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FSME-RNA/Blut PCR (FSMPB)

Die PCR-Untersuchung auf FSME-Virus-RNA ist ein rasches und hoch sensitives labormedizinisches Verfahren zur Abklärung einer FSME-Virus-Infektion. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Infektion mit FSME-Viren, die durch Zecken übertragen werden.

Warum wird eine FSME-Virus-PCR durchgeführt?

Das FSME-Virus ist ein RNA-Virus aus der Gruppe der Flaviviren, das durch Zeckenstich auf den Menschen übertragen wird und die folgende Erkrankung verursachen kann:

  • Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).

Bei der FSME-Virus-PCR handelt es sich um ein direktes labormedizinisches Nachweisverfahren, bei dem das Erbgut des FSME-Virus (RNA) im Blut sowie anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Liquor – die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) nachgewiesen werden kann.

Der Vorteil der FSME-Virus-PCR ist die rasche Verfügbarkeit der Untersuchungsergebnisse. Darüber hinaus besitzt das PCR-Verfahren eine sehr hohe Sensitivität. Das bedeutet, dass bereits geringste Mengen an FSME-Viren im Untersuchungsmaterial zu einem zuverlässig positiven Ergebnis führen.

Wie ist das Ergebnis der FSME-Virus-PCR zu interpretieren?

Ein positives Ergebnis der FSME-Virus-PCR bedeutet in Kombination mit gegebenenfalls vorliegenden typischen Symptomen einen Beweis für das Vorliegen einer FSME-Virus-Infektion.

Allerdings schließt ein negatives FSME-Virus-PCR-Ergebnis eine entsprechende Infektion nicht mit Sicherheit aus. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden, grundsätzlichen Untersuchungen für die Abklärung suspekter Beschwerden berücksichtigt werden:

  • Anamnese (Zeckenstich in einem Endemiegebiet),
  • erkrankungstypische Symptome sowie
  • Impfstatus.

Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gehört neben der Zecken-Borreliose sowie der „Humanen granulozytären Ehrlichiose“ (HGE) zu den

  • durch Zecken übertragenen Erkrankungen.

Krankheitserreger der FSME ist das

  • FSME-Virus – ein RNA-Virus aus der Gruppe der Flaviviren.

Die FSME kommt vor allem in Russland, dem Baltikum, Ost- und Mitteleuropa (Österreich, Bayern) sowie dem Balkan vor (sogenannte Endemiegebiete), wobei hier bis zu fünf Prozent der Zecken Träger des FSME-Viruses sind.

Im Hinblick auf die klinischen Beschwerden einer FSME-Virus-Infektion sind die folgenden Verlaufsformen charakteristisch:

  • Symptomloser Verlauf der Infektion in bis zu 90 Prozent der Fälle.
  • Symptomatische Infektionen sind zumeist durch einen zweigipfeligen Fieberverlauf gekennzeichnet, wobei die erste Phase mit grippeähnlichen Beschwerden einhergeht. In bis zu zehn Prozent der Fälle kommt es dann im Anschluss an ein fieberfreies Intervall zu einem erneuten Fieberanstieg mit entsprechender Beteiligung des zentralen Nervensystems (Meningo-Enzephalitis).

Für die Diagnose einer FSME-Virus-Infektion müssen die folgenden Aspekte berücksichtigt werden:

  • Anamnese (Zeckenstich in einem Endemiegebiet),
  • Impfstatus,
  • erkrankungstypische Symptome (Fieberverlauf),
  • Nachweis von FSME-Virus-Antikörpern (Typ IgG, IgM) im Blut sowie Liquor,
  • FSME-Virus-PCR (Blut, Liquor).

Zur Behandlung einer FSME-Virus-Infektion existieren lediglich symptomatische Therapieoptionen. Die Gabe von Antibiotika ist bei einer FSME-Virus-Infektion nicht sinnvoll.

Allerdings besteht im Hinblick auf die Vorbeugung (Prophylaxe) einer FSME-Virus-Infektion die Möglichkeit einer aktiven Immunisierung:

  • die Zeckenschutzimpfung (FSME-Impfung) – drei Teilimpfungen sowie Auffrischung nach drei bis fünf Jahren.

Weiters sollten bei Waldspaziergängen in Endemiegebieten auch die folgenden Maßnahmen zur Erkrankungsprophylaxe berücksichtigt werden:

  • schützende Kleidung,
  • Untersuchung des Körpers nach Waldspaziergängen und Wanderungen,
  • möglichst rasche Entfernung der Zecke nach einem Stich,
  • Desinfektion der Einstichstelle.

Weitere Informationen finden Sie unter

Synonyme: FSME-Virus-PCR
LOINC: V00442-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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