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Mycoplasma-pneumoniae-Antikörper IgG (MPNG)

Die Bestimmung von Mycoplasma-pneumoniae-Antikörpern (Typ IgG) im Blut ist ein wichtiges Laborverfahren zur Diagnose dieser bakteriellen Infektionskrankheit. Mykoplasmen sind zellwandlose Bakterien, die zu Infektionserkrankungen der Lunge sowie des Urogenitaltraktes führen können.

Warum werden Mycoplasma-pneumoniae-Antikörper vom Typ IgG im Blut bestimmt?

Die Bestimmung von Mycoplasma-pneumoniae-Antikörpern (Typ IgG) im Blut ist ein wichtiges Laborverfahren zur Diagnose dieser bakteriellen Infektionskrankheit. Mykoplasmen sind zellwandlose Bakterien, die zu Infektionserkrankungen der Lunge sowie des Urogenitaltraktes führen können.

Ein besonderer Vertreter dieser Bakteriengruppe ist

  • Mycoplasma pneumoniae.

Dieser Keim kann von Mensch zu Mensch über eine Tröpfcheninfektion übertragen werden und zu Infektionserkrankungen der Atemwege führen:

Zur Diagnose einer Infektion mit Mycoplasma pneumoniae gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Nachweis der Mykoplasmen im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Sekrete aus dem Bereich der Atemwege)
  • Nachweis von Antikörpern gegen die Mykoplasmen im Blut,
  • Mykoplasmen-Bakterienkultur (Beweis einer Infektion),
  • Nachweis von Mykoplasmen-Erbgut (DNA) mittels des Laborverfahrens der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR).

Beim Nachweis von Antikörpern gegen Mykoplasmen im Blut handelt es sich um ein indirektes mikrobiologisches Nachweisverfahren, da nicht der Erkrankungserreger selbst, sondern vielmehr die immunologische Reaktion des Körpers auf den Krankheitserreger (sprich: die Mykoplasmen) nachgewiesen wird.

Demzufolge werden im medizinischen Labor Mykoplasmen-Antikörper im Blut (sogenannte „Serologie“ bzw. „serologische Diagnostik“) sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten gemessen. Generell handelt es sich bei Antikörpern um spezielle, vom Körper gebildete Eiweißstoffe. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist.

Zur Bestimmung der Antikörper im Blut existieren unterschiedliche Laborverfahren. Die am häufigsten eingesetzte Methode zur Detektion von Mykoplasmen-Antikörpern ist das

  • ELISA-Verfahren (Enzyme-linked Immunosorbent Assay).

Im Hinblick auf die Ergebnisse der Mykoplasmen-Antikörper-Bestimmung existieren im medizinischen Labor qualitative sowie semiquantitative Untersuchungsmethoden:

  • Qualitative Ergebnisse werden als positive bzw. negative Laborbefunde ausgegeben.
  • Semiquantitative Ergebnisse werden in Form von sogenannten Titerstufen angegeben.
    • Unter Titerstufen versteht man eine Verdünnungsreihe des Blutes. Dazu wird die Blutflüssigkeit (Serum) nach einem fixen Schema verdünnt (1:80, 1:160, 1:320, 1:640 etc.) und anschließend erfolgt die Messung der Antikörper gegen die Mykoplasmen. Jene letzte Verdünnungsstufe, bei der ein positiver Nachweis noch möglich ist, entspricht dann der Konzentration der Antikörper gegen die Mykoplasmen im Blut.
  • ELISA-Ergebnisse werden oft in einer quantitativen Laboreinheit (z.B. Units pro Milliliter, U/ml) auf dem Laborbefund ausgewiesen, wobei der Referenzwert von der eingesetzten Labormethode abhängig ist.

Was bedeutet ein positiver Mycoplasma-pneumoniae-Antikörper-Nachweis im Blut?

Für die Interpretation der Untersuchungsergebnisse der Mycoplasma-pneumoniae-Serologie müssen mehrere unterschiedliche Labortestergebnisse gemeinsam beurteilt werden:

  • Mycoplasma-pneumoniae-Antikörper vom Typ IgM: Diese Antikörper treten meist eine Woche nach Infektion auf (sogenannte Erstantikörper) und können auch nach Ausheilung der Infektionserkrankung bis zu zwei Jahre lang nachweisbar bleiben. Bei einer neuerlichen Infektion (Reinfektion) kommt es zu keiner Bildung von IgM-Antikörpern.
  • Mycoplasma-pneumoniae-Antikörper vom Typ IgG: Diese Antikörper werden erst in späteren Stadien der Mycoplasma-pneumoniae-Infektion positiv (nach ca. zwei Wochen) und können über viele Jahre bzw. sogar lebenslang nachweisbar bleiben. Mycoplasma-pneumoniae-IgG-Antikörper-Werte über 30 U/ml sind als eindeutig positiv zu bewerten, wobei hohe initiale Werte bzw. ein deutlicher Anstieg der Werte im Verlauf von zwei Wochen für eine frische Infektion sprechen.
  • Mycoplasma-pneumoniae-Antikörper vom Typ IgA: Diese Antikörper sind sowohl bei einer Erstinfektion als auch bei einer Reinfektion mit Mycoplasma pneumoniae im Blut nachweisbar. Mycoplasma-pneumoniae-IgA-Antikörper-Werte über 14 U/ml sind als eindeutig positiv zu bewerten, wobei hohe initiale Werte bzw. ein deutlicher Anstieg der Werte im Verlauf von zwei Wochen für eine frische Infektion sprechen.

Generell schließt ein negatives Ergebnis der Mycoplasma-pneumoniae-Serologie eine entsprechende Infektion aber nicht mit Sicherheit aus. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden, grundsätzlichen Untersuchungen für die Abklärung suspekter Beschwerden berücksichtigt werden:

  • Anamnese (exakte Erhebung der Krankengeschichte),
  • erkrankungstypische Symptome sowie
  • Expositionsstatus.

Mykoplasmen-Pneumonie (atypische Pneumonie)

Das Bakterium Mycoplasma pneumoniae kann eine atypische Lungenentzündung (Mykoplasmen-Pneumonie) verursachen. Die Mykoplasmen werden dabei von Mensch zu Mensch über eine Tröpfcheninfektion übertragen – vorwiegend in der kalten Jahreszeit.

Mycoplasma pneumoniae kann zu einer atypisch verlaufenden Lungenentzündung führen, wobei die folgenden Beschwerden auftreten können:

  • langsamer (schleppender) Krankheitsbeginn,
  • leichtes Fieber (kein Schüttelfrost),
  • ev. Kopfschmerzen,
  • trockener Husten.

Für die Diagnose dieser atypischen Pneumonie ist das Herz-Lungen-Röntgen wichtig, da hier oft ausgeprägte Veränderungen nachweisbar sind, die nicht zu den oft geringen Beschwerden passen.

Darüber hinaus können die folgenden Laborverfahren herangezogen werden:

  • Mykoplasmen-Schnelltest,
  • quantitativer Nachweis von Antikörpern gegen Mycoplasma pneumoniae im Blut,
  • Mykoplasmen-Bakterienkultur sowie
  • Nachweis von Mykoplasmen-Erbgut (DNA).

Zur Behandlung einer Mykoplasmen-Infektion kommen Makrolid- bzw. Tetrazyklin-Antibiotika (Doxycyclin) über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen zum Einsatz.

LOINC: 7970-7/M pneumo IgG Ser-aCnc

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
Units pro Milliliter (U/mL)<20 U/mL<20 U/mL<20 U/mL<20 U/mL


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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