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Dengue-Virus Schnelltest

Mit dem Dengue-Virus-Schnelltest kann ein bestimmter Eiweißstoff (NS1-Antigen) des Dengue-Virus (DENV) im Blut bestimmt werden, wobei ein positiver Nachweis einen Hinweis auf eine akute DENV-Infektion darstellt. DENV ist der Krankheitserreger des „Dengue-Fiebers“ und kommt weltweit vor allem in den Tropen, aber auch in subtropischen Regionen (südliche USA) vor. Das Virus wird durch bestimmte Stechmücken (Aedes-Mücken) übertragen, weshalb diese Erkrankung von anderen tropischen Reisekrankheiten (wie z.B. Malaria) speziell im Hinblick auf die Behandlung unterschieden werden muss.

Warum wird ein Dengue-Virus NS1-Antigen-Test im Blut durchgeführt?

Mithilfe des Dengue-Virus (DENV) NS1-Antigen-Tests (DENV Schnelltest) kann ein bestimmter Eiweißstoff des DENV im Sinne eines labordiagnostischen Schnellverfahrens im Blut nachgewiesen werden. Bei diesem viralen Eiweißstoff handelt es sich um das NS1-Antigen (nicht-strukturelles NS1-Protein) des DENV, dem Krankheitserreger des

  • Dengue-Fieber – eine tropische Infektionserkrankung, welche durch bestimmte Stechmücken (Aedes-Mücken) übertragen wird.

Das DENV gehört zur Familie der ARBO-Viren (Gattung Flaviviren), und es sind vier serologische Typen (DENV-Typ 1 bis 4) bekannt. Da zwischen diesen Virustypen keine Kreuzimmunität existiert, kann der Körper nach Infektion mit einem Virustyp keine Immunität gegen die anderen DENV-Serotypen aufbauen. DENV-Infektionen kommen weltweit in tropischen, z.T. aber auch in subtropischen Regionen vor. Ein Anstieg der Inzidenz ist derzeit in asiatischen sowie südamerikanischen Ländern festzustellen.

Zur diagnostischen Abklärung eines Verdachtes auf eine DENV-Infektion können die folgenden medizinischen Laboruntersuchungen durchgeführt werden:

  • DENV-Schnelltest zum Nachweis des viralen DENV-NS1-Antigens im Blut;
  • Nachweis von Antikörpern gegen DENV vom Typ IgG und IgM;
  • mittels einer DENV-RNA-PCR kann virale RNA der DENV-Serotypen 1 bis 4 im Blut nachgewiesen werden, was in der Regel aber nur bis zum fünften Erkrankungstag möglich ist.

Nach Ausbruch der Erkrankungssymptome einer DENV-Infektion ist mithilfe des DENV- Schnelltests das DENV-NS1-Protein acht bis zehn Tage lang im Blut betroffener Patientinnen bzw. Patienten nachweisbar. Der Test kann daher auch bei DENV-RNA-PCR-negativen Fällen (Nachweisbarkeit bis zum fünften Erkrankungstag) wichtige diagnostische Hinweise liefern.

Was bedeutet ein positiver DENV-Schnelltest im Blut?

Ein positiver DENV-Schnelltest im Blut bedeutet einen Hinweis auf eine akute Infektion mit DENV. Die meisten kommerziellen Testsysteme haben eine gute Sensitivität sowie Spezifität für den Nachweis dieser Infektionen, wobei

  • Sensitivität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig positives Ergebnisse liefert, wenn wirklich eine entsprechende Infektion vorliegt, und
  • Spezifität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig negatives Ergebnisse liefert, wenn tatsächlich auch keine entsprechende Infektion vorliegt.

Im Falle verfügbarer DENV-Schnelltest-Systeme wird die Sensitivität dieser Labormethoden (je nach Reagenzien-Hersteller) mit 92 bis 100 Prozent angegeben. Die Spezifität dieser Verfahren liegt durchwegs bei 98 Prozent.

Während der DENV-Schnelltest bloß einen Hinweis auf eine DENV-Infektion liefert, gibt es für den Beweis einer solchen Infektion die folgenden Untersuchungsverfahren:

  • Nachweis von Antikörpern gegen DENV vom Typ IgG und IgM;
  • mittels einer DENV-RNA-PCR kann virale RNA der DENV-Serotypen 1 bis 4 im Blut nachgewiesen werden, was in der Regel aber nur bis zum fünften Erkrankungstag möglich ist.

Was bedeutet ein negativer DENV-Schnelltest im Blut?

Ein negativer DENV-Schnelltest legt die Vermutung nahe, dass bei der betroffenen Patientin/dem betroffenen Patienten keine aktuelle DENV-Infektion vorliegt. Eine solche Infektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil die Konzentration der viralen Proteine auch unterhalb der Nachweisgrenze des Testsystems liegen könnte.

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher von der Ärztin/vom Arzt unter Berücksichtigung Anamnese (Krankengeschichte), der Beschwerden sowie in Zusammenschau sämtlicher erhobenen Befunde erfolgen.

Dengue-Fieber

Beim Dengue-Fieber handelt es sich um eine tropische, virale Infektionserkrankung, die durch bestimmte Stechmücken der Gattung Aedes (sogenannte „Moskitos“) übertragen wird, wobei diese Mücken auch tagaktiv sind. Das Dengue-Fieber ist die häufigste Virusinfektion, mit welcher Tropenreisende in ihr jeweiliges Heimatland zurückkehren. Aus diesem Grund stellt eine entsprechende Reiseanamnese das wichtigste Kriterium für eine korrekte Diagnose dieser Erkrankung dar, die von anderen tropischen Reisekrankheiten (wie z.B. Malaria) speziell im Hinblick auf die Behandlung unterschieden werden muss.

