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Pneumokokken-Bakterienkultur

Pneumokokken sind eine Bakterienart aus der Gruppe der Streptokokken (Streptococcus pneumoniae) und die typischen Krankheitserreger der Lobärpneumonie (eine schwere Form der Lungenentzündung). Das mikrobiologische Verfahren der Bakterienkultur ist die wichtigste diagnostische Möglichkeit zum Beweis einer Pneumokokken-Infektion. Hierbei erfolgt eine Isolierung und Anzucht der die Erkrankung verursachenden Bakterien. In weiterer Folge kann auch ein Antibiogramm zur Ermittlung der idealen Therapie durchgeführt werden.

Warum wird eine Pneumokokken-Bakterienkultur durchgeführt?

Pneumokokken sind eine Bakterienart aus der Gruppe der Streptokokken (Streptococcus pneumoniae). Pneumokokken sind die typischen Krankheitserreger der

  • Lobärpneumonie (eine schwere Form der Lungenentzündung).

Wenn eine Pneumokokken-Infektion nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kann es zur Ausschwemmung der Bakterien ins Blut kommen (Bakteriämie). In weiterer Folge besteht dann die Gefahr, dass die Bakterien in den Bereich des Gehirns eindringen und dort zu einer

Die Pneumokokken-Meningitis ist eine lebensgefährliche Komplikation einer Pneumokokken-Pneumonie, und in den meisten Fällen eine Folge davon.

Eine weitere Infektion, die oft von Pneumokokken verursacht wird, ist die

Zur Behandlung einer Pneumokokken-Infektion werden Antibiotika eingesetzt. Das wichtigste gegen Pneumokokken wirksame Antibiotikum ist

  • Penicillin.

Weil Pneumokokken-Infektionen einen nicht selten lebensbedrohlichen Verlauf nehmen können, kommt der Diagnostik dieser Erkrankungen ein hoher Stellenwert zu. Insbesondere ist es für die Ärztin/den Arzt wichtig, so schnell wie möglich eine entsprechende Diagnose stellen zu können.

Zum Nachweis einer Pneumokokken-Infektion existieren im medizinischen Labor verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten:

  • Pneumokokken-Schnelltest aus dem Harn oder Liquor,
  • Pneumokokken-Bakterienkultur (Beweis einer Infektion),
  • Nachweis von Pneumokokken-Erbgut (DNA) mittels des Laborverfahrens der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR).

Das mikrobiologische Verfahren der Bakterienkultur ist die wichtigste diagnostische Möglichkeit zum Beweis einer Pneumokokken-Infektion. Hierbei erfolgt eine Isolierung und Anzucht der die Erkrankung verursachenden Bakterien. In weiterer Folge kann auch ein Antibiogramm zur Ermittlung der idealen Therapie durchgeführt werden.

Für eine Pneumokokken-Bakterienkultur können u.a. die folgenden Untersuchungsmaterialien gewonnen werden:

  • Blut oder Serum (sogenannte Blutkultur zum Nachweis einer Pneumokokken-Bakteriämie),
  • Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit),
  • Sputum (Hustenauswurf) sowie
  • Spülflüssigkeiten der tiefen Atemwege (sogenannte Bronchiallavagen).

Wie ist das Ergebnis der Pneumokokken-Bakterienkultur zu interpretieren?

Die Bakterienkultur ist ein direktes Nachweisverfahren der medizinischen Bakteriologie. Bei der Kultur erfolgt eine Anzucht der Bakterien auf besonderen Kulturmedien.

Durch Kombination der Bakterienkultur mit weiterführenden Methoden (biochemische Differenzierung, sogenannte bunte Reihe, spezifische PCR-Verfahren sowie MALDI-TOF-Massenspektrometrie) können die bakteriellen Krankheitserreger exakt identifiziert werden.

Das spezifische Ergebnis der Bakterienkultur gilt als Beweis für den ursächlichen (kausalen) Zusammenhang zwischen dem identifizierten bakteriellen Krankheitserreger und der jeweils bestehenden bakteriellen Infektionserkrankung.

Darüber hinaus werden im Zuge der Bakterienkultur auch sogenannte Antibiogramme angefertigt, die für die entsprechende Therapie der jeweiligen Infektionserkrankung entscheidende Informationen bereitstellen.

Pneumokokken-Infektion (Lobärpneumonie)

Eine typische Erkrankung, die durch Pneumokokken hervorgerufen wird, ist die

  • Lobärpneumonie (eine bestimmte Form der Lungenentzündung).

Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch einen plötzlichen Beginn mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl. Oft leiden die Betroffenen an Atemnot und Schmerzen im Bereich des Brustkorbes.

Wenn Diagnose und Behandlung nicht so schnell wie möglich erfolgen, kann die Lobärpneumonie einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Dabei kann es zu Komplikationen kommen wie z.B.

  • Sepsis (Blutvergiftung),
  • Gehirnhautentzündung (Pneumokokken-Meningitis),
  • Herzversagen.

Aus diesem Grund kommt der Diagnostik ein hoher Stellenwert zu:

  • Pneumokokken-Schnelltest im Harn,
  • Laborwerte im Blut (v.a. Entzündungsmarker wie Blutsenkung, CRP, Blutbild etc.),
  • Herz-Lungen-Röntgen,
  • Blutkultur.

Das Mittel der Wahl zur Behandlung einer Pneumokokken-Pneumonie ist

  • Penicillin.

Als Alternative kommen auch das Antibiotikum Erythromycin bzw. Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine (III. Generation) infrage.

Zur Vorbeugung einer Pneumokokken-Infektion besteht die Möglichkeit einer Impfung, die für Säuglinge, Kleinkinder, ältere Personen (über 60 Jahre) sowie chronisch Kranke empfohlen wird.

Synonyme: Streptococcus-pneumoniae-Bakterienkultur (STPNKLT), Streptokokken-Bakterienkultur
LOINC: 38353-9/Streptococcus XXX Cult

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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