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Malariasuche/Blut (MALSA)

Bei der labordiagnostischen Malariasuche handelt es sich um den direkten, mikroskopischen Nachweis von Malariaerregern im Blut. Dieses Verfahren stellt die kostengünstigste sowie schnellste Möglichkeit zur Abklärung einer Malaria dar. Bei Malaria handelt es sich um eine tropische Infektionserkrankung. Malaria wird durch bestimmte Blutparasiten (sogenannte Plasmodien) hervorgerufen, die durch Stich entsprechend infizierter Anophelesmücken auf den Menschen übertragen werden.

Warum wird eine labordiagnostische Malariasuche im Blut durchgeführt?

Bei der labordiagnostischen Malariasuche wird im Rahmen einer lichtmikroskopischen Blutuntersuchung nach Malariaerregern gesucht. Die Malaria (M) ist eine tropische Infektionserkrankung, welche durch die folgenden Blutparasiten (sogenannte Plasmodien) hervorgerufen wird:

  • Plasmodium falciparum (M. tropica),
  • Plasmodium malariae (M. quartana),
  • Plasmodium vivax (M. tertiana),
  • Plasmodium ovale (M. tertiana).

Die Plasmodien können durch Stich entsprechend infizierter Anophelesmücken auf den Menschen übertragen werden.

Bei der labordiagnostischen Malariasuche erfolgt die mikroskopische Untersuchung des Blutes entweder anhand

  • eines Blutausstrichs oder
  • einem sogenannten „dicken Tropfen“.

Beim „dicken Tropfen“ handelt es sich um ein Anreicherungsverfahren zur Steigerung der Konzentration von Plasmodien, sofern diese Parasiten auch tatsächlich im Untersuchungsmaterial vorhanden sind.

Bei der labordiagnostischen Malariasuche handelt es sich um ein Verfahren, welches bei negativem Untersuchungsergebnis unbedingt mehrere Male wiederholt werden muss. Zum Ausschluss einer Malaria müssen die Ergebnisse der zumindest zweimal täglich an zwei aufeinander folgenden Tagen durchgeführten Malariasuche einen negativen Befund aufweisen.

Die Vorteile der labordiagnostischen Malariasuche liegen auf der einen Seite in der kostengünstigen und breiten Verfügbarkeit dieses Verfahrens. Denn neben einem Mikroskop sind nur Glasplättchen (sogenannte Objektträger) sowie die Reagenzien für eine Giemsafärbung des Untersuchungsmaterials erforderlich. Auf der anderen Seite ist jedoch eine entsprechende Schulung wie auch Erfahrung in Bezug auf den Mikroskopierprozess der Labormitarbeiterinnen/-Mitarbeiter erforderlich.

Der einzige Nachteil der mikroskopischen Malariasuche ist, dass es bis zur Verfügbarkeit zuverlässig negativer Ergebnisse zumindest zwei Tage dauert.

Wie ist das Ergebnis der labordiagnostischen Malariasuche im Blut zu interpretieren?

Bei der mikroskopischen Malariasuche werden im Rahmen der Untersuchung eines „dicken Tropfens“ die innerhalb der roten Blutkörperchen gelegenen Plasmodien farblich (Giemsafärbung) dargestellt. Das Verfahren kann auch bei geringem Plasmodiengehalt des Untersuchungsmaterials positive Ergebnisse liefern, da es sich hierbei um eine Methode zur Anreicherung der Plasmodien handelt. Der Nachteil der Untersuchung des „dicken Tropfens“ besteht darin, dass die Plasmodien aber zumeist schlecht erhalten sind und dementsprechend große Erfahrung vonseiten des Laborpersonals gefragt ist.

Bei der Malariasuche im Blutausstrich ist die Morphologie der Malariaparasiten in den befallenen roten Blutkörperchen wesentlich besser beurteilbar. Dabei sind aber für ein negatives Ergebnis die Objektträger zumindest 30 Minuten lang exakt durchzumustern.

Für beide Verfahren gilt, dass das Blut der Patientinnen/Patienten nach Möglichkeit während eines Fieberschubes abgenommen werden sollte, da hier die Konzentration der Plasmodien im Blut am höchsten ist.

Hinweis Im Hinblick auf den diagnostischen Ausschluss einer Malaria gilt, dass jegliche Fiebersymptomatik bei einer Patientin/einem Patienten im Anschluss an einen Tropenaufenthalt so lange als Malaria gilt, bis das Gegenteil bewiesen wurde.

Malaria (sogenanntes Wechselfieber)

Bei Malaria handelt es sich um eine tropische Infektionskrankheit, die durch Übertragung von Malariaparasiten (sogenannte Plasmodien) meist aufgrund eines Stichs durch eine bestimmte Mückengattung (Anophelesmücke) hervorgerufen wird.

Insgesamt ist Malaria nach der Tuberkulose die weltweit zweithäufigste Infektionserkrankung, wobei etwa eine halbe Milliarde Menschen infiziert sind (sogenannte Prävalenz der Erkrankung.). Mehr als 90 Prozent der Malariainfektionen entfallen dabei auf die Bevölkerung im Bereich des afrikanischen Kontinents.

