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Streptokokken-Schnelltest

Der Streptokokken-Schnelltest aus dem Rachenabstrich kann einen Hinweis auf eine Infektion mit bestimmten Streptokokkenbakterien der oberen Atemwege (z.B. Mandelentzündung, Scharlach) liefern.

Warum wird ein Streptokokken-Schnelltest aus dem Rachenabstrich durchgeführt?

Streptokokken sind eine weitverbreitete Bakterienart, von denen es verschiedene Gruppen und Untergruppen gibt. Eine für die Medizin besonders wichtige Streptokokkenart sind die sogenannten

  • beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A. Diese Bakterien werden auch als „Streptococcus pyogenes“ bezeichnet.

Diese Bakterien sind für die Medizin deshalb so bedeutsam, weil sie für eine Reihe von typischen Infektionserkrankungen sowie deren Folgeerkrankungen (Komplikationen) verantwortlich sind.

Zu den typischen Infektionserkrankungen, die von diesen Bakterien hervorgerufen werden, zählen:

Darüber hinaus kann es im Rahmen einer Infektion mit diesen Bakterien bzw. im Anschluss daran zu Folgeerkrankungen kommen:

  • Rheumatisches Fieber,
  • Glomerulonephritis (eine spezielle Entzündungsform des Nierengewebes),
  • Blutvergiftung (Sepsis),
  • Endokarditis (Entzündung der „Herzinnenhaut“ sowie Herzklappen) etc.

Zum Nachweis einer Streptococcus-pyogenes-Infektion existieren im medizinischen Labor verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten:

  • Streptokokken-Antigen-Schnelltest aus dem Rachenabstrich,
  • bakterienkultureller Nachweis von Streptococcus pyogenes,
  • Nachweis von Antistreptolysin-O-Antikörpern (ASLO) im Blut und
  • Nachweis von Antistreptokokken DNAse B (das sind Antikörper gegen das von Streptococcus pyogenes gebildete Enzym „DNAse B“).

Was bedeutet ein positiver Streptokokken-Schnelltest aus dem Rachenabstrich?

Ein positiver Streptokokken-Schnelltest aus dem Rachenabstrich bedeutet einen Hinweis auf eine Infektion mit beta-hämolysierenden Streptokokkenbakterien aus der Gruppe A.

Die meisten kommerziellen Testsysteme haben eine gute Sensitivität sowie Spezifität für den Nachweis dieser bestimmten Bakterienart, wobei

  • Sensitivität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig positives Ergebnis liefert, wenn wirklich eine entsprechende Infektion vorliegt, und
  • Spezifität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig negatives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich auch keine entsprechende Infektion vorliegt.

Der Schnelltest kann allerdings bloß einen Hinweis auf die Streptokokkeninfektion liefern. Für einen Beweis einer solchen Infektion muss eine sogenannte

  • Bakterienkultur durchgeführt werden: Dazu werden die Bakterien unter speziellen Kulturbedingungen vermehrt (d.h. angezüchtet) und können auf diese Weise exakt identifiziert werden.

Was bedeutet ein negativer Streptokokken-Schnelltest aus dem Rachenabstrich?

Ein negativer Streptokokken-Schnelltest aus dem Rachenabstrich legt die Vermutung nahe, dass bei der betreoffenen Patientin/dem betroffenen Patienten keine aktuelle Streptokokken-A-Infektion vorliegt. Eine solche Infektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil die Konzentration der Bakterien auch unterhalb der Nachweisgrenze des Testsystems liegen könnte.

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher von der Ärztin/vom Arzt unter Berücksichtigung der Beschwerden sowie in Zusammenschau sämtlicher erhobenen Befunde erfolgen.

Streptokokkeninfektionen

Streptokokken sind eine weitverbreitete Bakterienart, die nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt werden. Auf der einen Seite bilden Streptokokken bestimmte Bakteriengifte (Streptolysine), die zu einer Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämolyse) führen. Aus diesem Grund können die Streptokokken nach der Art der Hämolyse in der Bakterienkultur in

  • alpha-hämolysierende (vergrünende) Streptokokken,
  • beta-hämolysierende Streptokokken (vollständige Hämolyse) und
  • gamma-hämolysierende Streptokokken (keine Hämolyse) eingeteilt werden.

Bei den beta-hämolysierenden Streptokokken existiert dann zur weiteren Typisierung eine Kategorisierung nach sogenannten „Lancefield-Gruppen“:

  • Gruppe A („Streptococcus pyogenes“) – typische Infektionen:
    • Scharlach,
    • Mandelentzündung (Angina tonsillaris),
    • Rotlauf (Erysipel) etc.
  • Gruppe B („Streptococcus agalactiae“) – typische Infektionen:
    • Harnwegsinfektionen,
    • Wundinfektionen.
  • Gruppe C, F, G – typische Infektionen:
    • eitrige Infektionen (oft im Mund- und Zahnbereich).
  • Gruppe D („Enterokokken“) – typische Infektionen:

Weiters gibt es auch noch Streptokokken, die zu keiner der oben genannten Gruppen gehören wie z.B.

  • Pneumokokken („Streptococcus pneumoniae“) – typische Infektionen:
    • Lungenentzündung („Lobärpneumonie“).

Zur Behandlung von Streptokokkeninfektionen werden Antibiotika eingesetzt. Eines der wirksamsten Antibiotika gegen die meisten Streptokokken ist

  • Penicillin.

Um die Wirksamkeit eines Antibiotikums gegen die Streptokokken zu ermitteln, kann im Rahmen der Bakterienkultur auch ein sogenanntes

  • Antibiogramm gemacht werden:
    • Nach Anzüchtung der Bakterien in einem Nährmedium wird in einem zweiten Schritt die Empfindlichkeit der Streptokokken gegenüber verschiedenen Antibiotika ausgetestet.
Synonyme: Streptokokken A-Antigen/Rachenabstrich (STRAA)
LOINC: 18481-2

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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