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Chikungunya-Virus-Antikörper IgG (CHIKVAKG)

Die Bestimmung von Antikörpern gegen das Chikungunya-Virus (CHIKV) vom Typ IgG im Blut ist ein Laborverfahren zur Diagnose einer CHIKV-Infektion. Dieses Virus ist der Krankheitserreger des sogenannten Chikungunya-Fiebers, wobei diese Erkrankung vor allem in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Südostasiens auftritt. Das CHIKV wird durch bestimmte Stechmückenarten (v.a. Aedes- und Mansonia-Arten) übertragen, weshalb diese Erkrankung von anderen fieberhaft verlaufenden, tropischen Reisekrankheiten (wie z.B. Malaria) speziell im Hinblick auf die Behandlung unterschieden werden muss.

Warum werden CHIKV-Antikörper vom Typ IgG im Blut bestimmt?

Die Bestimmung von CHIKV-Antikörpern (Typ IgG) im Blut ist ein Laborverfahren zur Diagnose einer Infektion mit dem Chikungunya-Virus (CHIKV), dem Krankheitserreger von

  • Chikungunya-Fieber – einer tropischen Infektionserkrankung, welche durch bestimmte Stechmücken (v.a. Aedes- und Mansonia-Arten) übertragen wird.

Das CHIKV gehört zur Familie der ARBO-Viren (Togavirus der Gattung Alphaviren), wobei entsprechende Infektionen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Südostasiens auftreten.

Zur diagnostischen Abklärung eines Verdachtes auf eine CHIKV-Infektion können die folgenden medizinischen Laboruntersuchungen durchgeführt werden:

  • Nachweis von Antikörpern gegen CHIKV vom Typ IgG und/oder IgM
  • Mittels einer CHIKV-RNA-PCR kann virales CHIKV-Erbgut (Ribonukleinsäure – RNA) im Blut nachgewiesen werden, was den Beweis einer akuten Infektion darstellt.

Beim CHIKV-Antikörper-Nachweis werden Antikörper gegen virale CHIKV-Eiweißstoffe (CHIKV-Antigene) vom Typ IgG und/oder IgM im Blut (sogenannte Serologie bzw. serologische Diagnostik) bestimmt.

Generell handelt es sich bei Antikörpern um spezielle vom Körper gebildete Eiweißstoffe. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist. Die Antikörper-Bestimmung ist aber ein indirektes Nachweisverfahren, da nicht der Erkrankungserreger selbst, sondern vielmehr die immunologische Reaktion des Körpers auf den Krankheitserreger (sprich CHIKV) nachgewiesen wird.

Zur Bestimmung der Antikörper im Blut existieren unterschiedliche Laborverfahren. Die am häufigsten eingesetzten Methoden zur Detektion von CHIKV-Antikörpern sind:

  • ELISA-Verfahren (Enzyme-linked Immunosorbent Assay):
    • Diese Ergebnisse werden entweder qualitativ („positives“ bzw. „negatives“ Resultat) oder in einer quantitativen Laboreinheit (z.B. „Units pro Liter“ [U/l]) am Laborbefund ausgewiesen, wobei der Referenzwert von der eingesetzten Labormethode abhängig ist.
  • HHT-Verfahren (Hämagglutinationshemmtest):
    • Diese Ergebnisse werden meist in semiquantitativen Titerstufen angegeben. Unter Titerstufen versteht man eine Verdünnungsreihe des Blutes. Dazu wird die Blutflüssigkeit (Serum) nach einem fixen Schema verdünnt (1:80, 1:160, 1:320, 1:640 etc.), und anschließend erfolgt die Messung der Antikörper gegen CHIKV. Jene letzte Verdünnungsstufe, bei der ein positiver Nachweis noch möglich ist, entspricht dann der Konzentration der Antikörper gegen CHIKV im Blut.
  • IFT-Verfahren („Indirekter-Immunfluoreszenz-Test“):
    • Diese Antikörper-Ergebnisse werden qualitativ (negatives oder positives Ergebnis) oder auch in semiquantitativen Titerstufen angegeben.

Wie ist das Ergebnis der CHIKV-Antikörper-Bestimmung im Blut zu interpretieren?

Für die Interpretation der Untersuchungsergebnisse der CHIKV-Serologie sollten die folgenden Labortestergebnisse gemeinsam beurteilt werden:

  • Der Nachweis von CHIKV-Antikörpern vom Typ IgM stellt einen Hinweis auf eine akute Infektion dar. Da diese Antikörper aber erst einige Tagen nach Infektion im Blut nachweisbar sind, hängt die Zuverlässigkeit dieser Laboruntersuchung insbesondere vom Zeitpunkt der Blutabnahme ab. Aus diesem Grund ist die genaue Erhebung der Krankengeschichte (sogenannte Anamnese – Tropenreise, Erkrankungsverlauf etc.) besonders wichtig.
  • Der positive Nachweis von CHIKV-Antikörpern vom Typ IgG kann ebenfalls einen Hinweis auf eine CHIKV-Infektion darstellen, wobei diese Antikörper aber auch eine bestehende Immunität anzeigen können (sogenanntes „immunologisches Gedächtnis“). Diese Antikörper werden erst in späteren Phasen einer CHIKV-Infektion gebildet, weshalb der Verlauf der IgG-Antikörper im Blut innerhalb von zwei Wochen beobachtet werden muss. Dabei spricht ein Anstieg der Werte um das Zwei- bis Vierfache für eine akute Infektion.

