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Cardiolipin-Mikroflockungs-Test

Der VDRL-Test dient zur Beurteilung der Aktivität einer akuten Syphilis (Infektion mit Treponema pallidum).

Warum wird ein VDRL-Test durchgeführt?

Der VDRL-Test dient zur Beurteilung der Aktivität einer akuten Syphilis (Infektion mit Treponema pallidum).

Im Rahmen des VDRL-Tests werden sogenannte antilipoidale Antikörper vom Typ IgM im Blut nachgewiesen, die durch Entzündungsreaktionen im Rahmen der bakteriellen Infektionserkrankung mit Treponema pallidum entstehen.

Im Hinblick auf die Ergebnisse des VDRL-Tests stehen im medizinischen Labor qualitative sowie semiquantitative Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • Qualitative Ergebnisse werden als „positive“ bzw. „negative“ Laborbefunde ausgegeben.
  • Semiquantitative Ergebnisse werden im Fall des VDRL-Tests in Form von sogenannten Titerstufen ausgegeben.
    • Unter Titerstufen versteht man eine Verdünnungsreihe des Blutes. Dazu wird die Blutflüssigkeit (Serum) nach einem fixen Schema verdünnt (1:80, 1:160, 1:320, 1:640 etc.), und anschließend erfolgt die Messung der Antikörper gegen Treponema pallidum. Jene letzte Verdünnungsstufe, bei der ein positiver Nachweis noch möglich ist, entspricht dann der Konzentration der Antikörper gegen Treponema pallidum im Blut.

Was bedeutet ein positives Ergebnis eines VDRL-Tests?

Ein positives VDRL-Test-Ergebnis stellt einen Hinweis auf ein akutes Entzündungsgeschehen im Rahmen einer Infektion mit Treponema pallidum (Syphilis-Erkrankung) dar.

Der VDRL-Test ist aber nicht spezifisch für eine Syphilis-Erkrankung, da er auch im Rahmen bestimmter Autoimmunerkrankungen (sogenannte Kollagenosen) positiv sein kann.

Im Anschluss an eine erfolgreiche Behandlung einer Syphilis-Erkrankung sollte der VDRL-Test innerhalb von vier bis sechs Wochen negativ werden.

Im Gegensatz dazu können aber die Ergebnisse anderer serologischer Labortests (TPHA-Test, FTA-abs-Test) aber auch im Anschluss an eine Ausheilung einer Syphilis noch lange Zeit positiv bleiben (sogenannte „Serumnarbe“ der Syphilis).

Syphilis (Lues)

Die Syphilis gehört zur Gruppe der sexuell übertragbaren Erkrankungen (STD), diese werden auch als Geschlechtskrankheiten bezeichnet.

Die Ursache der Syphilis ist eine bakterielle Infektion mit Treponema pallidum. Diese Bakterien gehören in die Gruppe der „Spirochäten“ (spiral- bzw. schraubenförmige Bakterien).

Der häufigste Übertragungsweg von Treponema pallidum (auch „Treponemen“ genannt) ist der Geschlechtsverkehr. Die Übertragung der Erkrankung ist aber auch durch kontaminierte (verunreinigte) Blutkonserven bzw. im Rahmen einer intrauterinen Infektion während der Schwangerschaft möglich.

Die Syphilis verläuft klassischerweise in drei Stadien:

  • Primärstadium: Am Ort des Erregereintrittes entsteht ein hartes, nässendes, jedoch schmerzloses Geschwür (sogenannter „harter Schanker“ – Ulcus durum). Zusammen mit den geschwollenen Leistenlymphknoten wird dieses Stadium „Primärkomplex“ genannt, welcher spontan nach ca. fünf Wochen wieder verschwindet.
  • Sekundärstadium: Zwei bis drei Monate nach der Infektion kommt es zu einer Ausschwemmung der Treponemen im Blut sowie über die Lymphbahnen. Dieses Stadium geht mit einer Fülle an Symptomen einher: generalisierte Lymphknotenschwellung, Hautausschläge, Haarausfall, Entzündungen der Mundschleimhaut u.v.m. In 30 Prozent der Fälle kann es zu einer spontanen Ausheilung kommen.
  • Tertiärstadium: Dieses Stadium tritt bei rund einem Drittel der Patientinnen/Patienten fünf bis 50 Jahre nach der Infektion auf, sofern keine Behandlung erfolgt. Dieses Stadium geht mit „gummiartigen“ Eiterungen (sogenannte „Gummen“ an der Haut und im Knochen) der befallenen Gewebe einher, wobei der gesamte Körper und alle Gewebe betroffen sein können. Die „Neurosyphilis“ ist dabei die schwerste Komplikation, wobei das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) betroffen ist.

Für die Diagnose der Syphilis kommen vor allem indirekte Nachweisverfahren zum Einsatz, da die Treponemen mikroskopisch nicht eindeutig identifizierbar sind. Weiters ist auch die diagnostische Anzucht von Treponema pallidum nicht möglich.

Bei den indirekten Nachweisverfahren werden Antikörper im Blut bzw. in der Zerebrospinalflüssigkeit (Liquor) bestimmt, wobei unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen:

  • TPHA-Test (Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest): Hierbei handelt es sich um einen qualitativen bzw. semiquantitativen (Titerstufen) Suchtest nach Antikörpern gegen Treponema pallidum im Blut bzw. anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Liquor).
  • FTA-abs-Test (Fluoreszenz-Treponema-Antikörper-Absorbtions-Test): Bei diesem Test handelt es sich um ein Verfahren zur Bestätigung der TPHA-Test-Ergebnisse, wobei Antikörper vom Typ IgG sowie IgM (diese sind beweisend für eine akute Infektion) nachgewiesen werden können.
  • FTA-abs-IgM-Test: Dient zur Abklärung, ob eine antibiotische Behandlung erforderlich ist.
  • VDRL-Test: Dieser Test dient zur Beurteilung der Aktivität einer akuten Syphilis.

Unbehandelt ist die Syphilis eine chronisch, persistierende Infektionserkrankung, die in der Mehrzahl der Fälle nicht von selbst ausheilt.

Zur Behandlung der Syphilis kommen Antibiotika zum Einsatz, wobei Penizilline bzw. Tetrazykline am effektivsten sind. Die Behandlungsdauer beträgt im Primär- sowie Sekundärstadium 14 Tage. Im Tertiärstadium kann die Behandlung bis zu einen Monat dauern. Gegebenenfalls kann auch die Behandlung der Sexualpartnerin/des Sexualpartners erforderlich sein.

Der Erfolg der antibiotischen Behandlung sollte stets kontrolliert werden. Einerseits im Hinblick auf das Abklingen der Beschwerden. Anderseits sollte auch der Verlauf des Antikörperspiegels im Blut kontrolliert werden. Insbesondere sollte der VDRL-Test vier bis sechs Wochen nach einer erfolgreichen Therapie negativ werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Syphilis.

Synonyme: VDRL-Test (VDRL), Veneral-Disease-Research-Laboratory-Test
LOINC: 5292-8, 50690-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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