Bei den Erkrankungserregern der Malaria – den Plasmodien – handelt es sich um Parasiten aus der Gattung der „Sporozoen“, die im menschlichen Körper die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befallen und sich in diesen intrazellulär vermehren.

Beim Stich durch die Anophelesmücke können Sporozoiten aus der Speicheldrüse der Mücke in den menschlichen Organismus gelangen, die zuerst die Leber befallen. Dort wachsen die Parasiten heran und verteilen sich schließlich im Verlauf des ersten Fieberanfalls als Merozoiten über den Blutkreislauf. Im Blut dringen die Merozoiten in die roten Blutkörperchen ein und wachsen in diesen zu Schizonten heran, die wiederum zu Merozoiten zerfallen, welche nach Zerstörung der befallenen Erythrozyten im nächsten Schritt wiederum weitere rote Blutkörperchen infizieren.

Da dieser Entwicklungszyklus in Abhängigkeit von der Plasmodiengattung mit einem unterschiedlichen Rhythmus abläuft, kommt es bei einer Malariainfektion zu den klassischen Fieberschüben:

  • Malaria quartana (benigne Form): Fieberschub jeden vierten Tag (d.h. zwei fieberfrei Tage zwischen den Schüben); wird durch Plasmodien (P.) der Gattung P. malariae hervorgerufen.
  • Malaria tertiana (benigne Form): Fieberschub jeden dritten Tag (d.h. ein fieberfreier Tag zwischen den Schüben); wird durch P. vivax bzw. P. ovale hervorgerufen.
  • Malaria tropica (maligne Form): unregelmäßige Fieberschübe; wird durch P. falciparum hervorgerufen.

Im Hinblick auf das Krankheitsbild bei Malaria dominieren Fieberschübe unterschiedlicher Rhythmik in Abhängigkeit von der Plasmodiengattung. Weiters können die folgenden Symptome auftreten:

  • Kopf- und Gliederschmerzen,
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle,
  • Vergrößerung von Leber und/oder Milz,
  • Veränderungen des Blutbildes (Anämie, Blutplättchenmangel etc.),
  • Abfall des Blutzuckerspiegels (Hypoglykämie) u.v.m.

Bei schweren Verlaufsformen kann es auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen, wobei die Malaria tropica in ca. einem Prozent der Fälle trotz rechtzeitiger Behandlung tödlich verläuft – unbehandelt führt die Infektion in mehr als 20 Prozent der Fälle zum Tod und zwar als Folge von:

  • Störung der Gehirndurchblutung mit Verwirrtheit bis hin zum Koma,
  • Herz-Kreislauf- und Atemversagen sowie
  • Nierenversagen.

Zur Diagnose einer Malaria ist in erster Linie die exakte Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) entscheidend:

  • Bei Auftreten von Fieber während einer Tropenreise bzw. im Anschluss daran, sollte eine entsprechende diagnostische Abklärung in Hinblick auf eine mögliche Malariainfektion erfolgen.
  • Da Malariaparasiten auch sogenannte Hypnozoiten (parasitäre Dauerformen) bilden können, sind auch Rezidive (d.h. Wiederauftreten der Erkrankung nach Abheilung) möglich. Diese können sogar bis zu zwei Jahre nach einer Tropenreise auftreten.

Neben der Anamnese sollten auch die folgenden Laboruntersuchungen zur Diagnosestellung bzw. zum Ausschluss einer Malaria sowie zur Verlaufskontrolle im Rahmen der Therapie durchgeführt werden:

  • Malaria-Erreger-Suche im Blutausstrich und/oder im sogenannten „dicken Tropfen“ (ein spezielles Anreicherungsverfahren für Plasmodien);
  • Malariaschnelltest: Nachweis von spezifischen Stoffwechselprodukten der Plasmodien (Plasmodien-LDH);
  • Bestimmung von Plasmodienantikörpern im Blut: hierbei handelt es sich um Bestätigungsverfahren bzw. eine Möglichkeit zur Untersuchung des Durchseuchungsgrades bestimmter Bevölkerungsgruppen;
  • Nachweis von Plasmodienerbgut (DNA) im Blut.

In Bezug auf die Behandlung einer Malaria sollten die Patientinnen/Patienten sogar bereits in bloßen Verdachtsfällen in einem Krankenhaus aufgenommen und entsprechend untersucht werden. Der rechtzeitige sowie frühestmögliche Behandlungsbeginn ist dabei für den Therapieerfolg sowie eine Ausheilung wichtig.

Zur Vermeidung einer Malariaansteckung ist in erster Linie die sogenannte Expositionsprophylaxe bei Tropenreisen zu berücksichtigen:

  • Diese umfasst sämtliche Vorsorgemaßnahmen, um sich vor einem Mückenstich zu schützen (Insektenschutzgitter, Aufenthalte im Freien bei Dämmerung vermeiden, Repellents u.v.m.).

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeiten der sogenannten

  • Chemoprophylaxe sowie
  • Notfallselbstbehandlung mit bestimmten Medikamenten.

Diesbezügliche Informationen sind vor einer Tropenreise bei den entsprechenden Instituten für Tropenmedizin vonseiten der Reisenden einzuholen.

Weitere Informationen finden Sie unter

Synonyme: Malaria-Nachweis direkt, Plasmodien-Nachweis mikroskopisch
LOINC: 32700-7, 637-9

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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