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FSME-Virus-Antikörper-Liquor-Serum-Index (IgM)

Der FSME-Virus-Antikörper-IgM-Index beziffert das Verhältnis der FSME-Virus-Antikörper-Menge vom Typ IgM zwischen Blut und Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit). Erhöhte Werte dieses Indexes können einen Hinweis auf eine Beteiligung des zentralen Nervensystems im Rahmen einer FSME-Virus-Infektion bedeuten.

Warum wird der FSME-Virus-Antikörper-IgM-Index bestimmt?

Die Bestimmung von FSME-Virus-Antikörpern ist ein wichtiges Laborverfahren zur Diagnose der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Generell handelt es sich bei Antikörpern um spezielle, vom Körper gebildete Eiweißstoffe. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist.

Bei der Bestimmung des FSME-Virus-Antikörper-IgM-Index erfolgt die Bestimmung der IgG-Antikörper gleichzeitig im Blut (Serum) sowie im Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit), wobei die Materialgewinnung zeitgleich zu erfolgen hat.

Die im Blut sowie im Liquor gemessenen Antikörperwerte werden dann miteinander in Beziehung gesetzt (Liquor/Serum-Index). Auf diese Weise kann eine Beteiligung des zentralen Nervensystems (Gehirnhautentzündung = Meningitis, Gehirnentzündung = Enzephalitis) beurteilt werden.

Wie ist das Ergebnis der FSME-Virus-Antikörper-IgM-Index-Bestimmung zu interpretieren?

Für die Interpretation der Laborergebnisse sollte sowohl der Liquor/Serum-Index für Antikörper vom Typ IgG als auch vom Typ IgM gegen das FSME-Virus beurteilt werden. Generell lassen erhöhte Indexwerte darauf schließen, dass besondere Immunzellen (sogenannte Plasmazellen) direkt im Bereich des zentralen Nervensystems existieren, welche die jeweiligen Antikörper bilden. In der Medizin spricht man in einem solchen Fall von einer

  • „intrathekalen“ Antikörperbildung.

Im Hinblick auf eine FSME-Virus-Infektion spricht eine solche intrathekale Antikörperbildung für eine Beteiligung des zentralen Nervensystems (Gehirnhautentzündung = Meningitis, Gehirnentzündung = Enzephalitis) im Rahmen einer FSME-Virus-Infektion.

Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gehört neben der Zecken-Borreliose sowie der „Humanen granulozytären Ehrlichiose“ (HGE) zu den

  • durch Zecken übertragenen Erkrankungen.

Krankheitserreger der FSME ist das

  • FSME-Virus – ein RNA-Virus aus der Gruppe der Flaviviren.

Die FSME kommt vor allem in Russland, dem Baltikum, Ost- und Mitteleuropa (Österreich, Bayern) sowie dem Balkan vor (sogenannte Endemiegebiete), wobei hier bis zu fünf Prozent der Zecken Träger des FSME-Viruses sind.

Im Hinblick auf die klinischen Beschwerden einer FSME-Virus-Infektion sind die folgenden Verlaufsformen charakteristisch:

  • Symptomloser Verlauf der Infektion in bis zu 90 Prozent der Fälle.
  • Symptomatische Infektionen sind zumeist durch einen zweigipfeligen Fieberverlauf gekennzeichnet, wobei die erste Phase mit grippeähnlichen Beschwerden einhergeht. In bis zu zehn Prozent der Fälle kommt es im Anschluss an ein fieberfreies Intervall zu einem erneuten Fieberanstieg mit entsprechender Beteiligung des zentralen Nervensystems (Meningo-Enzephalitis).

Für die Diagnose einer FSME-Virus-Infektion müssen die folgenden Aspekte berücksichtigt werden:

  • Anamnese (Zeckenstich in einem Endemiegebiet),
  • Impfstatus,
  • erkrankungstypische Symptome (Fieberverlauf),
  • Nachweis von FSME-Virus-Antikörpern (Typ IgG, IgM) im Blut sowie Liquor,
  • FSME-Virus-PCR (Blut, Liquor).

Zur Behandlung einer FSME-Virus-Infektion existieren lediglich symptomatische Therapieoptionen. Die Gabe von Antibiotika ist bei einer FSME-Virus-Infektion nicht sinnvoll.

Allerdings besteht im Hinblick auf die Vorbeugung (Prophylaxe) einer FSME-Virus-Infektion die Möglichkeit einer aktiven Immunisierung:

  • die Zeckenschutzimpfung (FSME-Impfung) – drei Teilimpfungen sowie Auffrischung nach drei bis fünf Jahren.

Weiters sollten bei Waldspaziergängen in Endemiegebieten auch die folgenden Maßnahmen zur Erkrankungsprophylaxe berücksichtigt werden:

  • schützende Kleidung,
  • Untersuchung des Körpers nach Waldspaziergängen und Wanderungen,
  • möglichst rasche Entfernung der Zecke nach einem Stich,
  • Desinfektion der Einstichstelle.

Weitere Informationen finden Sie unter

Synonyme: FSME-Virus-Antikörper-IgM-Index (FSMMI)
LOINC: 69925-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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