Das Dengue-Virus (DENV) gehört zur Familie der ARBO-Viren (Gattung Flaviviren), und es sind vier serologische Typen (DENV-Typ 1 bis 4) bekannt. Da zwischen diesen Virustypen aber keine Kreuzimmunität existiert, kann der Körper nach Infektion mit einem Virustyp keine Immunität gegen die anderen DENV-Serotypen aufbauen. DENV-Infektionen kommen weltweit in tropischen, aber z.T. auch in subtropischen Regionen vor. Ein Anstieg der Inzidenz ist derzeit in asiatischen sowie südamerikanischen Ländern festzustellen.

Die Inkubationszeit einer DENV-Infektion beträgt nach dem Stich einer infizierten Mücke zwischen zwei und zehn Tagen, wobei aber mehr als 90 Prozent der Infektionen symptomlos bzw. ähnlich wie ein grippaler Infekt ablaufen. Bei symptomatischen DENV-Infektionen ist ein Verlauf der Erkrankung in zwei Phasen typisch:

  • Das erste Stadium der Erkrankung ist charakterisiert durch plötzlich einsetzendes hohes Fieber und starke Muskel-, Gelenks- sowie Gliederschmerzen, besonders im Bereich der Wirbelsäule. In vielen Fällen ist auch ein langsamer Herzschlag in dieser Erkrankungsphase häufig. Weitere Symptome sind Schüttelfrost, Übelkeit/Erbrechen, Kopfschmerzen, metallischer Mundgeschmack u.a. Typisch für die DENV-Infektion ist auch, dass sich die Körpertemperatur nach ein bis zwei Tagen wieder normalisiert.
  • Das zweite Stadium der Erkrankung setzt typischerweise am siebenten Tag nach dem initialen Krankheitsbeginn ein, weshalb die DENV-Infektion auch als „Siebentagefieber“ bezeichnet wird. In dieser Phase der Erkrankung kann es neben einem neuerlichen Fieberschub zu Hautausschlägen (grobfleckig-konfluierend) und Lymphknotenschwellungen sowie einer Beteiligung des zentralen Nervensystems kommen.

Im Anschluss an diese Erkrankungsphasen klingt das Dengue-Fieber zumeist wieder ab, wobei die Rekonvaleszenz mehrere Wochen lang dauern kann. Schwere Verlaufsformen von Dengue-Fieber können v.a. bei Kindern vorkommen, wobei es auch zu einem Absinken der Zahl der Blutplättchen im Blut und einer generellen Blutungsneigung kommen kann. Die Symptome können dann einem sogenannten „hämorrhagischen Fieber“ gleich kommen (ähnlich wie Infektionen mit Ebola-, Lassa-, Marburg-, Gelbfieber-Virus etc.).

Im Hinblick auf die Diagnostik einer DENV-Infektion sind die folgenden Schritte erforderlich:

  • Genaue Erhebung der Krankengeschichte (v.a. „Reise-Anamnese“ in tropische Länder);
  • typischer Erkrankungsverlauf in zwei Phasen;
  • Durchführung bestimmter Blutuntersuchungen in virologischen Speziallabors:
    • DENV-Schnelltest zum Nachweis des viralen DENV-NS1-Antigens im Blut;
    • Nachweis von Antikörpern gegen DENV vom Typ IgG und IgM;
      • der Nachweis von entsprechenden IgM-Antikörpern stellt dabei einen Hinweis auf eine akute Infektion dar;
      • zu beachten ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass nach Impfungen gegen Gelbfieber und/oder FSME auch gegen DENV aktive Antikörper im Körper auftreten können, was die Zuverlässigkeit der entsprechenden DENV-Laboruntersuchungen einschränkt;
    • mittels einer DENV-RNA-PCR kann virale RNA der DENV-Serotypen 1 bis 4 im Blut nachgewiesen werden, was in der Regel aber nur bis zum fünften Erkrankungstag möglich ist.

Die Behandlung einer DENV-Infektion richtet sich nach der Schwere des Erkrankungsverlaufes. In den meisten Fällen genügt die sogenannte symptomatische Behandlung mit Gabe von Fieber-senkenden Medikamenten und der Verabreichung ausreichender Flüssigkeitsmengen:

  • Zur Fiebersenkung sollte aber nicht Acetylsalicylsäure verabreicht werden, da hier die zusätzliche Gefahr einer gesteigerten Blutungsneigung besteht. Anstelle von Acetylsalicylsäure stellt das Medikament Paracetamol eine Alternative dar.

Die Prognose einer DENV-Infektion ist v.a. bei Erwachsenen in den meisten Fällen gut, wobei die erworbene Immunität aber bloß kurz anhält und nur den jeweiligen DENV-Serotyp der aktuellen Infektion betrifft. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer DENV-Infektion ist die sogenannte „Expositionsprophylaxe“. Da Aedes-Mücken sowohl tag- als auch dämmerungsaktiv sind, empfiehlt sich die Anwendung von Repellentien sowie entsprechender Mückenschutz in den Schlafräumen (Insektenschutzgitter, Klimatisierung u.v.m.).

Weitere Informationen zu Reisemedizin.

Synonyme: Dengue-Virus NS1-Antigen-Test (DVNS1AGQL), DENV Schnelltest
LOINC: 75377-2

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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