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Röteln-Virus-PCR

Die PCR-Untersuchung auf Röteln-Virus-RNA ist ein rasches und hoch sensitives labormedizinisches Verfahren zur Abklärung einer Röteln-Virus-Infektion. Bei Röteln handelt es sich um eine virale Infektionskrankheit, die durch das Rubivirus (ein RNA-Virus aus der Gruppe der Togaviren) hervorgerufen wird.

Warum wird eine Röteln-Virus PCR durchgeführt?

Das Röteln-Virus (Rubivirus) ist ein RNA-Virus aus der Gruppe der Togaviren. Die Viren werden von erkrankten Personen durch Tröpfcheninfektion übertragen, wobei Schulkinder am häufigsten von einer symptomatisch verlaufenden Infektion betroffen sind. Bis zu 90 Prozent aller Erwachsenen über 20 Jahre sind gegen Röteln durchimmunisiert – entweder aufgrund einer Impfung oder einer durchgemachten Infektion.

Bei der Röteln-Virus-PCR handelt es sich um ein direktes labormedizinisches Nachweisverfahren, bei dem das Erbgut der Röteln-Viren (RNA) in Blut sowie anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Liquor – das ist die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit bzw. Fruchtwasser) nachgewiesen werden kann.

Der Vorteil der Röteln-Virus-PCR ist die rasche Verfügbarkeit der Untersuchungsergebnisse. Darüber hinaus besitzt das PCR-Verfahren eine sehr hohe Sensitivität. Das bedeutet, dass bereits geringste Mengen an Röteln-Viren im Untersuchungsmaterial zu einem zuverlässig positiven Ergebnis führen.

Wie ist das Ergebnis der Röteln-Virus-PCR zu interpretieren?

Ein positives Ergebnis der Röteln-Virus-PCR bedeutet in Kombination mit gegebenenfalls bestehenden typischen Symptomen einen Beweis für das Vorliegen einer Röteln-Virus-Infektion.

Allerdings schließt ein negatives Röteln-Virus-PCR-Ergebnis eine entsprechende Infektion nicht mit Sicherheit aus. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden grundsätzlichen Untersuchungen für die Abklärung suspekter Beschwerden berücksichtigt werden:

  • Anamnese (exakte Erhebung der Krankengeschichte),
  • erkrankungstypische Symptome sowie
  • Expositions- und Impfstatus.

Röteln

Bei Röteln handelt es sich um eine virale Infektionskrankheit, die durch das Rubivirus (ein RNA-Virus aus der Gruppe der Togaviren) hervorgerufen wird. Röteln werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, wobei Schulkinder am häufigsten von einer symptomatisch verlaufenden Infektion betroffen sind. Bis zu 90 Prozent aller Erwachsenen über 20 Jahre sind gegen Röteln durchimmunisiert – entweder aufgrund einer Impfung oder einer durchgemachten Infektion.

Nach Infektion beträgt die Inkubationszeit bei Röteln im Durchschnitt zwischen zwei und drei Wochen, wobei infizierte Personen bereits eine Woche vor Ausbruch der Symptome infektiös sein können. Bei Kindern verläuft eine Rötelninfektion in der Hälfte aller Fälle beschwerdefrei („asymptomatisch“). Symptomatische Erkrankungsverläufe zeigen zumeist das folgende Krankheitsgeschehen:

  • Milder Erkrankungsbeginn mit nur leicht erhöhter Körpertemperatur.
  • Auftreten eines Hautausschlages (Exanthem) mit mittelgroßen Flecken (im Vergleich zu Masern mit grobfleckigem Ausschlag und zu Scharlach mit stecknadelkopfgroßen Flecken). Die Hautrötungen beginnen zumeist hinter den Ohren, konfluieren nicht und bestehen gewöhnlich über drei Tage.
  • Häufig kommt es auch zu einer Lymphknotenschwellung v.a. im Nackenbereich sowie in der Hälfte aller Fälle zu einer Vergrößerung der Milz. Weitere Komplikationen können Gelenks- sowie Gehirnhautentzündungen umfassen.

Eine besonders gefährliche Verlaufsform einer Rötelnerkrankung ist die

  • Rötelnembryopathie: Hierbei handelt es sich um eine Schädigung des ungeborenen kindlichen Organismus durch eine Röteln-Virus-Infektion innerhalb des ersten Schwangerschaftsdrittels bei nicht immunisierten Müttern. In dieser Phase der Schwangerschaft (erstes Trimenon) führt eine Röteln-Virus-Infektion in bis zu 85 Prozent der Fälle zu einer Schädigung des Embryos, wobei die folgenden Organe betroffen sein können:
    • Augen (Retinopathie, grauer Staretc.),
    • Ohren (Taubheit),
    • Herz (Herzklappenfehler),
    • Schädigungen des zentrales Nervensystem (geistige Retardierung),
    • Wachstumsstörungen u.v.m.

Zur Diagnose einer Rötelnerkrankung sind die folgenden Schritte erforderlich:

  • Exakte Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und des Impfstatus,
  • Beurteilung des klinischen Verlaufes (Exanthem) – v.a. im Vergleich zu anderen Infektionserkrankungen, die mit Hautausschlägen einhergehen (Masern und Scharlach),
  • Blutuntersuchungen:
    • Entzündungsparameter im Blut,
    • Nachweis von Antikörpern (Typ IgG und IgM) gegen das Röteln-Virus im Blut,
    • Röteln-Virus-PCR aus Blut und/oder Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) – Beweis einer Röteln-Virus-Infektion.
  • Zum Nachweis einer pränatalen Röteln-Virus-Infektion kann eine Röteln-Virus-PCR aus Fruchtwasser bzw. Chorionzotten-Biopsiematerial durchgeführt werden.

Die Behandlung einer Rötelnerkrankung erfolgt in erster Linie symptomatisch: fiebersenkende und entzündungshemmende Medikamente. Bei komplizierten Verlaufsformen kann die Verabreichung von Röteln-Immunglobulin in Betracht gezogen werden.

Die wichtigste Schutzmaßnahme stellt bei Röteln die Schutzimpfung dar:

  • Aktive Immunisierung mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff.

Kandidaten für die Impfung sind

  • Kinder ab dem 12. Lebensmonat,
  • primär ungeimpfte Mädchen vor der ersten Regelblutung (Menarche),
  • nicht immunisierte Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko (Krankenhaus-, Ambulanz- sowie Kindergartenpersonal).

Die Möglichkeit zur passiven Immunisierung (Verabreichung von Röteln-Immunglobulin) kann bei nicht immunisierten Schwangeren nach Kontakt (Exposition) mit einer an Röteln erkrankten Person in Erwägung gezogen werden. Das Ziel ist die Verhinderung einer Virämie (Ausschwemmung der Viren ins Blut), was nach einer Infektion aber nur vor dem Ausbruch des Hautausschlages erfolgreich sein kann.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte jedenfalls der Impfschutz gegen Röteln regelmäßig kontrolliert werden:

  • Antikörper-Titer 1:≥32 (Hämagglutinations-Hemmtest).

Weitere Infos zu

Synonyme: Röteln-Virus-RNA-PCR/Blut (RVPB)
LOINC: 60274-8 / RUBV RNA SerPl Ql PCR, 54091-4 / RUBV RNA XXX Ql PCR

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ 


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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