustkrebs) und Männern (häufigster Tumor Lungenkrebs). 90 Prozent aller Kolorektalkarzinome treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Ab dem 40. Lebensjahr verdoppelt sich die Erkrankungshäufigkeit alle zehn Jahre. Die Beschwerden sind meist uncharakteristisch, weshalb die Diagnose oft erst (zu) spät gestellt wird.

Hinweis Es gibt keine zuverlässigen Frühsymptome für das Kolorektalkarzinom!

Aus diesem Grund haben Vorsorgeuntersuchungen ab dem 50. Lebensjahr einen hohen Stellenwert:
  • jährlicher Hämoccult-Test sowie
  • Dickdarmspiegelung alle fünf bis zehn Jahre.

Nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ist eine sichere Frühdiagnose mit entsprechenden Heilungschancen möglich. Fortgeschrittene Stadien des Kolorektalkarzinoms sind unheilbar.

Synonyme: Blut im Stuhl, Stuhl (Blut)
LOINC: 2335-8

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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