Neben den serologischen, indirekten Nachweisverfahren für CHIKV existieren in der medizinischen Labordiagnostik aber auch sogenannte direkte Nachweisverfahren. Die wichtigste Methode in diesem Zusammenhang ist die

  • CHIKV-RNA-PCR – hierbei handelt es sich um ein molekulares Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Kettenreaktion – PCR) zum Nachweis von CHIKV-Erbgut (Ribonukleinsäure – RNA) im Blut, wobei der positive CHIKV-RNA-Nachweis den Beweis einer akuten CHIKV-Infektion darstellt.

Generell ist bei der Interpretation der Laborwerte im Hinblick auf eine CHIKV-Infektion aber zu berücksichtigen, dass aufgrund negativer Ergebnisse eine entsprechende Infektion nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden grundsätzlichen Untersuchungen berücksichtigt werden:

  • Anamnese (exakte Erhebung der Krankengeschichte – Tropenreise, Krankheitsverlauf und andere erkrankungstypische Symptome),
  • Expositionsstatus,
  • Lebensalter und Immunstatus der Patientinnen bzw. Patienten.

Chikungunya-Fieber

Bei Chikungunya-Fieber handelt es sich um eine tropische, virale Infektionserkrankung, die durch bestimmte Stechmückenarten (sogenannte Moskitos) übertragen wird. Die Erkrankung tritt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Südostasiens auf. Zu den Virus-Überträgern gehören in erster Linie tagaktive Aedes-Mücken (Tigermücke – Aedes albopictus/Gelbfiebermücke – Aedes aegypti). Darüber hinaus kann Chikungunya-Fieber aber auch durch einen Stich der Mückengattungen Mansonia, Culex sowie Anopheles auf den Menschen übertragen werden.

Der Krankheitserreger von Chikungunya-Fieber ist das Chikungunya-Virus (CHIKV), welches zur Familie der ARBO-Viren (Togavirus der Gattung Alphaviren) gehört. In den CHIKV-Ausbreitungsregionen kommt es nach der Regenzeit oft zu Epidemie-haften Ausbrüchen von Chikungunya-Fieber, wobei in städtischen Gebieten auch Übertragungen von Mensch zu Mensch möglich sind (sogenanntes urbanes Chikungunya-Fieber).

Die Inkubationszeit einer CHIKV-Infektion beträgt nach Stich einer infizierten Mücke zwischen ein und zwölf Tagen. Zu den häufigsten Symptomen gehören dabei ein oft plötzlich einsetzender Erkrankungsbeginn mit

  • hohem Fieber (häufiger Verlauf mit zwei Fiebergipfeln),
  • starken Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, wobei die Gelenk- und Muskelbeschwerden über Monate persistieren können (was für die Erkrankung „Chikungunya“ namensgebend war – „der gekrümmt Gehende“),
  • Hautausschläge (makulopapulös) sowie
  • Bindehautentzündung.

In der Mehrzahl der Fälle nimmt das Chikungunya-Fieber einen harmlosen Verlauf. Bei Säuglingen und älteren Personen kann die Erkrankung aber zu einer lebensbedrohlichen Mitbeteiligung des zentralen Nervensystems (Koma) führen.

Im Hinblick auf die Diagnostik einer CHIKV-Infektion sind die folgenden Schritte erforderlich:

  • Genaue Erhebung der Krankengeschichte (v.a. Reise-Anamnese in entsprechenden Endemiegebieten) sowie Erkrankungsverlauf;
  • Durchführung bestimmter Blutuntersuchungen in virologischen Speziallabors:
    • Nachweis von Antikörpern gegen CHIKV vom Typ IgG und/oder IgM, wobei der Nachweis entsprechender IgM-Antikörper einen Hinweis auf eine akute Infektion darstellt;
    • Mittels einer CHIKV-RNA-PCR kann virales CHIKV-Erbgut (Ribonukleinsäure – RNA) im Blut nachgewiesen werden, was einen Beweis für eine akute CHIKV-Infektion darstellt.

Die Behandlung einer CHIKV-Infektion richtet sich nach der Schwere des Erkrankungsverlaufes. In den meisten Fällen genügt die sogenannte symptomatische Behandlung mit Gabe von Fieber-senkenden Medikamenten und der Verabreichung ausreichender Flüssigkeitsmengen. Bei schweren Verlaufsformen mit ZNS-Beteiligung kann eine stationäre Behandlung mit ggf. intensivmedizinischen Maßnahmen (künstliche Beatmung bei Auftreten einer Atemlähmung) erforderlich sein.

Die Prognose einer CHIKV-Infektion ist v.a. bei Erwachsenen in den meisten Fällen gut. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer CHIKV-Infektion ist die sogenannte Expositionsprophylaxe. Da v.a. Aedes-Mücken sowohl tag- als auch dämmerungsaktiv sind, empfiehlt sich die Anwendung von Repellentien sowie entsprechender Mückenschutz in den Schlafräumen (Insektenschutzgitter, Klimatisierung u.v.m.). Eine Impfung zum Schutz vor einer CHIKV-Infektion ist derzeit nicht verfügbar.

Synonyme: CHIKV-AK IgG
LOINC: 56129-0 / CHIKV IgG SerPl Ql IF, 56128-2 / CHIKV IgG Titr SerPl IF

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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